Kuriose Gedenktage

Erstaun­li­cher­wei­se gibt es offen­sicht­lich, neben den bekann­ten Fei­er­ta­gen, in der Bun­des­re­pu­blik, bzw. welt­weit, Gedenk­ta­ge für alles Mög­li­che und Neben­säch­li­che. Ges­tern war der Tag der Logik, der an die gro­ßen Den­ker der Geschich­te erin­nern soll. Das ist in so weit nach­voll­zieh­bar, als das es mit der Logik in eini­gen Tei­len der Gesell­schaft nicht so weit her ist und man zumin­dest dar­an erin­nert, dass Deutsch­land im 19. Jahr­hun­dert ein­mal das Land der Dich­ter und Den­ker war.

Im 21. Jahr­hun­dert, wo sich die sozia­len Nor­men dem fak­ti­schen Ver­hal­ten und der geleb­ten Pra­xis in der Gesell­schaft anglei­chen, dürf­te der Tag der Jog­ging­ho­se am nächs­ten Mitt­woch, den 21. Janu­ar, wohl eher auf Zustim­mung treffen.

Zeit­gleich an dem Tag ist der Welt­knud­del­tag, der zumin­dest in den USA zele­briert wird. Der Tag soll dar­an erin­nern, Gefüh­le in der Öffent­lich­keit bes­ser zum Aus­druck bringen. 

Übri­gens: Auch wenn der Welt­knud­del­tag als Akti­ons­tag defi­niert ist, warnt Wiki­pe­dia aus­drück­lich davor, dass der Tag nicht zum Ziel hat, wild­frem­de Men­schen in der Öffent­lich­keit zu umarmen. 

Schon gar nicht in Jogginghose. 

Die Posse um Grönland

Man kann ja sagen was man will, aber die Reak­ti­on Euro­pas auf Trumps impe­ria­le Macht­ge­lüs­te ist ein cle­ve­rer Schachzug. 

Offen­sicht­lich hat Prä­si­dent Donald Trump sei­ne Plä­ne, Grön­land „zu erwer­ben“, wie­der auf­ge­nom­men und lässt mili­tä­ri­sche Optio­nen prü­fen, um die Insel not­falls auch gegen den Wil­len Däne­marks und Grön­lands unter US‑Kontrolle zu bringen.

Er begrün­det dies mit der Gefahr, Russ­land oder Chi­na könn­ten sonst Grön­land „über­neh­men“, und kün­digt an, die USA wür­den „so oder so etwas in Grön­land tun, ob sie es mögen oder nicht“.

Aus­sa­gen die­ser Art haben in Däne­mark und Grön­land mas­si­ve Empö­rung aus­ge­löst; Poli­ti­ker war­nen, eine ame­ri­ka­ni­sche Über­nah­me wäre das fak­ti­sche Ende der bis­he­ri­gen NATO‑Ordnung im Nordatlantik.

Auf der ande­ren Sei­te ist Euro­pa und vor allem Deutsch­land abhän­gig von den USA; eine zu hef­ti­ge Kri­tik am Vor­ge­hen Trumps könn­te zudem die Lage in der Ukrai­ne ver­schlech­tern, wenn die USA sich ent­schlie­ßen, wei­te­re Waf­fen­lie­fe­run­gen einzustellen. 

Die NATO dis­ku­tiert nun eine stär­ke­re Bünd­nis­prä­senz in der Ark­tis, um Trump die Argu­men­te zu neh­men, dass die Sicher­heit in der stra­te­gisch wich­ti­gen Regi­on nicht aus­rei­chend gewähr­leis­tet wer­den kann.

„Wir tei­len die ame­ri­ka­ni­schen Besorg­nis­se, dass die­ser Teil Däne­marks bes­ser geschützt wer­den muss“, sag­te Merz bei sei­nem Indi­en-Besuch. „Wir wol­len ein­fach die Sicher­heits­la­ge für Grön­land gemein­sam ver­bes­sern. Und ich gehe davon aus, dass die Ame­ri­ka­ner sich dar­an auch betei­li­gen.“
Quel­le: derpatriot.de

Ob sich Trump davon beein­dru­cken lässt, bleibt aller­dings abzuwarten. 

Update 14.01.2025: Das Online­ma­ga­zin Tychys Ein­blick hat offen­bar nichts verstanden

Die neue Ordnung

Umfra­gen aus dem Jahr 2025 sehen für die kom­men­de Land­tags­wah­len in Sach­sen-Anhalt am 6. Sep­tem­ber nicht nur eine Mehr­heit der Wäh­ler­stim­men für die AFD, son­dern auch eine Mar­gi­na­li­sie­rung der SPD. Was bedeu­tet das und vor allem: Was pas­siert da gerade?

Noch vor ein paar Jah­ren war die Wahr­neh­mung, dass vie­le Men­schen, die viel­leicht mit der AFD sym­pa­thi­sier­ten, dass doch eher ver­steckt taten. Das ist vor­bei und inter­es­san­ter Wei­se beken­nen sich inzwi­schen immer mehr Men­schen dazu, die AFD wäh­len zu wol­len, nach­dem der Ver­fas­sungs­schutz die gesam­te Par­tei Anfang 2025 als gesi­chert rechts­extrem ein­ge­stuft hat.

Oder gera­de des­halb? Geht man heu­te in die poli­ti­sche Dis­kus­si­on über die Demo­kra­tie, sind immer wie­der Zwei­fel zu hören, ob nicht „der star­ke Mann“ die, immer­hin von einem Vier­tel der Bevöl­ke­rung gewünsch­te kon­ser­va­ti­ve und mit der Ideo­lo­gie einer am rech­ten Rand ste­hen­den Aus­rich­tung, rich­ti­ge Regie­rungs­form wäre. „Der oder die“, wer immer das ist, machen wenigs­tens was, so die vor­herr­schen­de Mei­nung der tat­säch­lich oder ver­meint­lich Abgehängten. 

Die­se Sicht­wei­se ist zwar ver­stö­rend, aber nach­voll­zieh­bar. Wenn das „Auf­stiegs­ver­spre­chen“ nicht mehr funk­tio­niert, wen­den sich die Men­schen den Par­tei­en zu, die in radi­ka­ler Art und Wei­se, die­ses Ver­spre­chen geben.

Dabei sind Trump und alle Auto­kra­ten die­ser Welt nicht etwa abschre­cken­des Bei­spiel: Im Gegen­teil, das Vor­ge­hen Trumps bei­spiels­wei­se wird für vie­le Aus­druck einer star­ken Regierung.
Wenn nun das bei den Land­tags­wah­len im Sep­tem­ber pas­siert, was wahr­schein­lich ist und „die SPD durch radi­ka­le Kräf­te ersetzt wird, zah­len wir alle einen hohen Preis“, schreibt Ste­fan Pfeif­fer in sei­nem Blog

Blog­ger­kol­le­ge Horst Schul­te merkt an, dass „der sozia­le Frie­den kein Selbst­läu­fer ist“ und wir den Mut haben soll­ten, dem Sturm der Pola­ri­sie­rer ent­ge­gen zu treten. 

Wenn der Osten der Repu­blik erst in den Hän­den rechts­extre­mis­ti­scher Par­tei­en ist, fürch­te ich, dass es nicht weit sein wird, bis Dis­to­pien Wirk­lich­keit wer­den könn­ten.

Macht euch die Erde untertan

Der Impe­ria­lis­mus ist das höchs­te Sta­di­um des Kapi­ta­lis­mus, schrieb Lenin 1916 in Zürich. Wie recht er hat­te, zei­gen uns die aktu­el­len Gescheh­nis­se, ins­be­son­de­re in den USA. Natür­lich haben die USA immer Krie­ge geführt. Das geschah unter den jewei­li­gen Prä­si­den­ten aber eher sub­til und vor allem mög­lichst unter dem Radar. Herr­schen­de ande­rer Län­der ent­füh­ren, Abset­zun­gen, Liqui­da­ti­on, offi­zi­ell Ter­ror­be­kämp­fung, all das gehört zu den Auf­ga­ben der Navy-Seals; eine Spe­zi­al­ein­heit die oft­mals die „dir­ty Jobs“ der jewei­li­gen Regie­rung erledigt.

Das was jetzt unter Prä­si­dent Trump pas­siert, ist aller­dings neu. Offen und ohne Umschwei­fe, sogar ohne gro­ße Legen­den die eige­ne Macht­be­fug­nis auf ande­re Län­der aus­deh­nen, sich deren Boden­schät­ze zu bedie­nen; das hat noch mal eine ganz ande­re Qua­li­tät. Als Putin 2022 in die Ukrai­ne ein­mar­schiert ist, war er Auf­schrei (zu Recht) groß. Frau Baer­bock, die ehe­ma­li­ge Außen­mi­nis­te­rin, fasel­te gar von einem Krieg gegen Russland. 

Donald Trump als Prä­si­dent der USA ver­leibt sich nicht nur Vene­zue­la ein, son­dern droht ganz offen und neben­bei auch noch Grön­land, Mexi­ko, Kuba und Kolum­bi­en mit einer Land­nah­me durch die USA. Und was macht Euro­pa und Deutsch­land? Im Sin­ne des US-Prä­si­den­ten sekun­diert Bun­des­kanz­ler Merz und wirft Madu­ro unse­li­ge Alli­an­zen und Dro­gen­han­del, er habe „sein Land ins Ver­der­ben geführt“. Applaus also für Trump und alle impe­ria­len Macht­ha­ber die­ser Welt. Russ­land und Chi­na könn­ten das Vor­ge­hen und die Reak­tio­nen Euro­pas und ins­be­son­de­re Deutsch­lands als Blau­pau­se und Legi­ti­ma­ti­on für ihr Tun sehen. Der Stär­ke­re hat des Recht sich den Schwä­che­ren unter­tan zu machen. 

Euro­pa muss sich ganz schnell über­le­gen, wie es jetzt und in Zukunft auf den Macht­hun­ger der Dik­ta­to­ren die­ser Welt reagie­ren will. 

Kla­re Wor­te sind jetzt gefragt, wer das Völ­ker­recht bricht, kann von Euro­pa nichts mehr erwar­ten. Nur die­se Spra­che ver­ste­hen Autokraten. 

Wenn Euro­pa und Deutsch­land jetzt nicht zusam­men­ste­hen, ist die Vor­stel­lung einer Kolo­nia­li­sie­rung Euro­pas oder Deutsch­lands durch die USA, Russ­land oder Chi­na so abwe­gig nicht. 

Winterzeit

Im Gegen­satz zur etwas ver­fro­re­nen Queen All, sind wir hier im Sau­er­land ja ziem­lich robust, was das Wet­ter angeht. Tem­pe­ra­tu­ren um die ‑8° bis ‑10° sind im Win­ter nichts beson­de­res. Beson­ders das Licht in Zusam­men­spiel mit der ver­schnei­ten Land­schaft hat dann noch mal einen ganz beson­de­ren Reiz. Die Zeit scheint im Win­ter auch ein wenig lang­sa­mer zu lau­fen. Drau­ßen deckt der Win­ter außer­dem zu erle­di­gen­de Arbei­ten auf ange­neh­me Wei­se zu. 

Das gibt Gele­gen­heit es sich drin­nen gemüt­lich zu machen, zu lesen oder zu bas­teln. Ich z.B. habe den Ehr­geiz mei­nen Micro­blog ohne Plug­ins auf die schnellst­mög­li­che Reak­ti­ons­zeit zu trim­men. (frei­lich ohne Daten­bank­an­bin­dung und ohne Goog­le-Fonts, aber mit einem Lay­out). Bis­her lie­ge ich unter 250ms, viel­leicht geht da ja noch was. 🙂

ChatGPT lässt zeichnen

Es gab mal eine Zeit­lang einen regel­rech­ten Hype, Bil­der nach dem Dave Hill Look zu gestal­ten, oder nach dem Out-of-bounds Effekt. Das gelang mit­tels Pho­to­shop mehr oder weni­ger gut. KI macht es um eini­ges leich­ter, spe­zi­el­le Effek­te auf Fotos anzuwenden. 

Mit ChatGPT bei­spiels­wei­se. Die KI hat nun offen­sicht­lich auch ein Bild­mo­dul spen­diert bekom­men. Damit ist es mög­lich, Fotos als rea­lis­ti­sche Gra­phit­skiz­ze zu gene­rie­ren, beson­ders effekt­voll, wenn die Hand des Künst­lers im am noch unfer­ti­gen Bild erscheint. 

Das Bild habe ich auf der Cus­tom-Bike Show in Bad Sal­zu­flen gemacht und ChatGPT mit der Anfer­ti­gung einer Blei­stift­zeich­nung beauftragt.

Der Prompt dazu:“Erstelle aus dem hoch­ge­la­de­nen Foto eine ultra-detail­ge­treu­en 3D-Gra­phit­stift­skiz­ze des Motivs auf struk­tu­rier­tem, wei­ßen Notiz­block­pa­pier. Beto­ne die kla­re Papier­struk­tur, die sub­ti­le Unvoll­kom­men­heit und die natür­li­chen Fasern der Ober­flä­che. Zei­ge das Motiv aktiv beim Zeich­nen, wobei sei­ne Hand einen Blei­stift hält, wäh­ren die Skiz­ze zum Leben erwacht. Zei­ge außer­dem einen Radier­gum­mi, einen Anspit­zer und ver­streu­te Blei­stift­spä­ne auf dem Blatt. Füge rea­lis­ti­sche Schat­ten, Schmier­ef­fek­te und fei­ne Gra­phit­rück­stän­de rund um die Arbeits­flä­che hin­zu, um den hap­ti­schen, hand­ge­zeich­ne­ten Ein­druck zu verstärken.”