Ich weiß, es sind 30 Grad da draußen und auch auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen, muss ich doch auch in diesem Sommer meinen Appell an die Herren der Schöpfung richten, keine kurzen Hosen zu tragen. Nun sind wir Männer was die Mode angeht, ziemlich unbedarft. Nichtsdestoweniger gibt es eine untere Modegrenze, die tunlichst nicht unterschritten werden sollte: Jogginghosen und KURZE Hosen. Das gilt zumindest für Männer ab einem gewissen Alter. Ja man könnte sogar sagen, dass die sittlicher Reife mit Beginn der Aussortierung der Jogginghosen, kurzen Hosen und zu engen T‑Shirts mit Löchern beginnt. Also Männer, ertragt die Hitze wie ein Mann und zieht die kurzen Hosen nur da an, wo euch niemand sieht. Zur Orientierung ein paar Hinweise, die bei Beantwortung mit Ja die unverfängliche Kleidsamkeit kurzer Hosen bejaht.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie dazu gehören, dann machen Sie einfach einen kleinen Test:
Sind sie beim Fussball, Handball oder Tennis – und zwar auf dem Platz und nicht auf der Zuschauertribüne?
Sind sie in einem Trachtenverein und auf dem Weg zu einer Veranstaltung?
Sind sie an einem Ort, an dem niemand Einblick hat und niemand ohne Vorankündigung hereinkommen kann?
Vorgestern verstarb die Film‑, Theater- und Musicalschauspielerin Johanna von Koczian, die mit ihrem Lied Das bisschen Haushalt mach sich allein, sagt mein Mann“, auch als Sängerin Erfolg hatte. Das Lied nimmt sarkastisch die Rollenverteilung in den 70er Jahren auf die Schüppe .
50 Jahre später gehört die strikte Rollenverteilung im Haushalt (Frau am Herd, Mann auf Sofa) weitgehend der Vergangenheit an. Jeder macht heute das, was er/sie am besten kann, jedenfalls kenne ich das so.
Nun, bei uns ist die Küche mein Revier, und zwar nicht nur zum Kochen, sondern auch, was Ordnung und Sauberkeit angeht. Meine Ordnung, versteht sich.
Oftmals führt das dazu, dass Mrs. L’s Ansicht mit meiner nicht korreliert.
Mrs. L steht beispielsweise mit der Spülmaschine auf Kriegsfuß. Eigentlich ist die Daseinsberechtigung einer Spülmaschine weitgehend selbsterklärend. Die Maschine wird zyklisch mit Geschirr und Besteck gefüllt und versieht nach Inbetriebnahme ihren Dienst.
Mrs. L allerdings spült regelmäßig mit der Hand, was dem Spülmaschinengebrauch diametral entgegenläuft denn so muss die Maschine ihren Betrieb aufnehmen, ohne ihre Kapazität voll ausgeschöpft zu haben.
Der männlichen Logik – also meiner Logik — weiter folgend sollte der Sinn einer Säuberung – und Aufräumaktion darin bestehen, alles, aber auch wirklich alles in greifbarer Nähe zu säubern, zu ordnen bzw. der Spülmaschine zu überordnen.
Mrs. L ist allerdings der Ansicht, dass ein gebrauchtes Glas zur Mehrfachverwendung genutzt werden sollte.
Den Hinweis auf das Vorhandensein einer Spülmaschine, die eh alle zwei Tage läuft, kommentiert Mrs. L mit dem Hinweis: „Bei mehrmaligen Gebrauch eben nicht.“