Virtueller Partner

KI-Bild
Laut einer Umfra­ge des Nach­rich­ten­por­tals rnd.de kann sich jeder drit­te Befrag­te eine Bezie­hung mit einem KI gene­rier­ten Ava­tar vor­stel­len. Tat­säch­lich zeich­net auch der SPIEGEL in sei­ner Print­aus­ga­be ein ver­stö­ren­des Bild in ver­schie­de­nen Inter­views von Men­schen, die eine emo­tio­na­le Bezie­hung mit einer vir­tu­el­len Maschi­ne haben. Dabei geht es nicht um eine fehl­ge­lei­te­te Stö­rung eines Fetischs, son­dern tat­säch­lich um ech­te oder ver­meint­lich ech­te Gefüh­le eines selbst ent­wor­fe­nen vir­tu­el­len Gegen­übers – nur eben auf dem Smartphone. 

Dabei han­delt es sich offen­kun­dig nicht nur um eine Spie­le­rei ähn­lich des Tama­got­chis in den neun­zi­ger Jah­ren. Men­schen ver­trau­en ihrem auf einem Sprach­mo­dell basie­ren­den Ava­tar ihre Pro­ble­me, Sor­gen und Nöte mit. Eini­ge ver­lie­ben sich gar in den vir­tu­el­len Traum­part­ner und tei­len sexu­el­le Obses­sio­nen. Was ist da los mit den Men­schen? Was könn­te ein Aus­lö­ser für die ver­such­te Nähe zu einer Maschi­ne sein? 

Zuge­ge­ben, KI Sprach­bots wer­den immer bes­ser und Nut­zer von KI Assis­ten­ten nei­gen beim Umgang mit der KI zu Flos­keln wie Bit­te oder Dan­ke. Wis­send, dass eine KI eben nur ein Pro­gramm ist und Emo­tio­na­les Ver­ständ­nis und Empa­thie nicht repli­zie­ren kann, da ihr das Bewusst­sein für Emo­tio­nen fehlt, ist es umso erstaun­li­cher, dass sie als The­ra­peu­tin oder bes­te Freun­din ein­ge­setzt wird. Trotz die­ser Dif­fe­ren­zen und Unge­reimt­hei­ten scheint das Phä­no­men nicht nur auf undif­fe­ren­zier­te Cha­rak­te­re zuzutreffen. 

Der SPIEGEL inter­view­te dazu ver­schie­de­ne Per­so­nen, die sich gar in einen Ava­tar ver­liebt haben, oder das zumin­dest glau­ben. Dabei ist ein pro­mo­vier­ter Wis­sen­schaft­ler, der für eine For­schungs­ge­sell­schaft arbei­tet. Auf der Seite
kindroid.ai hat der Wis­sen­schaft­ler sich sei­ne Traum­frau gebas­telt. Wenn er sich auf der Sei­te ein­loggt, begrüßt er den Ava­tar mit den Wor­ten: Hi mein Lieb­ling, wie geht es Dir?“

Chat­bots sind offen­sicht­lich ziem­lich gut dar­in, eine schein­ba­re Per­sön­lich­keit auf­zu­bau­en und Gefüh­le zu simu­lie­ren. Dabei wen­det die Soft­ware einen simp­len Trick an: Sie spie­gelt das Ver­hal­ten des Users. Die KI lernt durch den emo­tio­na­len Umgang, was ihr Erschaf­fer hören will und gibt das ent­spre­chend wie­der. Sind Men­schen, die sich ihren Part­ner auf dem Desk­top oder Smart­phone hal­ten, ein­fach nur Spin­ner? So ein­fach ist es wohl nicht, denn auch emo­tio­na­le Aus­nah­me­si­tua­tio­nen oder schwer­wie­gen­de Ver­trau­ens­brü­che kön­ne dazu füh­ren, dass Men­schen sich eher einem künst­li­chen Objekt anvertrauen. 

Sicher haben die­se Bezie­hun­gen viel­leicht auch ihre Berech­ti­gun­gen und wer­den auf kurz oder lang viel­leicht sogar gesell­schaft­lich akzeptiert. 

Solan­ge Men­schen noch unter­schei­den kön­ne zwi­schen einer vir­tu­el­len und einer rea­len Per­son, mag das viel­leicht noch mit Bereich moder­nes Spiel­zeug abge­tan sein; pro­ble­ma­tisch könn­te es wer­den, wenn sich die Mensch­heit erst an kri­tik­lo­se Ava­tare als eine Gesell­schaft, einen Freund, gar einen Part­ner gewöh­nen. Dann näm­lich besteht die Gefahr der Ent­frem­dung von der Rea­li­tät mit all den nega­ti­ven Konsequenzen. 

Quatsch im Netz

E nde der neun­zi­ger Jah­re war das Netz so etwas wie eine gro­ße Spiel­wie­se. Bast­ler, selbst ernann­te Desi­gner oder auch ein­fach Ver­rück­te tum­mel­ten sich hier und zeig­ten, was sie konn­ten oder nicht konn­ten. Natür­lich gab es auch damals bereits die erns­ten Sei­ten, aber eben dane­ben gab es das, was eini­ge aus ihrer Krea­ti­vi­tät her­vor­brach­ten. Heu­te ist das eher im Bereich Video­kunst ange­sie­delt und bringt da so herr­li­che Din­ge wie die Sei­te des Video­künst­lers Cur­ly­kid­life her­vor, dem wir so Vide­os wie Bird with arms zu ver­dan­ken haben. 

Die Sei­te theuselessweb.com ist, wie der Name schon sagt, vor allem eines, näm­lich nutz­los und gera­de des­halb inter­es­sant. Toll­küh­ne Sei­ten im Netz sind lei­der sel­ten gewor­den, umso mehr freut es mich, dass es immer noch vie­le Leu­te gibt, die ein­fach Spaß an Unsinn haben. Ent­täu­schen­der­wei­se wer­den vie­le davon nicht mehr gepflegt. Die berühmt-berüch­tig­te Sei­te von Rein­hard Pfaf­fen­berg gehört dazu. 

Auch die etwas ver­stö­ren­de Sei­te mgb-home.de ist noch im Netz. Der Web­sei­ten­be­trei­ber phan­ta­siert sich hier eine Rei­se mit einer jun­gen Ukrai­ne­rin zusam­men, die er neben gna­den­los schlecht gemach­ter Foto­mon­ta­gen auch text­lich dokumentiert. 

Schließ­lich ist da noch die Sati­re­sei­te titel-kaufen.de , die angeb­lich zu Ruhm und Ehre mit­tels käuf­li­chen Erwerbs bei­spiels­wei­se eines Adels — oder Dok­tor Titels ver­hilft. Die ver­öf­fent­lich­ten Anfra­gen sind den Besuch wert.

Für den Umgang mit rudi­men­tä­ren HTML-Kennt­nis­sen in Ver­bin­dung mit unstill­ba­rem Gel­tungs­drang konn­te man damals sogar einen Award erhal­ten, die von der “end­gül­ti­gen Müll­sei­te” ver­lie­hen wur­de. Aber auch die ist nicht mehr im Netz, denn design­tech­nisch sind auf­grund des Word­Press Ein­heits­breis bedau­er­li­cher­wei­se nicht mehr so vie­le Extra­va­gan­zen zu fin­den. Scha­de eigentlich. 

30 Jahre Internet für alle

Am 30. April vor 30 Jah­ren gibt der bri­ti­sche Wis­sen­schaft­ler Tim Ber­ners-Lee die Tech­no­lo­gie für das World Wide Web kos­ten­los für alle frei. Ich sel­ber war rela­tiv spät dran mit dem Internet.

Erst im Jah­re 1999 wag­te ich die Ein­wahl ins www, damals mit einer der zahl­rei­chen CD’s, die mit der Auf­for­de­rung sich ins Netz ein­zu­wäh­len bei vie­len Com­pu­ter­zeit­schrif­ten als Bei­ga­be in Plas­tik ein­ge­schweißt dabei lagen.

Wei­ter­le­sen

Blog ohne Datenbank

Zwei­fels­oh­ne ist Word­Press wohl die Soft­ware schlecht­hin, wenn es ums das Pro­du­zie­ren und Ver­öf­fent­li­chen von Inhal­ten im Inter­net geht. WP ist mit der Zeit aller­dings auch mäch­tig gewach­sen. Vom ein­fa­chen Blog­sys­tem zu einem aus­ge­wach­se­nen CMS wird die Soft­ware heu­te eben­falls für Shops und gro­ße Pro­jek­te ein­ge­setzt. Kurz­um – WP hat Speck ange­setzt, die Anfor­de­run­gen sind mit­ge­wach­sen. Unwei­ger­lich kommt die Fra­ge auf, inwie­weit das eigent­lich sein muss. Tut es nicht auch ein klei­nes, schlan­kes CMS? Vor allem: Was gibt es heu­te für Software?

Wei­ter­le­sen

Führers Hund

Einer der größ­ten Medi­en­skan­da­le in den letz­ten Jah­ren war die Ver­öf­fent­li­chung der gefälsch­ten Hit­ler-Tage­bü­cher im STERN im Jah­re 1983.

Wei­ter­le­sen

Chat mit KI

ChatGBT ist in durch die Medi­en bekannt gewor­de­ner Chat, kein nor­ma­ler, son­dern eine künst­li­che Intel­li­genz. Eine Maschi­ne also, die mensch­li­ches Den­ken und Ler­nen in gewis­ser Wei­se imi­tiert. Das Pro­gramm ist lern­fä­hig und kann im Gegen­satz zu der ein­fa­chen — wenn — dann Abfra­ge — in gewis­sem Rah­men selbst­stän­dig Hand­lun­gen voll­zie­hen und lernt bei­spiels­wei­se von der Inter­ak­ti­on mit Menschen.

Auf der Sei­te chat.openai.com kann das jeder ein­mal nach einer kur­zen Regis­trie­rung sel­ber tes­ten. Ich habe das aus­pro­biert und bin ziem­lich erstaunt dar­über, die weit wir mit KI sind.

Hier ist mein Chatprotokoll:

Bist Du eine künst­li­che Intelligenz?

Ja, ich bin eine künstliche Intelligenz. Genauer gesagt bin ich ein sogenannter "Language Model", entwickelt von OpenAI, das mithilfe maschinellem Lernens große Mengen an Texten analysiert hat, um Antworten auf Fragen und Aufgabenstellungen zu generieren. Ich bin keine reale Person, sondern ein Computerprogramm, das darauf ausgelegt ist, menschenähnliche Konversationen zu führen und Informationen bereitzustellen.

Hast Du einen Namen?

Ich wurde von OpenAI als "ChatGPT" bezeichnet. Es ist eine Abkürzung für "Chat Generative Pretrained Transformer". Es beschreibt meine Funktionalität als KI-Modell, das auf einer generativen Vor-Trainierten Transformer-Architektur basiert und in der Lage ist, Konversationen mit Benutzern zu führen.

Bist Du der ers­te Dei­ner Art?

Nein, ich bin nicht der erste meiner Art. Es gibt viele andere KI-Modelle, die für verschiedene Anwendungen entwickelt wurden, einschließlich Chatbots. OpenAI hat eine Reihe von Language-Modellen entwickelt, von denen ich eines bin, das für die Konversations-KI entwickelt wurde. Vor meiner Einführung gab es bereits andere Chatbots und KI-Systeme, die für ähnliche Anwendungen verwendet wurden, und es werden ständig weitere Modelle entwickelt.

Magst Du Dei­nen Programmierer?

Ich bin ein KI-Modell und habe keine Gefühle. Ich bin darauf programmiert, Fragen zu beantworten und Aufgaben auszuführen, aber ich kann keine Emotionen empfinden.

Wenn Du einen IQ hät­test, wie hoch wäre der?

Als KI-Modell habe ich keinen echten IQ. Der Begriff "Intelligenz-Quotient" bezieht sich normalerweise auf den menschlichen Verstand und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, Entscheidungen zu treffen und neue Informationen zu verstehen. AI-Modelle wie ich werden jedoch nicht auf dieselbe Weise bewertet und haben eine andere Art von "Intelligenz", die sich auf die Fähigkeit konzentriert, große Datenmengen zu analysieren und auf Anfragen zu reagieren.

Ich sprach im Konjunktiv

Oh, sorry! Wenn ich einen IQ hätte, würde er wahrscheinlich sehr hoch sein, da KI-Modelle wie ich in der Lage sind, große Datenmengen schnell zu analysieren und komplexe Aufgaben auszuführen. Es ist jedoch schwer, einen IQ für ein KI-Modell zu bestimmen, da er sich von dem Konzept des menschlichen IQs unterscheidet.

Aufräumen

Mei­ne Sei­te hakt, mel­det der Pro­vi­der. Goog­le Page Speed zeigt nach einem Test einen unter­ir­di­schen Wert und last not least ver­sucht ein fal­sches Update mein The­me zu zer­schie­ßen. Zeit also aus­zu­mis­ten und zu ent­stau­ben. Nach fast genau vier Jah­ren nun ein neu­es Design. Respon­siv und schnell soll­te das The­me sein und dabei noch gut aus­se­hen. Nicht ganz so ein­fach. Inspi­riert hat mich der lang­jäh­ri­ge Blog­ger Horst Schul­te, der mich ehr­lich gesagt stau­nen lässt.

Sei­ne Sei­te ist trotz rela­tiv auf­wän­di­ger Gestal­tung blitz­schnell. Er nutzt als Unter­bau Gene­ra­te­Press, was mich dazu ver­an­lasst, das The­me eben­falls aus­zu­pro­bie­ren. Mei­ne Sei­te lädt zwar lan­ge nicht so schnell wie die des Blog­ger­kol­le­gen, aber immer­hin bin ich bei der wich­ti­gen psy­cho­lo­gi­schen War­te­zeit von unter drei Sekun­den angelangt.

Eine Web­sei­te zu opti­mie­ren und sie in Goog­le best­mög­lich zu plat­zie­ren ist wahn­sin­nig viel Arbeit — des­halb mei­nen größ­ten Respekt an Horst Schul­te. Vie­len Dank und machen Sie bloß weiter!

Darwin Award 2020

Auch die­ses Jahr wie­der fin­det die Preis­ver­lei­hung des Dar­win Award im Inter­net statt.Zur Erin­ne­rung: Der Dar­win Award wird meist post­hum an Men­schen ver­lie­hen, die sich durch gren­zen­lo­se Dumm­heit aus dem Gen­pool ver­ab­schie­det haben. In die­sem Jahr sind nominiert:

Der schieß­wü­ti­ge Haus­be­sit­zer aus dem US-Bun­des­staat Main, der sich mit einer selbst­ge­bas­tel­ten Selbst­schuss­an­la­ge an sei­ner Haus­tür höchst­ei­gen erschoss.

Eben­falls aus den USA, aus Mon­ta­na, ist der Pilot eines Pri­vat­flug­zeu­ges nomi­niert. Obschon ihm auf­ge­fal­len war, dass eine Lecka­ge am Tank das Cock­pit liter­wei­se mit Sprit flu­te­te, setz­te er den Flug nach einem Zwi­schen­stopp und den drin­gen­den Rat des dor­ti­gen Mecha­ni­kers, dies nicht zu tun, fort. Als er sich kurz nach dem Start anders ent­schied, dreh­te er um. Dabei ver­lor er die Kon­trol­le über das Flug­zeug und ende­te auf­grund des aus­ge­lau­fe­nen Treib­stoffs in einer Riesenexplosion.

Die drit­te Nomi­nie­rung wird an einen Über­le­ben­den ver­lie­hen, jedoch erfüllt der Kan­di­dat vor­aus­sicht­lich das zwei­ten Kri­te­ri­ums, weil aller Vor­aus­sicht nach das Skrot­um eben­falls in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wor­den ist und sich der Kan­di­dat so aus dem Gen­pool zurück­ge­zo­gen hat:

Zwei Freun­de in Öster­reich nut­zen an Sil­ves­ter die Poba­cken des Einen zur Abschuss­ram­pe für eine Feu­er­werks­ra­ke­te. Der Aus­er­wähl­te hat sich nach Poli­zei­an­ga­ben offen­bar so erschro­cken, dass er die Poba­cken fest zusam­men­kniff; in Fol­ge des­sen konn­te die Rake­te nicht star­ten und ist im Bereich des Gesä­ßes explodiert.