Urlaub

Ok, jetzt also der Koso­vo. Mrs. L ist ja ziem­lich aben­teu­er­lus­tig und so haben wir in den Jah­ren eigent­lich nie einen „nor­ma­len“ Urlaub gemacht. Die Urlau­be schwank­ten bis­wei­len vom Cam­ping­ur­laub in der Pam­pa mit Esbit­bren­ner und Ravio­li aus der Dose bis hin zu anspruchs­vol­len Sight­see­ing-Tou­ren in nörd­li­che Län­der. Vor zwei Jah­ren das Urlaubs­se­mi­nar: Vom Umgang mit der Sen­se – Hand­ha­bung, Den­geln und Schär­fen. Und nein — es ist kei­ne Motor­sen­se gemeint, nach erfolg­rei­chem Abschluss ließ ich trotz­dem die Bemer­kung fal­len, mei­ne Motor­sen­se wei­ter zu nut­zen – zum Leid­we­sen des Refe­ren­ten und trotz aus­ge­hän­dig­tem Zer­ti­fi­kat ein ech­ter Sen­sen­mann zu sein. 

Jetzt also Rich­tung Bal­kan. 2000 Kilo­me­ter, natür­lich mit dem Auto, sonst wär’s ja kein Aben­teu­er. Und selbst­re­dend, kein Tou­ris­ten­ge­biet. Von einem Bekann­ten gib’s noch den Rat­schlag, durch Ser­bi­en ohne Rast zu fah­ren und die poli­ti­sche Situa­ti­on vor Ort zu beob­ach­ten, denn die Emo­tio­nen zwi­schen Ser­bi­en und dem Koso­vo schau­keln sich immer wie­der mal an einer Klei­nig­keit hoch. Am Ziel­ort und Hei­mat einer befreun­de­ten alba­ni­schen Fami­lie, sei das The­ma Poli­tik mög­lichst kom­plett zu ver­mei­den, da sind bei­de Sei­ten mehr als empfindlich. 

Heu­te mor­gen dann die Mel­dung, außer im Nor­den des Koso­vos sei die Lage ruhig und sta­bil, kein Wun­der es herr­schen bis­wei­len Tem­pe­ra­tu­ren von über 40 Grad. 

Eigent­lich bin ich ja lang­sam alt genug für einen Pauschalurlaub. 

Streamingtipp Evil

Ja gut, wer nicht so ganz auf Hor­ror steht, wird ange­sichts der Trai­ler und Beschrei­bung im Netz erst ein­mal zurück­schre­cken, sich der Serie zu nähern. Man muss sich schon ein biss­chen auf die Hor­ror­kom­po­nen­te ein­las­sen, nichts­des­to­trotz ist Evil eher eine Mys­tery­se­rie mit eini­gen Horrorelementen.

Den Rah­men der Serie gibt das Team um den ange­hen­den Pries­ter Mike Col­ter vor, der zusam­men mit der Psy­cho­lo­gin Kris­ten Bou­chard und dem tech­ni­schen Exper­ten Ben Shakir für die katho­li­sche Kir­che Fäl­le von angeb­li­cher dämo­ni­scher Beses­sen­heit, über­na­tür­li­cher Phä­no­me­ne und schein­ba­rer Wun­der untersucht. 

Gleich am Anfang wird klar, dass David und Kris­ten sel­ber unter Visio­nen lei­den, die sich als Hal­lu­zi­na­ti­on meist in Träu­men zeigen. 

Die Posi­ti­on der Drei zur Klä­rung der Fäl­le könn­ten nicht unter­schied­li­cher sein. Wäh­rend David als streng gläu­bi­ger aber unkon­ven­tio­nel­ler katho­li­scher Pries­ter in Aus­bil­dung oft­mals von einer Dämo­ni­sie­rung des zu unter­su­chen­den Falls aus­geht, sieht Kris­ten als pro­mo­vier­te foren­si­sche Psy­cho­lo­gin die Vor­komm­nis­se eher in psy­chi­schen Erkran­kun­gen. Tech­ni­ker Ben hin­ge­gen ver­mu­tet bei allen Abnor­mi­tä­ten hin­ge­ge­gen erklär­ba­re tech­ni­sche Ursachen. 

Auf­trags­ge­ber der drei Spe­zia­lis­ten ist die katho­li­sche Kir­che, deren Hil­fe die Men­schen suchen, die an eine Dämo­ni­sie­rung glau­ben und einen Exor­zis­mus wün­schen. Da auch die Kir­che weiß, dass eine ver­meint­li­che Beses­sen­heit oft­mals eine psy­chi­sche Stö­run­gen zu Grun­de liegt, wer­den die drei Spe­zia­lis­ten in jeder Fol­ge mit einem neu­en Fall beauf­tragt, der fast immer eine uner­war­te­te Wen­dung nimmt. 

Hin­zu kommt, dass das Team sel­ber mit über­na­tür­li­chen Phä­no­me­nenn und Hal­lu­zi­na­tio­nen kon­fron­tiert wird, die bei Kris­ten so stark aus­ge­prägt sind, dass sie sich in einer Dau­er­the­ra­pie befindet. 

In jeder Fol­ge taucht außer­dem der ehe­ma­li­ge Kol­le­ge Kris­tins, Dr. Leland Town­send auf, ein Psy­cho­path, der offen­sicht­lich eine teuf­li­sche Alli­anz mit der Mut­ter von Kris­tin Bou­chard ein­ge­gan­gen ist. 

Evil läuft auf Para­mount+, Ama­zon Prime Video und Apple TV. 

Wahr & Unwahr

Wahr ist, dass die ehe­ma­li­ge Fami­li­en­mi­nis­te­rin Kris­ti­na Schrö­der vor­ge­schla­gen hat, ein sozia­les Pflicht­jahr für Rent­ner einzuführen

Unwahr ist, dass die Früh­rent­ne­rin bis­her über­haupt in sozia­len Diens­ten auf­fäl­lig gewor­den wäre.

Wahr ist, dass Pri­vat­flug­zeug­be­sit­zer und Kanz­ler­kan­di­dat Fried­rich Merz einen Kampf­jet flie­gen durfte.

Unwahr ist, dass der Mul­ti­mil­lio­när den Spaß selbst bezahlt hätte. 

Wahr ist, dass der Krieg in der Ukrai­ne, wie von eini­gen Mili­tär­ex­per­ten vor­aus­ge­sagt, sich jetzt in der Pha­se des Abnut­zungs­kriegs befindet. 

Unwahr ist, dass die Haupt­pro­fi­teu­re des Krie­ges einem Ver­hand­lungs­frie­den zustim­men würden. 

Helikopter-Eltern

Den Begriff der Heli­ko­pter-Eltern gibt es bereits seit den 1990er Jah­ren. Er bezeich­net über­vor­sich­ti­ge Eltern, die ihre Kin­der rund um die Uhr bewa­chen bzw. über­wa­chen, aus Angst, den Kin­dern könn­te ein Leid zusto­ßen. Die­se Elten sind meist eben­falls über­ängst­lich und sehen über­all Gefah­ren; sie sind meist immer und sofort zur Stel­le und das von den ers­ten Krab­ben­ver­su­chen bis zur spä­te­ren Aus­bil­dung ihrer Kin­der. Die­se Kin­der wer­den spä­ter meist sel­ber über­ängst­li­che und über­vor­sich­ti­ge Men­schen, sie haben kei­ne Erfah­rung gemacht, sind kaum in der Lage selbst­stän­dig Ent­schei­dun­gen zu treffen. 

Oft­mals wer­den die Kin­der über­flu­tet mit Sport­trai­ning, Musik­pro­ben und ande­ren Events, so dass kaum noch Zeit bleibt, Erleb­tes zu ver­ar­bei­ten. Die Fol­gen sind gra­vie­rend. Die Kin­der sol­cher Eltern zei­gen meist kei­ne Eigen­in­itia­ti­ve, haben eine gerin­ge Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz, Pro­ble­me mit ihren Aggres­sio­nen, nei­gen zu gestör­ten Sozi­al­ver­hal­ten und Ent­wick­lungs­stö­run­gen, sind im Erwach­se­nen­al­ter oft­mals patho­lo­gisch abhän­gig von ihren jewei­li­gen Partnern.

Auch hier gilt: Ein­fach mal die Natur beob­ach­ten, Tie­re ver­hal­ten sich in der Regel instink­tiv rich­tig. Ich konn­te das in der letz­ten Woche an einem Amsel­nest beob­ach­ten, dass die Amsel in Decken­hö­he auf einem alten Kamin­rohr gebaut und bereits in die­sem Jahr zwei mal zur Auf­zucht genutzt hat. Um zu sehen, weit der Brut­er­folg ist, begab ich mich zur Beob­ach­tung in die Nähe zum Nest und sah zu mei­ner Ver­wun­de­rung Mut­ter Amsel wild mit den Flü­geln schla­gend am Nest­rand sit­zen. Mit der Ver­mu­tung eines Fress­fein­des, Mar­der oder Iltis die hier nicht so sel­ten sind, lag ich aller­dings falsch. Das Amsel­weib­chen scheuch­te mit dem Flü­gel­schlä­gen ihre Jun­gen aus dem Nest. Das letz­te plumps­te gera­de­wegs auf die Ter­ras­se. Ich hob es mit Hand­schu­hen zurück ins Nest und beob­ach­te­te ein wenig spä­ter die Rück­kehr der Amsel­mut­ter, die dann auch den letz­ten Jung­vo­gel aus dem Nest scheuch­te. Nach dem Raus­schmiss küm­mern sich die Eltern noch vier­zehn Tage um ihre Brut, bevor sie auf sich allei­ne gestellt sind. 

Natür­lich kann man die Vogel­auf­zucht nicht mit der mensch­li­chen Auf­zucht ver­glei­chen, es lehrt jedoch eine, oft­mals sogar gna­den­lo­se, Kon­se­quenz der Spe­zi­es, um des Über­le­ben willens. 

Wenn wir nun unse­re Kin­der von allem fern hal­ten, wer­den sie nie ler­nen, sich durch­zu­set­zen, im schlimms­ten Fall sind sol­che Kin­der als Erwach­se­ne ein­fach nicht überlebensfähig. 

Übri­gens, die bes­te bild­li­che Dar­stel­lung einer Über­vor­sorg­lich­keit von Eltern konn­te ich in einem nahen Vor­gar­ten sehen. Der Vor­gar­ten war kom­plett manns­hoch mit Draht ein­ge­zäunt, innen lagen Spiel­sa­chen und außen war ein Schild ange­bracht: Ach­tung Kinder 🙂

Filmtipp — BlackBerry

Wer in den Nuller­jah­ren des Jah­res 2000 etwas auf sich hielt, der hat­te ein Smart­phone der Mar­ke Black­Ber­ry. Die Han­dys der Mar­ke zeich­ne­ten sich dadurch aus, das sie die ers­ten waren, mit denen E‑Mails in Echt­zeit abge­ru­fen wer­den konnten. 

Außer­dem gal­ten die Mobil­te­le­fo­ne als beson­ders sicher und waren ins­be­son­de­re bei Geschäfts­leu­ten beliebt. Ein Merk­mal der Black­Ber­rys war die phy­si­sche Tas­ta­tur und das eige­ne Betriebs­sys­tem Black­Ber­ry OS. Ein gro­ßer Vor­teil lag in der Anbin­dung an die eige­nen Black­ber­ry Ser­ver, der bei Bedarf alle Daten spe­zi­ell auf­be­rei­te­te, kom­pri­miert und sie dann por­ti­ons­wei­se an das End­ge­rät aus­gab. Das mach­te das Black­Ber­ry Smart­phone trotz lah­mer Lei­tun­gen ziem­lich schnell. Eben­falls waren natür­lich alle ande­ren Funk­tio­nen wie Kalen­der, Adress­buch und Inter­net­an­bin­dung integriert. 

2007 kam dann das ers­te IPho­ne auf den Markt und Ste­ve Jobs nutz­te aus­ge­rech­net das Allein­stel­lungs­merk­mal der Black­ber­ry Han­dys zur Wer­be­kam­pa­gne für das IPho­ne, indem er die Tas­ta­tur als Ana­chro­nis­mus im Gegen­satz zum Touch­screen des IPho­ne darstellte. 

Die Kun­den waren fas­zi­niert, ein grö­ße­res Dis­play, das mit leich­ten Druck auf den Bild­schirm eine Tas­ta­tur her­vor­brach­te, das war neu und cool. Black­ber­ry igno­rier­te die Umstel­lung von der Tas­ta­tur auf Touch­screen lan­ge und glaub­te, dass sich das IPho­ne auch auf­grund des stol­zen Prei­ses von 500 Dol­lar nicht durch­set­zen würde.

Eine fata­le Fehl­ein­schät­zung, die zu mas­si­ven Umsatz­ein­brü­chen und schließ­lich dem Ende von Black­Ber­ry Mobil­te­le­fo­nen führte. 

Der Film zur Geschich­te des Auf­stiegs und kata­stro­pha­len Falls von Black­Ber­ry, das für die Erfin­dung des Smart­phones ver­ant­wort­lich war, habe ich ges­tern auf Para­mount+ gesehen. 

Black­Ber­ry — Klick einer Gene­ra­ti­on über­zeugt mit der Dar­stel­lung des kome­ten­haf­ten und schnel­len Auf­stiegs klei­ner chao­ti­scher „Gara­gen­un­ter­neh­men“ in dem Olymp der Mil­li­ar­dä­re und Pri­vat­jet­be­sit­zer und ist dabei auch noch wit­zig gemacht. 

Ins­be­son­de­re Glenn Howert­on über­zeugt in der Rol­le des cho­le­ri­schen Black­Ber­ry-CEO Jim Bals­il­lie, auch die Rol­le des Grün­ders und im mensch­li­chen Umgang unsi­che­ren Grün­ders Mike Laza­ri­dis durch den kana­di­schen Schau­spie­ler Jay Baru­chel, war eine gute Wahl. Alles in allem ein unter­halt­sa­mer Film, der die Auf­bruchs­stim­mung in den digi­ta­len Start-ups der 2000er Jah­re humor­voll rüberbringt. 

Schafskälte


Die Schafs­käl­te, eine Wit­te­rungs­re­gel­fall, der ver­bun­den mit einer aty­pi­schen Käl­te im Som­mer um den 11. Juni her­um auf­tritt, ist in die­sem Jahr beson­ders pünkt­lich. Bei Tem­pe­ra­tu­ren um 12 Grad und Regen ist es im Sau­er­land ziem­lich unge­müt­lich. Die­se Amsel­kü­ken sind zumin­dest unter unse­rem Bal­kon in der Holz­kis­te vor Regen geschützt.

Das Land ist schwarz-blau

Das Sau­er­land spie­gelt beim Wahl­trend den Bun­des­trend wie­der: Die CDU ist auch hier bei uns der gro­ße Gewin­ner der Euro­pa­wahl. Mit ihrem Spit­zen­kan­di­da­ten Peter Lie­se hol­ten sie 46,6 % der Stim­men. Die SPD ver­liert im Länd­li­chen 2,7 % und kommt somit nur noch auf 14,4 %, was beson­ders bit­ter für eine Par­tei ist, die die Regie­rung stellt. Die FDP ver­liert leicht und die AFD kann ein Plus von 5 % für sich ver­bu­chen. Erschre­ckend sind dabei die Ergeb­nis­se in eini­gen Dör­fern, wo die AFD bis zu 30 % der Stim­men für sich gewin­nen konn­te. Gro­ßer Ver­lie­rer, gera­de hier auf dem Land sind die Grü­nen. Ver­wun­der­lich ist das nicht, hat­ten doch die Land­wir­te vor ein paar Wochen gegen die Grü­nen mobil gemacht. Aber auch das ver­murks­te Hei­zungs­ge­setz und die Kriegs­ver­herr­li­chung fällt den ehe­ma­li­gen Pazi­fis­ten auf die Füße. 

Für das Sau­er­land gilt, was für die Bun­des­re­pu­blik und sogar für Euro­pa gilt: die poli­ti­sche Stoß­rich­tung ist rechts.

Quel­le: Wiki­pe­dia

Mir per­sön­lich ist dabei noch nicht ganz klar, wel­che Anspruchs­hal­tung bei denen aus­schlag­ge­bend ist, die der AFD ihre Stim­me gege­ben haben. Wenn die Begrün­dung der mas­si­ven Wäh­ler­ab­stra­fung der Grü­nen unter ande­rem in einer gefühl­ten oder tat­säch­li­chen Wäh­ler­be­vor­mun­dung liegt, scheint es mit der poli­ti­schen Bil­dung von rund 16% der Bevöl­ke­rung nicht weit her zu sein, schließ­lich begrün­det sich der Rechts­extre­mis­mus auf einer auto­ri­tä­ren Regie­rungs­form, die dem Ein­zel­nen kaum Rech­te zuge­steht – und mehr noch – der Regie­rungs­form der Demo­kra­tie eine Absa­ge erteilt. Blog­ger­kol­le­ge Horst Schul­te sieht die Ursa­che in einer Geschichts­ver­ges­sen­heit der jun­gen Genration. 

Für die meis­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger war die Euro­pa­wahl wohl auch eine Abstra­fungs­wahl, bei einer Bun­des­tags­wahl sehe die Stim­men­ver­tei­lung wohl anders aus. Sieht man sich aller­dings die Gra­fik zur stärks­ten Kraft in der Bun­des­re­pu­blik an, wird schnell klar: CDU und AFD tei­len sich in der Wäh­ler­gunst das Land. Der Osten ist blau und der Rest schwarz.

Militärische Provokation oder legitime Verteidigung?

ie Eska­la­ti­ons­spi­ra­le dreht sich wei­ter. Die Bun­des­re­gie­rung erlaubt den Ein­satz west­li­cher Waf­fen auf rus­si­schem Gebiet. Was das im Ein­zel­nen heißt, dürf­te noch nicht ganz klar sein. Jeden­falls hat die Rüs­tungs­lob­by­is­tin Strack-Zim­mer­mann, Tei­le der grü­nen Par­tei, der CDU und der SPD sich augen­schein­lich durch­set­zen kön­nen. Offen­sicht­lich war wohl auch der euro­päi­sche Druck ins­be­son­de­re aus Frank­reich zu hoch. Die eigent­li­che Gefahr dabei sind die lau­ten Stim­men der­je­ni­gen auf bei­den Sei­ten, die durch ihre Argu­men­ta­ti­on für die mili­tä­ri­sche Lösung des Kon­flikts, die Eska­la­ti­on wei­ter vor­an trei­ben und Deutsch­land zuneh­mend in den Kon­flikt einbeziehen. 

Für Vik­tor Orban, dem unga­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten, steht bereits fest, dass die EU und NATO immer mehr in den bewaff­ne­ten Kon­flikt ein­be­zo­gen wer­den. Euro­pa sei in ein Zwi­schen­sta­di­um der Vor­be­rei­tung zu einem Krieg mit Russland. 

„Es gibt drei Pha­sen: Dis­kus­si­on, Vor­be­rei­tung und Zer­stö­rung. Jetzt sind wir dabei, die Dis­kus­si­on abzu­schlie­ßen und sind in der Vor­be­rei­tungs­pha­se. Wir sind ein paar Zen­ti­me­ter von der Ver­nich­tung ent­fernt“, warn­te Orban im unga­ri­schen Radio.

Ist Orban nur ein Spin­ner, der in Treue fest zu Putin steht, oder hat er doch Recht? 

Die For­mu­lie­run­gen lie­gen im Detail: 

„Ohne die NATO wäre die Ukrai­ne nicht in der Lage, auf rus­si­sches Ter­ri­to­ri­um zu schie­ßen, aber sie kann es, und so machen wir einen wei­te­ren Schritt auf dem Weg, in den Krieg ver­wi­ckelt zu wer­den“, beton­te der Ministerpräsident.

Selbst wenn Deutsch­land sich völ­ker­recht­lich nach Exper­ten­mei­nung damit erst in einer Grau­zo­ne befin­det, heißt das ja noch lan­ge nicht, dass Putin sich damit zufrie­den gibt, dass die Bun­des­re­pu­blik rein juris­tisch noch kei­ne Kriegs­par­tei ist. 

Nach­dem die Hemm­schwel­le der Lie­fe­rung von schwe­rem Kriegs­ge­rät bereits durch­bro­chen wur­de, ist anzu­neh­men, dass die Lie­fe­rung von Tau­rus-Marsch­flug­kör­pern an die Ukrai­ne nur noch eine Fra­ge der Zeit ist. 

Wie wird Putin wohl reagie­ren, wenn ein deut­scher Marsch­flug­kör­per auf dem roten Platz deto­niert? Wird er argu­men­tie­ren, wie die Befür­wor­ter mili­tä­ri­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen, näm­lich mit der Begrün­dung das sei vom Völ­ker­recht abgedeckt? 

Oder wird er bereits den mög­li­chen Ein­satz west­li­cher Waf­fen als Pro­vo­ka­ti­on oder gar Kriegs­er­klä­rung der EU und NATO gegen Russ­land auffassen? 

Alle bis­he­ri­gen Argu­men­te der Befür­wor­ter mili­tä­ri­scher Gewalt fußen auf der Annah­me, die USA als star­ken Part­ner im Bünd­nis­fall an der Sei­te Euro­pas zu haben. Viel­leicht soll­ten wir uns nicht ganz so blind dar­auf ver­las­sen.