Die Wewelsburg war Teil der nationalsozialistischen Wahnidee und sollte als Kaderschmiede und mystisches Zentrum die Ideologie der Nazis aufbauen. SS-Chef Heinrich Himmler wollte eine zentrale ideologische Versammlungs- und Ausbildungsstätte. Teile der so genannten Schutzstaffel (SS) der NSDAP hielten sich zwischen 1933 und 1945 in dem Schloss aus dem 17. Jahrhundert auf. das sich in der Nähe befindliche Konzentrationslager komplettierte den Irrsinn.
In KZ Niederhagen starben weit über tausend Häftlinge durch Zwangsarbeit, Misshandlungen und Krankheiten. Die meisten Opfer waren russische, ukrainische und polnische Zwangsarbeiter.
Die Dauerausstellung »Ideologie und Terror der SS« in der Wewelsburg legt Zeugnis ab: Von Folter und Tod und vom Größenwahn der Nazis, Rassenwahn, Elitephantasien, pseudowissenschaftliche Theorien. Die Schutzstaffel inszeniert sich als Orden der Auserwählten – modern organisiert, mythologisch aufgeladen, brutal exklusiv.
In der Realität war sie ein Machtapparat der Polizei und des Geheimdienstes. Die Ideologie der Nazis wird Verwaltungsvorschrift. Gewalt wird Routine. Aus Parolen wird ein europaweites System des Terrors.
Für Heinrich Himmler sollte die Weweslburg ein spirituelles Zentrum der SS werden – eine Art Kultort für seine rassistische Wahnideen. Während oben Pläne für eine ideologische Zukunft geschmiedet wurden, starben unten Menschen. Häftlinge des Konzentrationslagers Niederhagen mussten die Anlage ausbauen, viele überlebten das nicht. Die Ausstellung der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945 informiert umfassend über die lokalen Tätigkeiten der Schutzstaffel (SS) in Wewelsburg. Viele Gegenstände der Terrorzeit sind noch erhalten, Berichte und akribische Bürokratie über die Ermordeten komplettieren die bedrückende Ausstellung. Nach dem Besuch der Gedenkstätte fehlen die Worte. Schweigeminute unfreiwillig.
Der Terror der SS war kein historischer Unfall. Er war organisiert. Gewollt. Und erschreckend systematisch.







