Quo Vadis SPD?

KI-Bild

Die jüngs­te Umfra­ge in der Sen­dung »Bericht aus Ber­lin [ab Min.18]« hat es schwarz auf weiß gezeigt: Für die Mehr­heit der Befrag­ten ist die SPD schlicht kei­ne Arbei­ter­par­tei mehr. Das war zwar vor­her­seh­bar, aber als poli­ti­sches Urteil hat es die Wucht eines Vor­schlag­ham­mers. Wer die Zei­chen der Zeit so kon­se­quent igno­riert, braucht sich nicht zu wun­dern, wenn die Quit­tung an der Wahl­ur­ne jedes Mal schmerz­haf­ter ausfällt. 

Die Wäh­ler erwar­ten eine Rück­be­sin­nung auf das, was die­se Par­tei ein­mal groß gemacht hat. Es ist Zeit, das Pro­fil als ech­te Arbei­ter­par­tei zu schär­fen – und zwar mit Inhal­ten, die bei denen ankom­men, die die Mie­te bezah­len müssen. 

Die Erwar­tungs­hal­tung der Basis ist ein­deu­tig: Wer den Laden mit sei­ner täg­li­chen Arbeit am Lau­fen hält, darf nicht län­ger die Melk­kuh der Nati­on sein. Es ist ein poli­ti­sches Armuts­zeug­nis, dass klei­ne und mitt­le­re Ein­kom­men über­pro­por­tio­nal belas­tet wer­den, wäh­rend die gro­ßen Ver­mö­gen oft unge­scho­ren davon­kom­men. Eine SPD, die sich wie­der als Arbei­ter­par­tei ver­steht, muss die Pro­gres­si­ons­kur­ve radi­kal zu Guns­ten klei­ner und mitt­le­rer Ein­kom­men ver­schie­ben. Spür­ba­re Ent­las­tung für die, die den All­tag stem­men und zwar nicht nur ein zwei Pro­zent­pünkt­chen, son­dern als ech­te spür­ba­re Entlastung.

Rente: Respekt vor der Lebensleistung

Wer 45 Jah­re lang ein­ge­zahlt hat, will kei­ne Vor­le­sung über demo­gra­fi­schen Wan­del hören, son­dern sein Recht auf eine abschlags­freie Ren­te wahr­neh­men. Das ist kei­ne Fra­ge von Gna­de, son­dern von Gerech­tig­keit. Wer die­ses Land über Jahr­zehn­te auf­ge­baut hat, ver­dient Sicher­heit ohne Wenn und Aber. Hier könn­te die SPD pro­fi­lie­ren, dass Lebens­leis­tung mehr zählt als jedes ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­sche Gutachten. 

Effizienz statt Kassen-Wildwuchs

Im Gesund­heits­we­sen leis­tet man sich den Luxus einer unüber­schau­ba­ren Viel­zahl an Kran­ken­kas­sen – ein büro­kra­ti­scher Was­ser­kopf, der Mil­li­ar­den ver­schlingt. Die Zusam­men­füh­rung zu weni­gen, leis­tungs­fä­hi­gen Ein­hei­ten wür­de nicht nur die Ver­wal­tung ver­schlan­ken, son­dern die Ver­sor­gung dort stär­ken, wo sie hin­ge­hört: zum Versicherten.

Moderne Fairness statt konservativer Privilegien

Das Ehe­gat­ten­split­ting ist ein Relikt aus einer Zeit, die wir längst hin­ter uns gelas­sen haben soll­ten. Es bremst die Gleich­be­rech­ti­gung und passt nicht mehr zur Rea­li­tät moder­ner Fami­li­en. Wer sich als moder­ne Arbei­ter­par­tei pro­fi­lie­ren will, muss hier ran und ech­te Fair­ness zwi­schen den Geschlech­tern schaffen. 

Gleich­zei­tig muss Schluss sein mit dem Wild­wuchs der pre­kä­ren Beschäf­ti­gung. Befris­tun­gen ohne Sach­grund und Lohn­dum­ping unter­gra­ben das Ver­trau­en in den Rechts­staat und die eige­ne Zukunft. Die kon­se­quen­te Abschaf­fung die­ser Unsi­cher­hei­ten wäre das deut­lichs­te Signal an die abhän­gi­gen Beschäf­tig­ten, dass ihre Inter­es­sen wie­der obers­te Prio­ri­tät haben. 

Rückgrat beweisen

Der Mit­tel­stand, die Fach­kräf­te und die mitt­le­ren Ange­stell­ten sind das eigent­li­che Rück­grat die­ses Lan­des. Wenn die SPD hier nicht schleu­nigst wie­der andockt, wird sie in der Bedeu­tungs­lo­sig­keit ver­schwin­den. Fort­schritt darf nie­mals auf Kos­ten der sozia­len Sicher­heit gehen. Es geht nicht um den Rück­bau des Sozi­al­staats, son­dern um sei­ne muti­ge Wei­ter­ent­wick­lung. Wer jetzt kei­ne kla­re Kan­te zeigt, braucht sich über den wei­te­ren Absturz nicht zu wundern. 

Ja, eini­ge Vor­schlä­ge hat Lars Klin­gen­beil vor­ge­tra­gen, aller­dings nicht im sprach­li­chen Duk­tus eines Sozi­al­de­mo­kra­ten, son­dern als jemand, der mög­lichst nicht anecken will. Das funk­tio­niert nicht. 

Eine not­wen­di­ge radi­ka­le Neu­aus­rich­tung der Sozi­als­de­mo­kra­ten lässt sich nicht mit einer weich­ge­spül­ten Füh­rung bewerk­stel­li­gen, die lie­ber im Ber­li­ner Polit-Main­stream mit­schwimmt, statt unbe­que­me Kan­te zu zeigen. 

Wer die Arbei­ter­klas­se zurück­ge­win­nen will, braucht Köp­fe mit Rück­grat, Ecken und Kan­ten und kei­ne Phra­sen­dre­scher im Karrieremodus.

Plugin für Wetterdaten

Eine auto­ma­ti­sche Wet­ter­da­ten­er­he­bung in Word­Press, täg­lich auto­ma­tisch erstellt und mit einer Import­funk­ti­on für Excel gefäl­lig? Ein offi­zi­el­les Plug­in dafür gibt es [bis jetzt] nicht. Also habe ich mich sel­ber dran gemacht und zusam­men mit ChatGPT ein Plug­in genau für die­se Zwe­cke geschrie­ben, das auf die Daten von Open­Wea­ther­Map zugreift und über­sicht­lich in eine Tabel­le einpflegt. 

Das Plug­in kann hier run­ter­ge­la­den wer­den. Ent­pa­cken und ab auf den Ser­ver im Ord­ner Plug­ins hochladen.

wp-content/plugins/wetter-logger/wetter-logger.php

Fol­gen­de Schrit­te sind notwendig:

Schritt 1:
API-Key holen (kos­ten­los)

  1. Gehe zu: https://openweathermap.org
  2. Account erstel­len
  3. API-Key kopie­ren
  4. Im Code des Plug­ins einsetzen:
    define('WEATHER_API_KEY', 'HIER_DEIN_KEY');

Schritt 2: aktivieren

  • Word­Press → Plug­ins → „Wet­ter Log­ger“ aktivieren
  • Fer­tig


  • Schritt 3: Wet­ter­da­ten im Blog anzeigen

    Den Code ein­fach unter dei­nen bestehen­den Code in der wetter-logger.php hinzufügen:

    // 👉 Short­code zur Anzei­ge der Wetterdaten

    Ergeb­nis:

    Du bekommst auto­ma­tisch eine Tabel­le wie auf mei­ner Wetterdatenseite.

    Die Import­funk­ti­on für Excel ist bereits im Plug­in inte­griert und kann mit:

    https://deine-seite.de/?export_wetter=1 auf­ge­ru­fen werden.

    Er kann’s nicht

    Man hät­te fast hof­fen kön­nen, dass Lars Kling­beil die Kur­ve kriegt und end­lich mal ein paar ech­te Plus­punk­te für die Sozi­al­de­mo­kra­ten ein­sam­melt. Aber Pus­te­ku­chen – er hat’s ver­mas­selt, und zwar mit Ansa­ge. Beim Ver­such, die anste­hen­den Refor­men im Herbst vor­ab schön­zu­re­den, lie­fer­te er genau das, was die Leu­te von der SPD eigent­lich nicht mehr hören können.

    Es ist kein Geheim­nis: Wenn Poli­ti­ker von »Refor­men« spre­chen, mei­nen sie meis­tens eine mone­tä­re Ver­schlech­te­rung für die brei­te Mas­se. War­um? Weil dort mathe­ma­tisch am meis­ten zu holen ist und der Wider­stand – im Gegen­satz zu den gro­ßen Lob­bys – ange­nehm über­schau­bar bleibt. Also knöpft man sich wie­der die­je­ni­gen vor, die kei­ne mil­lio­nen­schwe­re Lob­by im Rücken haben: die abhän­gig Beschäf­tig­ten, Rent­ner und Sozialhilfeempfänger.

    Dabei fing Kling­beil gar nicht so übel an. Vor­schlä­ge wie die Ren­ten­kopp­lung an Arbeits­jah­re oder eine höhe­re Belas­tung für ech­te Ver­mö­gen klan­gen fast nach sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Hand­schrift, um nur zwei Sät­ze spä­ter in neo­li­be­ra­le Gebe­te zu ver­fal­len, die man sonst eher aus der FDP-Zen­tra­le kennt.

    Phrasendrescher auf Hochtouren

    Was dann folg­te, war der klas­si­sche Griff in die neo­li­be­ra­le Mottenkiste:

  • »Wir müs­sen als Gesell­schaft ins­ge­samt mehr arbei­ten« – der Klas­si­ker für alle, die schon jetzt am Limit laufen.
  • »Abbau von Teil­zeit-Anrei­zen« – genau, Aldi machts vor. Job­an­ge­bo­te für Ver­käu­fe­rin gibt’s fast nur in Teilzeit.
  • »Locke­rung von Befris­tun­gen«, damit Unter­neh­men noch schmerz­frei­er »fle­xi­bi­li­sie­ren« können.


  • Mit Sät­zen wie »2026 wird uns Mut abver­lan­gen“« oder der Auf­for­de­rung, »alte Gewohn­hei­ten auf­zu­ge­ben«, wirkt Kling­beil eher wie ein Anwär­ter auf den FDP Par­tei­vor­sitz als ein Sozi­al­de­mo­krat, der sein Kli­en­tel – die Arbei­ter und die Mit­tel­schicht – ver­tritt, bzw. ver­tre­ten sollte.

    Die Zeit der Schonung ist vorbei

    Hans Wal­low brach­te es im Blog der Repu­blik in einem offe­nen Brief hart, aber herz­lich auf den Punkt: 

    Wil­ly Brandt war auch wie Du, im Gegen­satz zu Hel­mut Schmidt, kein bril­lan­ter Red­ner. Aber er begeis­ter­te oft Men­schen­men­gen, die sei­nen Gedan­ken fol­gen konn­ten, unter­füt­tert von Cha­ris­ma, Krea­ti­vi­tät und einer Pri­se Humor. All das fehlt Dir! Wahr­hei­ten sind schmerzlich.

    Mein ers­ter Gedan­ke war: »Autsch, das ist dras­tisch.« Mein zwei­ter: »Recht hat er.« 

    Wer zuse­hen muss, wie 39 Pro­zent der Arbei­ter allei­ne im Wes­ten zur AfD abwan­dern, darf sich nicht wun­dern, wenn der Ton rau­er wird. 

    Die SPD muss sich ent­schei­den: Ent­we­der sie macht end­lich wie­der Poli­tik für ihre Basis – die abhän­gig Beschäf­tig­ten und den Mit­tel­stand – oder sie ver­schwin­det wie die FDP in der poli­ti­schen Bedeutungslosigkeit.

    Spä­tes­tens wenn das Lob von der fal­schen Sei­te kommt, ist Selbst­kri­tik gefragt. 

    Bundesweiter Polizeieinsatz aufgrund Sicherheitslücke in Software

    Der Pfört­ner klang auf­ge­regt. Die Poli­zei sei hier und behaup­tet, eine wich­ti­ge Mel­dung an unse­ren IT-Bereich zu haben. Es gin­ge um eine Sicher­heits­lü­cke in Wind­chill. Nun nut­zen wir die­se Soft­ware tat­säch­lich, aber das die Poli­zei aus­rückt, um auf eine Sicher­heits­lü­cke auf­merk­sam zu machen, ist doch unge­wöhn­lich. Noch dazu zu nacht­schla­fen­der Zeit.

    Nach Berich­ten des Maga­zins hei­se online galt die­se Lücke als beson­ders gefähr­lich, da Angrei­fer dar­über mög­li­cher­wei­se Schad­code in Sys­te­me ein­schleu­sen könnten. 

    Um Unter­neh­men schnell zu war­nen, such­te die Poli­zei teil­wei­se per­sön­lich IT-Ver­ant­wort­li­che auf und über­gab ent­spre­chen­de Hin­wei­se, damit sofort Schutz­maß­nah­men ergrif­fen wer­den konn­ten. Am Mon­tag wur­de bekannt, dass in der kon­zer­tier­ten Akti­on offen­bar teil­wei­se sogar Fir­men kon­tak­tiert wur­den, die die betrof­fe­ne Soft­ware gar nicht nutzen. 

    Zudem gab es kei­ne kon­kre­ten Hin­wei­se dar­auf, dass die Sicher­heits­lü­cke bereits aktiv aus­ge­nutzt wur­de. Die Hin­ter­grün­de die­ser Akti­on sind nicht bekannt. Anfra­gen beim LKA blie­ben weit­ge­hend nebulös.

    Hei­ses Anfra­ge an das BKA, BSI und dem Her­stel­ler zu die­ser unge­wöhn­li­chen und per­so­nal­in­ten­si­ven Akti­on mit­ten in der Nacht, wur­den vom BSI mit der »beson­de­ren Cha­rak­te­ris­ti­ka der Schwach­stel­le« beantwortet. 

    Sind alle Männer Monster?

    In der Ber­li­ner Zei­tung pole­mi­siert die Jour­na­lis­tin Caro­la Tunk den Fall Chris­ti­an Ulmen – und ver­greift sich im Ton. 

    [..|Als Frau emp­fin­det man ange­sichts sol­cher Berich­te Erschüt­te­rung und Resi­gna­ti­on, Wut und Trau­er, Ver­zweif­lung und Hoff­nungs­lo­sig­keit. Das Ver­trau­en in die Mann-Frau-Bezie­hung wur­de ent­täuscht, was schwe­rer wiegt als über­ge­ord­ne­te Zusam­men­hän­ge. Einen Kul­tur­be­trieb kann man viel­leicht refor­mie­ren. Aber ein gan­zes Geschlecht? Schwierig.

    Aus­sicht­los ist die Lage trotz­dem nicht. Die bru­ta­le Wahr­heit ist aller­dings zunächst ein­mal: In jedem Mann schlum­mert ein Mons­ter. [..] Caro­la Tunk — berliner-zeitung.de

    Generalverdacht als Ersatz für Argumente

    Die Debat­te um den Fall Chris­ti­an Ulmen lie­fert ein­mal mehr das per­fek­te Bei­spiel dafür, wie schnell der Wunsch nach media­ler Auf­merk­sam­keit den gesun­den Men­schen­ver­stand frisst. Ihre The­se, in jedem Mann schlum­me­re ein poten­zi­el­les Mons­ter, mag zwar für klick­star­ke Schlag­zei­len sor­gen, ist aber genau­so ver­kehrt, wie die Aus­sa­ge, dass alle Blon­din­nen blöd sind. Es ist schon eine bemer­kens­wer­te intel­lek­tu­el­le ein­sei­ti­ge Abkür­zung, eine gesam­te Bevöl­ke­rungs­grup­pe unter Gene­ral­ver­dacht zu stel­len. Die­se Form der Ver­all­ge­mei­ne­rung ist in ihrem Kern selbst diskriminierend. 

    Anstatt sich der Mühe einer aus­ge­wo­ge­nen Ana­ly­se zu unter­zie­hen, flüch­tet sich Caro­la Tunk in ein ver­ein­fa­chen­des, pola­ri­sie­ren­des Welt­bild. Neben­bei bemerkt: Im Fall Ulmen – wie in jedem ande­ren auch – ist die Unschulds­ver­mu­tung in Deutsch­land fun­da­men­ta­ler Aus­druck eines Rechtsstaats.

    Eine vor­schnel­le Ver­ur­tei­lung scha­det nicht nur dem Ver­däch­ti­gen mas­siv, son­dern wider­spricht auch dem Prin­zip eines fai­ren Ver­fah­rens, das wir uns als zivi­li­sier­te Gesell­schaft eigent­lich müh­sam erkämpft haben. Gewalt ist ein viel­schich­ti­ges Phä­no­men. Die abs­trak­te Ver­ein­fa­chung der Debat­te, Mann = Mons­ter, führt letzt­lich dazu, dass die Ver­ant­wor­tung im kon­kre­ten Ein­zel­fall hin­ter hypo­the­ti­schen Theo­rien verschwindet.

    Soll­ten sich die Vor­wür­fe gegen Ulmen bewahr­hei­ten, gehört er hart bestraft – kei­ne Fra­ge. Ein gan­zes Geschlecht des­we­gen zu dis­kre­di­tie­ren, gleicht einem intel­lek­tu­el­len Tief­flug und hat mit seriö­sem Jour­na­lis­mus, auch als Pole­mik, nichts zu tun. 

    Sanierungsfall SPD

    Man könn­te fast Mit­leid haben, wäre die aktu­el­le Mise­re der SPD nicht das Ergeb­nis einer jahr­zehn­te­lan­gen, kon­se­quen­ten Selbst­ver­leug­nung. Nach dem his­to­ri­schen Tief­schlag in Baden-Würt­tem­berg folgt nun in Rhein­land-Pfalz die nächs­te Quit­tung des Sou­ve­räns – eine Wahl­klat­sche mit Ansa­ge, die deut­lich macht: Die eins­ti­ge Volks­par­tei ist nicht mehr nur im Umfra­ge­tief, sie ist ein poli­ti­scher Sanierungsfall.

    Vie­le die­ser ver­lo­re­nen Stim­men dürf­ten zur AfD abge­wan­dert sein. Das ist kein Zufall, son­dern das Ergeb­nis eines jahr­zehn­te­lan­gen Ver­rats an den eige­nen Wäh­lern. Das macht es nicht bes­ser oder ent­schuld­bar – ganz im Gegen­teil. Die SPD war immer eine Arbei­ter­par­tei, sie war es, die neben den Gewerk­schaf­ten, die Inter­es­sen der abhän­gig Beschäf­tig­ten gegen das Kapi­tal vertrat. 

    Gerhard Schröder – Totengräber der SPD?

    Seit im Jah­re 1998 der Sozi­al­de­mo­krat, Ger­hard Schrö­der als »Genos­se der Bos­se« im teu­ren Brio­ni Anzug das Ruder über­nahm und sei­ne Visi­on eines Sozi­al­staats in einer Agen­da 2010 vor­stell­te, ist das vor­bei. Wir erin­nern uns: Unter Schrö­der Füh­rung wur­de Hartz IV gebo­ren, fak­tisch eine Zusam­men­le­gung von Arbeits­lo­sen­hil­fe & Sozi­al­hil­fe. Die Bezugs­dau­er von Arbeits­lo­sen­geld wur­de ver­kürzt und der Auf­bau pre­kä­rer Jobs geför­dert. Schrö­der initi­ier­te einen kom­plet­ten Umbau des Sozi­al­staats, wie in noch nicht ein­mal die CDU gewagt hät­te und senk­te gleich­zei­tig die Steu­ern für Unter­neh­men. Das Ergeb­nis ist bekannt: Der Nied­rig­lohn­sek­tor ist extrem gewach­sen, zudem hat die Armut und Ver­un­si­che­rung in der Bevöl­ke­rung zugenommen. 

    Arbei­ter und Ange­stell­te fühl­ten sich zu Recht von »ihrer« SPD ver­ra­ten und quit­tier­ten die Bun­des­tags­wahl 2009 mit dem his­to­ri­schen schlech­ten Ergeb­nis der SPD von 23 Pro­zent, was einer Hal­bie­rung der Ergeb­nis­se zu allen Wah­len vor Schrö­der gleichkam.

    Bis heu­te haben sich die Sozi­al­de­mo­kra­ten davon nicht erholt, waren aber auf­grund des Auf­kom­mens klei­ne­rer Par­tei­en und der Zer­split­te­rung des Par­tei­en­sys­tems trotz­dem in den letz­ten Jah­ren, 2009 – 2013, in Regierungsverantwortung. 

    Bei der Bun­des­tags­wahl 2025 hol­te die SPD mit 16,4 Pro­zent ihr his­to­risch schlech­tes­tes Ergebnis.
    Seit­dem geht’s für die Sozi­al­de­mo­kra­ten bestän­dig bergab. 

    Ist die SPD ein Sanierungsfall?

    Die bei­den letz­ten Ergeb­nis­se las­sen nur einen Schluss zu: Die SPD ist ein Sanie­rungs­fall und muss sich umfang­reich neu auf­stel­len. Auch auf die Gefahr hin die Koali­ti­on zu spren­gen, ist die Rück­be­sin­nung auf eine Par­tei der Arbei­ter und mitt­le­ren Ange­stell­ten die ein­zi­ge Mög­lich­keit der SPD, so sie nicht in der Ver­sen­kung ver­schwin­den möch­te. Wo bleibt der Auf­schrei, als Merz den Deut­schen vor­warf, zu wenig zu arbei­ten und das Arbeits­zeit­ge­setz zu »refor­mie­ren« ver­spricht? Wo bleibt der Pro­test zu Ren­ten­kür­zun­gen? Fast unwi­der­spro­chen auch die Vor­schlä­ge des CDU-Wirt­schafts­rats. Es ist gera­de­zu ein Trep­pen­witz der Geschich­te, wenn ein CDU-Mann wie Karl-Josef Lau­mann auf dem eige­nen Par­tei­tag lei­den­schaft­li­cher gegen Sozi­al­ab­bau wet­tert als die gesam­te SPD-Füh­rung zusam­men. Wenn die Oppo­si­ti­on den Sozi­al­staat ver­tei­di­gen muss, weil die Regie­rungs­par­tei mit sich selbst beschäf­tigt ist, weiß man: Hier stimmt etwas im Fun­da­ment nicht. 

    Die Zeit der kos­me­ti­schen Kor­rek­tu­ren ist vor­bei. Wenn die SPD nicht als his­to­ri­sche Fuß­no­te enden will, muss sie end­lich wie­der ler­nen, ech­te Empö­rung zu zei­gen – und zwar dort, wo ihren Wäh­lern wirk­lich Sor­gen haben. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten wären gut bera­ten, ihr Füh­rungs­per­so­nal aus­zu­tau­schen und sich vehe­ment auf ihre alten Wer­te zu besin­nen. Es steht näm­lich zu befürch­ten, dass sich ansons­ten aus­ge­rech­net die rechts­extre­me AFD als neue »Arbei­ter­par­tei« aus­ru­fen lässt, die bei den bei­den Land­tags­wah­len ca. ein Fünf­tel der Stim­men auf sich ver­ei­nen konnte.

    Wahr & Unwahr

    Wahr ist, dass Bay­erns Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder sich für den Bau von »Mini-AKW’s« aus­spricht und die Prä­si­den­tin der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, Ursu­la von der Ley­en, von einem stra­te­gi­schen Feh­ler im Zusam­men­hang mit Deutsch­lands Aus­stieg aus der Atom­kraft spricht.

    Unwahr ist, dass von der Ley­en und Söder ihr eige­nes AKW vor ihre Häu­ser bekämen.

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    Wahr ist, dass Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Katha­ri­na Rei­che in einem Inter­view ange­merkt hat, das sich die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger Sor­gen um stei­gen­de Sprit­prei­se machen.

    Unwahr ist, dass Rei­che mit­be­kom­men hät­te, dass die Sprit­prei­se längst gestie­gen sind.

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    Wahr ist, dass US-Prä­si­dent Trump mit Angrif­fen auf Irans Strom­erzeu­gung droht, soll­te der See­weg nicht geöff­net werden.

    Wahr ist auch, dass Trump gleich­zei­tig die Sank­tio­nen gegen den Iran lockern möchte. 

    Unwahr ist die Ver­mu­tung, der Prä­si­dent der USA wüss­te, was er tut. 

    Wer schreibt hier und wenn ja, wie viele?

    Stefan Pfeif­fer bringt es auf den Punkt: In einer Welt vol­ler glatt­ge­bü­gel­ter KI-Tex­te wird der unper­fek­te, eigen­wil­li­ge Ton zum Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­mal. Wer kom­plett auf KI setzt, ver­liert die Wie­der­erkenn­bar­keit. Kann ich nur unterschreiben.

    Ich habe das selbst durch­ex­er­ziert. ChatGPT, Clau­de, Per­ple­xi­ty, Gemi­ni – alle vier beka­men die Auf­ga­be, in mei­nem Stil zu schrei­ben. Das Ergeb­nis war jedes Mal ähn­lich: nah dran, aber fremd. Wie ein gut geschnei­der­ter Anzug, der hier und da nicht ganz passt. Irgend­wo steck­te immer ein Satz­bau drin, den ich so nie hin­ge­schrie­ben hät­te. Unheim­lich ist das rich­ti­ge Wort dafür – weil man sich dabei erwischt, sich selbst zu imi­tie­ren, ohne sich wiederzuerkennen.

    Auch wenn KI an annä­hernd an mei­nen Stil kam, waren zumin­dest immer Frag­men­te, die ich so nie geschrie­ben hät­te. Der Wort­vo­gel hat aller­dings die Erfah­rung gemacht, dass eine Rezen­si­on, die er test­wei­se von einer KI machen ließ, tat­säch­lich erschre­ckend an sei­ne eige­nen Tex­te heran­lan­gen.

    Nichts des­to trotz nut­ze ich KI – für Recher­che, fürs Pro­gram­mie­ren, gele­gent­lich als Lek­tor. Nütz­lich, ja. Geni­al? Nein. Die LLM’s sind und blei­ben ein Werk­zeug, ein Hilfsmittel. 

    Judith Peters geht noch einen Schritt wei­ter und zeigt, wie man Clau­de direkt in die Word­Press-Ober­flä­che inte­griert und der KI kom­plett die Redak­ti­ons­pla­nung über­lässt. Für Unter­neh­mens­blogs, die mona­te­lang brach­lie­gen, weil nie­mand Zeit hat ist das ein inter­es­san­ter Ansatz. Für den pri­va­ten Blog eher nicht. Uns geht’s ja nicht ums Seitenfüllen.

    Für die freie Mit­ar­bei­ter der Lokal­zei­tun­gen hin­ge­gen wird es unge­müt­lich in den (noch) vor­han­de­nen Redak­tio­nen der Regio­nal­zei­tun­gen. In mei­ner Zeit als frei­er Mit­ar­bei­ter hieß es kurz vor Redak­ti­ons­schluss oft­mals: »Noch 60 Zei­len und das Gan­ze in zehn Minu­ten abga­be­fer­tig.« Die Zei­ten sind mit dem Ein­satz von KI vor­bei. Da frei­en Mit­ar­bei­ter nach Zei­len bezahlt wer­den, dürf­te die Aus­beu­te am Ende des Monats mit Ein­satz von KI ziem­lich dürf­tig ausfallen. 

    Bei all­zu viel Ein­satz von KI stellt sich ver­mut­lich irgend­wann die Fra­ge: Wer bin ich, wenn die KI mich bes­ser imi­tiert als ich mich selbst?