Genutzt hat beides nichts. Regelmäßig sprengen sich Hobbypyromanen zum Jahresabschluss die Finger weg. Und mit exakt derselben mathematischen Wahrscheinlichkeit neigen Männer ab 40 im Sommer zu bekleidungsmorphen Störungen.
Ich habe es inzwischen im Grunde aufgegeben, mindestens der Generation Ü50 ein textiles Grundverständnis von Ästhetik zu vermitteln. Es ist ein aussichtsloser Kampf gegen käsebleiche, behaarte Beine mit landkartengleichen Krampfadern, die in Kombination mit ausgelatschten Sandalen (und den darin gefangenen, überlangen Fußnägeln) in der ihr eigenen peripheren Bedeutungslosigkeit zur Schau gestellt werden. Gekrönt wird dieses optische Inferno meist von einem wohlgeformten Bauchansatz, der sich mühsam unter einem viel zu engen, mit Werbetexten bedruckten T‑Shirt abzeichnet.
Da Hopfen und Malz hier ohnehin verloren sind, möchte ich mich heute zumindest auf ein grundlegendes, zivilisatorisches Gesetz beschränken. Nämlich das halbwegs stilvolle Erscheinungsbild bei öffentlichen Veranstaltungen, die nicht auf dem Tennisplatz im Freibad oder meinetwegen auch im Fußballstadion stattfinden
Liebe Männer, es gibt schlichtweg keine Entschuldigung dafür, als erwachsener Mann in der Öffentlichkei bei Veranstaltungen in kurzen Hosen aufzukreuzen. Keine. Nicht mal die globale Erwärmung.
Die Räumlichkeiten für offizielle Events werden nämlich in der Regel auf eine humane »Sakkotemperatur« runtergekühlt.
Und wer gar kein Sakko besitzt, ist mit einem klassischen Hemd und einer Hose – und zwar beide bitteschön in der Langvariante – bestens bedient. Verhüllung von Männerbeinen ist kein Luxus, sondern ein Akt der Nächstenliebe.


