Prosit

Das Okto­ber­fest hat begon­nen und mit ihm die all­jähr­li­che Erkennt­nis, dass eine rein men­gen­mä­ßi­ge Zufuhr von Bier in Fol­ge irgend­wann auch wie­der raus muss aus dem Kör­per. Was in schnel­ler Abfol­ge nicht ver­daut bzw. vom Orga­nis­mus auf­ge­nom­men wur­de, bahnt sich den Weg – ent­we­der über Leber, Nie­re und Bla­se, oder eben oral rückwärts. 

Die Web­site, muenchenkotzt.de doku­men­tiert das seit eini­gen Jah­ren recht eindrucksvoll.

Eben­falls doku­men­tiert: Das kom­plet­te Feh­len von Selbst­be­herr­schung ob alko­hol­be­ding­ter Hor­mon­schwan­kun­gen, was in Fol­ge bei­spiels­wei­se zu Frei­luft­fel­la­tio füh­ren kann.

Die Umtrie­be die sich durch das Zusam­men­spiel alko­hol­be­ding­ten Gemenge­la­ge und musi­ka­li­scher Auf­for­de­rung zum hem­mungs­lo­sem Suff Bahn bre­chen, hat in loser Abfol­ge immer wie­der der geschätz­te Ree­per­bahn-Blog­ger Matt Wag­ner groß­ar­tig beschrieben. 

Ähn­li­ches, nur eben für das Okto­ber­fest, kann ich auch für den Text der Blog­ger­kol­le­gin Frau Klug­scheis­ser sagen. 

Also dann: …Oans, zwoa, gsuffa

LLM’s das »menscheln« abgewöhnen

Wer sich lan­ge genug mit unter­schied­li­chen KIs beschäf­tigt, bemerkt irgend­wann die jewei­li­gen Eigen­hei­ten der Sprach­mo­del­le. Und die kön­nen auf Dau­er gehö­rig nerven.

Die eine KI punk­tet mit pedan­ti­scher Über­kor­rekt­heit, die nächs­te schmiert einem unun­ter­bro­chen Honig ums Maul, und wie­der ande­re klin­gen wie ein über­dreh­ter Prak­ti­kant, flap­sig und unge­fragt kum­pel­haft. Was im ech­ten Arbeits­le­ben anstren­gend ist, brau­che ich von einer Soft­ware erst recht nicht. Ich will kein digi­ta­les Werk­zeug, das zu allem brav Ja nickt, son­dern eine Arbeitsgrundlage, 

Die­sen Gedan­ken hat­te offen­bar auch Web­wor­ker und Word­Press-Spe­zia­list Vla­di­mir Simo­vić (auf vladimir-simovic.de bes­ser bekannt als Perun). Er hat spe­zi­ell zuge­schnit­te­ne Sys­tem-Prompts für Clau­de, Gemi­ni, Grok und ChatGPT ent­wi­ckelt. Das Ziel: den LLMs das ner­vi­ge Anbie­dern, Schul­ter­klop­fen und »men­scheln« aus­zu­trei­ben und ihnen statt­des­sen pro­fes­sio­nel­les Spar­ring anzuerziehen.

Wer also eben­falls »kein Werk­zeug braucht, das zu allem zustimmt und immer Ja sagt, son­dern eins, das auch wider­spricht, wenn es tat­säch­li­che Grün­de zum Wider­spruch gibt – wohl­wol­lend, kon­struk­tiv, aber nicht gefäl­lig«, wird hier fün­dig: Vla­di­mir hat die Prompts auf Git­Hub zur frei­en Nut­zung bereitgestellt.

Kunstform CSS

Dave She­as ers­te Sei­te für zengarden.com
Manch­mal wünscht man sich ja ein Zurück, abseits vom Design­ein­heits­brei der meis­ten Web­sei­ten. Tat­säch­lich ach­te ich beim Sur­fen als Ers­tes auf das Design. Damit mei­ne ich noch nicht ein­mal ein anspruchs­vol­les Design, aber: Je weni­ger der Betrei­ber davon ver­steht, des­to schlich­ter und funk­tio­na­ler soll­te das Design einer Web­sei­te sein. In den frü­hen Jah­ren bas­tel­ten die meis­ten an ihren HTML-Web­sei­ten; vie­le ver­schlimm­bes­ser­ten dabei ihr Design ins Unkennt­li­che. Die dama­li­ge end­gül­ti­ge Müll­sei­te«, legt sei­ner­zeit Zeug­nis vom ver­zwei­fel­ten Ver­such eini­ger selbst­er­nann­ten Web­de­si­gner ab, ihre rudi­men­tä­ren HTML-Kennt­nis­se im Netz zu prä­sen­tie­ren. Auf der ande­ren Sei­te gab es die tat­säch­li­chen Künst­ler. Der Web­de­si­gner David Shea rief vor zwan­zig Jah­ren auf der Sei­te zen­gar­den dazu auf, eine krea­ti­ve Sei­te aus HTML und CSS-Bei­spiel­da­tei­en zu ent­wi­ckeln. Shea ging es vor allem dar­um zu zei­gen, was mit CSS mög­lich ist. Der CSS Zen Gar­den ist inzwi­schen einer der geschichts­träch­tigs­ten Orte des Web­de­signs. Er wur­de 2003 von Shea ins Leben geru­fen, um ein damals revo­lu­tio­nä­res Kon­zept zu demons­trie­ren: Die strik­te Tren­nung von Struk­tur (HTML) und Design (CSS).


Das Fas­zi­nie­ren­de am Zen Gar­den ist die Ein­schrän­kung: Jedes ein­zel­ne Design, das du auf der Sei­te aus­wäh­len kannst, nutzt exakt den­sel­ben HTML-Code. Die Teil­neh­mer dür­fen kei­ne ein­zi­ge Zei­le am HTML ändern, kein »div« hin­zu­fü­gen und kei­ne Klas­se umbe­nen­nen. Die gesam­te visu­el­le Trans­for­ma­ti­on – von mini­ma­lis­tisch über futu­ris­tisch bis hin zu klas­sisch – geschieht aus­schließ­lich über eine ein­zi­ge exter­ne CSS-Datei.

Bevor der Zen Gar­den popu­lär wur­de, war das Web voll von „Tabel­len-Lay­outs“ und unsicht­ba­ren Platz­hal­ter-GIFs. Design und Inhalt waren untrenn­bar im Code ver­mischt. Der Zen Gar­den dien­te als „Weg der Erleuch­tung“ (wie es im Text heißt), um Desi­gnern zu zeigen:

Wie­der­ver­wend­bar­keit: Man kann das Aus­se­hen einer kom­plet­ten Web­site ändern, ohne den Inhalt anzufassen.

Bar­rie­re­frei­heit: Da das HTML sau­ber struk­tu­riert bleibt, kön­nen Screen­rea­der den Text pro­blem­los lesen, egal wie wild das CSS dar­über liegt.

Effi­zi­enz: Ein zen­tra­les Style­sheet steu­ert das gesam­te Branding.

Mitt­ler­wei­le ist die Sei­te fast schon eine Art Muse­um. Wäh­rend moder­ne Tech­ni­ken wie Flex­box und CSS Grid heu­te Stan­dard sind, stam­men vie­le der berühm­ten Designs aus einer Zeit, in der man sich noch mit den Feh­lern des Inter­net Explo­rers her­um­schla­gen musste. 🤢

Das Pro­jekt zeigt ein­drucks­voll, dass tech­ni­scher Fort­schritt nicht nur aus neu­en Funk­tio­nen besteht, son­dern vor allem dar­aus, Schön­heit aus Struk­tur zu schaffen.

Ich ver­lie­re mich manch­mal in den wun­der­vol­len, anspruchs­voll gestal­te­ten Sei­ten der CSS-Künst­ler und Künst­le­rin­nen. Das dort wirk­lich nur die Crè­me de la crè­me antre­ten soll, wird schnell bei den Teil­nah­me­be­din­gun­gen klar. Expli­zit wird zur Teil­nah­me hin­ge­wie­sen: Bit­te nur Grafikkünstler.

Bundesweiter Polizeieinsatz aufgrund Sicherheitslücke in Software

Der Pfört­ner klang auf­ge­regt. Die Poli­zei sei hier und behaup­tet, eine wich­ti­ge Mel­dung an unse­ren IT-Bereich zu haben. Es gin­ge um eine Sicher­heits­lü­cke in Wind­chill. Nun nut­zen wir die­se Soft­ware tat­säch­lich, aber das die Poli­zei aus­rückt, um auf eine Sicher­heits­lü­cke auf­merk­sam zu machen, ist doch unge­wöhn­lich. Noch dazu zu nacht­schla­fen­der Zeit.

Nach Berich­ten des Maga­zins hei­se online galt die­se Lücke als beson­ders gefähr­lich, da Angrei­fer dar­über mög­li­cher­wei­se Schad­code in Sys­te­me ein­schleu­sen könnten. 

Um Unter­neh­men schnell zu war­nen, such­te die Poli­zei teil­wei­se per­sön­lich IT-Ver­ant­wort­li­che auf und über­gab ent­spre­chen­de Hin­wei­se, damit sofort Schutz­maß­nah­men ergrif­fen wer­den konn­ten. Am Mon­tag wur­de bekannt, dass in der kon­zer­tier­ten Akti­on offen­bar teil­wei­se sogar Fir­men kon­tak­tiert wur­den, die die betrof­fe­ne Soft­ware gar nicht nutzen. 

Zudem gab es kei­ne kon­kre­ten Hin­wei­se dar­auf, dass die Sicher­heits­lü­cke bereits aktiv aus­ge­nutzt wur­de. Die Hin­ter­grün­de die­ser Akti­on sind nicht bekannt. Anfra­gen beim LKA blie­ben weit­ge­hend nebulös.

Hei­ses Anfra­ge an das BKA, BSI und dem Her­stel­ler zu die­ser unge­wöhn­li­chen und per­so­nal­in­ten­si­ven Akti­on mit­ten in der Nacht, wur­den vom BSI mit der »beson­de­ren Cha­rak­te­ris­ti­ka der Schwach­stel­le« beantwortet. 

Lizenzfreie Bilder

Wer Illus­tra­tio­nen für sei­nen Blog oder Web­seei­te sucht und nicht immer auf KI-Bil­der zurück­grei­fen möch­te, dem kann ich die Sei­te artvee.com empfehlen. 

Hier gibt’s jede Men­ge Bil­der, die zur Nut­zung frei gege­ben sind, da der Künst­ler oder die Künst­le­rin bereits 70 Jah­re tot ist und somit das Copy­right erlo­schen ist. Das Gemäl­de „Por­trait de Madame Lou­is Rose­nau“ wur­de um 1913 von dem bekann­ten fran­zö­sisch-spa­ni­schen Maler Anto­nio de La Gán­dara geschaf­fen und soll die Ehe­frau des deut­schen Kauf­manns Lou­is Rose­nau zeigen.

Killer Web Sites

In den mei­nen Anfän­gen des Inter­nets war mein gro­ßes Vor­bild David Sie­gel. Der Web­de­si­gner und Typo­graf setz­te 1996 mit dem Buch »Crea­ting Kil­ler Web Sites« die Stan­dards für das dama­li­ge Design im Netz. Sie­gel war der Ansicht, Web­sei­ten müss­ten über­ra­schen, typo­gra­fisch sau­ber gestal­tet und vor allem schnell sein. Kei­ne Web­site über 70kB, war der Grund­satz damals.

Die Mas­se der User war mit einem 56kB Modem unter­wegs, eini­ge weni­ge mit einer ISDN-Lei­tung. Sie­gel erreich­te gute Lade­zei­ten bei sei­nen Sei­ten, indem er, neben dem Design, alles opti­mier­te, was nur irgend­wie das Laden der Sei­te ver­lang­samt hät­te. Heu­te sind Web­sei­ten ungleich grö­ßer und die Daten­grö­ße ist nicht mehr allei­ni­ges Hauptmerkmal. 

Durch DSL und Glas­fa­ser­lei­tun­gen sind selbst anspruchs­vol­le Sei­ten schnell gela­den. Trotz­dem gilt: Sei­ten, die mehr als 3 Sekun­den laden, wer­den in der vom User weg­ge­klickt. So soll­ten Sei­ten auch noch heu­te, in weni­ger als zwei Sekun­den gela­den sein. 

Das ist heu­te kein Hexen­werk mehr, durch die ver­schie­de­nen Tech­ni­ken laden ins­be­son­de­re Word­Press Sei­ten inner­halb die­ser Zeit und schnel­ler. Neben­bei ist eine kur­ze Lade­zeit auch Ran­king­fak­tor bei Google. 

Als ich heu­te mor­gen durch den Web­ring-Feed durch uber­blogr geklickt habe, ist mir eine Sei­te auf­ge­fal­len, die extrem lan­ge brauch­te, um zu laden. Es gibt sicher tau­send Din­ge wor­an das lie­gen könn­te, eine Lade­zeit von 5 Sekun­den (gemes­sen über https://tools.pingdom.com) ist ent­schie­den zu lang. 

Gera­de Blogs soll­ten ihr Haupt­au­gen­merk auf die Lade­zei­ten richten. 

Heu­te sind schnel­le Lade­zei­ten bei­spiels­wei­se mit Gene­ra­te­Press oder dem Ein­satz ver­schie­de­ner Caching-Metho­den kein Pro­blem mehr. Umso schlim­mer, wenn dann ein Blog­be­trei­ber sei­nen Besu­chern eine lan­ge Lade­zeit zumutet.