Audi hat verkündet, was in Ingolstadt jahrelang hin- und her gewälzt wurde: ein eigenes Werk in den USA. Verkündet wurde es nicht auf einer Pressekonferenz, sondern auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in Georgia.
Das Werk entsteht in Georgia, bei Macon. Audi will rund 4 Milliarden US-Dollar investieren, Trump nannte 4,2 Milliarden Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro). Geplant sind rund 4.500 Arbeitsplätze und eine Kapazität von 200.000 Fahrzeugen im Jahr. Gebaut werden sollen laut Audi-Chef Gernot Döllner die »größten und hochwertigsten« SUVs der Marke. Nach Audis Angaben beginnt der Bau 2027 und die Produktion Anfang der 2030er-Jahre.
Warum jetzt?
Audi fertigt für den US-Markt bisher nichts vor Ort, anders als BMW und Mercedes. Die Zölle haben das teuer gemacht: 2025 kosteten sie Audi rund 1,2 Milliarden Euro. Trump wiederum steht eineinhalb Wochen vor den Midterms am 3. November und kann Bilder von Fabriken und Jobs gut brauchen. Die Interessen passen erstaunlich gut zusammen.
Audi soll in Amerika wachsen und in Deutschland Kosten senken, beides gleichzeitig. Ingolstadt steht unter Druck, und in Neckarsulm bangen die Beschäftigten um die Zukunft ihres Werks. Wo Audi am Ende spart, ist offen.
Neu ist die Idee nicht. Im Juni 2025 hieß es, ein komplett eigenes US-Werk sei Favorit, im August ein „Zwillingswerk“ zur VW-Fabrik in Chattanooga. Im Dezember 2025 berichtete das Manager Magazin, Döllner habe das eigene Werk aus Kostengründen vorerst aus dem Programm genommen.
Jetzt allerdings scheint die Idee wieder Fahrt aufzunehmen, gleichzeitig kann Trump verkünden, seine Idee von deutschen Investoren in den USA trage nun doch endlich Früchte.


