Eine Frau, die es nicht gibt

Deni­se Frit­sch ist jung, gut aus­ge­bil­det und wie so vie­le Leu­te in ihrem Alter im Inter­net aktiv. Deni­se liebt Frau­en, in ihrem Blog Frit­schis Welt outet sich Deni­se Anfang des ver­gan­ge­nen Jah­res und erhält viel Zuspruch in den Kom­men­ta­ren. Es sind eini­ge sehr ermu­ti­gen­de Kom­men­ta­re dabei. Der Kom­men­tar einer Jas­min Nico­let­ta Gold­mann gefällt Deni­se besonders.

Die bei­den jun­gen Frau­en freun­den sich vir­tu­ell an, kom­mu­ni­zie­ren in den sozia­len Netz­wer­ken mit­ein­an­der und ver­lie­ben sich schließ­lich. Ende gut alles gut? Lei­der nein, Jas­min Nico­let­ta Gold­mann ist ein Real-Fake, eine Schein­exis­tenz, eine Per­son, die es offen­sicht­lich nicht gibt.

Das per­fi­de dabei: der oder die­je­ni­ge hat beim Auf­bau der fal­schen Iden­ti­tät dabei kei­ne Mühen gescheut; im Netz ist Jas­min Nico­let­ta Gold­mann unter ande­rem auf Twit­ter aktiv, sie hat ein Face­book-Pro­fil zwei Blogs, stellt auf you­tube Vide­os ein.

Als es end­lich dar­um geht, sich per­sön­lich ken­nen zu ler­nen, erkrankt Jas­min angeblich.

Die letz­te Nach­richt, die Deni­se erhält, ist von einer angeb­li­chen Freun­din von Jas­min, die ihr mit­teilt, dass Jas­min plötz­lich ver­stor­ben sei. Die gan­ze span­nen­de, wenn auch trau­ri­ge Geschich­te erzählt Deni­se in ihrem Blog.

Google Books

Goog­le hat sich vor­ge­nom­men, das Welt­wis­sen in Büchern zu digi­ta­li­sie­ren und der Öffent­lich­keit zur ver­fü­gung zu stel­len. Ein heh­res Ziel, dem aller­dings offen­sicht­lich der­zeit noch die ein­ge­setz­te Tex­terken­nung entgegensteht.

Tollkühne Seiten im Netz

Fern­ab von immer glei­chen Word­Press-Lay­outs gibt es sie sie tat­säch­lich noch, die ver­we­ge­nen Sei­ten im Netz.

www.ehheinze.de
Auf der Sei­te der Hein­zes, emp­fängt Haus­halts­vor­stand Eber­hardt sei­ne Besu­cher farb­lich abge­stimmt mit tür­ki­sem Hin­ter­grund und wech­seln­den Tie­ren im gif-For­mat. Neben Infor­ma­tio­nen zum neu­en Wohn­haus in Spa­ni­en und zahl­rei­chen Hob­bys emp­fiehlt der umtrie­bi­ge Rent­ner für die Erstel­lung von Web­sei­ten, lang­wei­li­ges Design zu ver­mei­den und zur Rekru­tie­rung zahl­rei­cher Besu­cher die „Auf­nah­me der Web-Adres­se in die Vesi­ten­kar­te.“

www.hillschmidt.de
Auf der „umge­stal­te­ten Inter­net­prä­senz der Fami­lie Hill-Schmidt“, begrüßt uns, so ist anzu­neh­men, Bea­te Hill mit durch­drin­gen­dem Blick. Wir erfah­ren nach einem Vor­ge­plän­kel in typo­gra­phi­scher Unbe­küm­mert­heit und dem aus den Anfän­gen des Inter­nets bekann­ten Lauf­bän­dern, dass Herr Schmidt im April die­ses Jah­res das Design der Sei­te umge­stellt hat, was aber augen­schein­lich dia­me­tral zum Anspruch ver­läuft. Zu allem Übel bie­tet Andre­as Schmidt Ser­vice­tä­tig­kei­ten im Bereich Inter­net-Bera­tung und — man lese und stau­ne ‑Web­sei­ten­er­stel­lung an.

www.alzenau.net
Schließ­lich ist da noch Karl-Heinz Hoff­mann aus Erlen­see bei Hanau, des­sen Sei­ten es offen­sicht­lich aus einer Ver­schie­bung des Raum-Zeit-Kon­ti­nu­ums bis ins Jahr 2017 geschafft haben. Blin­ken­der Stern­hin­ter­grund, eini­ge ani­mier­te gifs und der Hin­weis einer Ent­schei­dung zur Link­haf­tung vom Land­ge­richt Ham­burg aus dem Jah­re 1998. Wir dan­ken Herrn Schmidt für die Über­sicht­lich­keit sei­ner Sei­ten und sind froh, dass wenigs­tens er nicht auch noch Bera­tung im Bereich Web­de­sign anbietet.

www.roland-herzog.de
Über­trie­ben viel Inhalt kann man dage­gen Ronald Her­zog nicht vor­wer­fen. Sei­ne Home­page aus dem Jah­re 2000 besteht aus einem Bild von ihm und der schrift­lich fixier­ten Selbst­er­kennt­nis, den Ver­such gestar­tet zu haben, eine Inter­net­sei­te mit dem längst ver­ges­se­nen Edi­tor Front­pa­ge zusam­men zu bau­en. Soviel Ein­sicht ist ja schon fast sympathisch.

… Fort­set­zung möglich

Ratschlag für Jungvermählte

"Gerät man mit der jungen Braut in Streit, so gebe man nach. Nicht, weil der Klügere nachgibt. Dies ist ein durchaus falscher Satz. Man gebe vielmehr nach, weil dieses eine gute Übung für die Zukunft ist. Man glaubt, daß es richtig sei, schon auf der Hochzeitsreise zeigen zu müssen, daß man Herr im Haus ist. Erstens ist man auf der Reise nicht im Haus, und zweitens lacht jede Frau über solche Versuche, ihr die Herrschaft zu nehmen."

Juli­us Stet­ten­heim — Der moder­ne Knigge

Wie man sich verhält wenn man in ein Handgemenge gerät

„Ist man verheiratet, so teile man seiner Frau nicht mit, daß man als Zuschauer eines Auflaufs übel zugerichtet worden sei. Die Gattin behauptet sonst, man sei immer da, wo man nichts zu suchen habe, und das kränkt, weil es bekanntlich nicht wahr ist.“

„Ist man ver­haf­tet so suche man um die Erlaub­nis nach, nach Hau­se tele­pho­nie­ren zu dür­fen und tele­pho­nie­re dann der Gat­tin, man habe einen guten Freund getrof­fen, mit dem man zusam­men blei­be, sonst behaup­tet die Gat­tin, man sei der ein­zi­ge Mensch, dem so was pas­sie­ren kön­ne, und dies kränkt wie­der, weil es bekannt­lich gleich­falls nicht wahr ist.“ 

Juli­us Stet­ten­heim — Der moder­ne Knigge

Korean Central Television

Wer der Ansicht ist, ein tota­li­tä­rer Staat mit einem star­ken Mann an der Spit­ze wäre die bes­te aller Regie­rungs­for­men, der kann sich ja mal das Fern­seh­pro­gramm der Volks­re­pu­blik Korea angu­cken. All­zu viel Zer­streu­ung bie­tet der ein­zi­ger Sen­der näm­lich nicht.

Programmablauf:
Im Folgenden der gewöhnliche Programmablauf an Werktagen (Korean Standard Time):

14:30 Test­bild mit instru­men­ta­ler Musik (Orches­ter der Natio­na­len Volks­ar­mee, Wang­jae­san Light Music Band und Pochon­bo Elec­tro­nic Ensemble)
15:00 Pro­gramm­start (Natio­nal­hym­ne, Kim-Il-sung-Lied, Kim-Jong-il-Lied und Programmvorschau)
15:10 Film (gezeigt wer­den meis­tens nord­ko­rea­ni­sche Pro­duk­tio­nen) oder Dokumentationen
17:00 Nachrichten
17:10 Schlag­zei­len aus den natio­na­len Zeitungen
17:20 Kinderprogramm
18:00 Doku­men­ta­tio­nen (spä­ter auch Come­dy und Musik, z. B. It’s So Funny)
20:00 Nachrichten
20:20 Wetterbericht
20:30 Film (gezeigt wer­den meis­tens nord­ko­rea­ni­sche Pro­duk­tio­nen), Sport oder Serie
22:00 Dokumentationen
22:30 Spätnachrichten
22:45 Wetterbericht
22:55 Pro­gramm­vor­schau und Verabschiedung
23:00 Ein­blen­dung EBU-Farbbalken

via Kraft­fut­ter­misch­werk

Prioritäten im Alter

Leser­brief an eine TV-Zeitschrift:

“Men­schen wech­seln ungern Zahn­arzt, Fri­seur oder TV-Zeit­schrift. Ich bin trotz­dem auf TVdi­rekt umge­stie­gen. Design, Dar­stel­lung und Schrift­grö­ße haben mich überzeugt!”

Völkisches Denken

Thü­rin­gens Lan­des­par­tei­chef Björn Höcke äußert sich in einem Inter­view im SPIEGEL zum Par­tei­aus­schluss­ver­fah­ren und zu sei­ner Nazi-Rhetorik.

Die in den Reden bevor­zug­ten Nazi-Ana­lo­gien weist der Rechts­extre­mist weit von sich.

Wenn Höcke vom „voll­stän­di­gen Sieg“ der AFD daherfa­selt, den Par­tei­en “ent­ar­te­te Poli­tik” vor­wirft, wenn er an das „tau­send­jäh­ri­ge Deutsch­land“ erin­nern möch­te, von unter­schied­li­chen „Repro­duk­ti­ons­stra­te­gien“ spricht, will er das als Weit­blick eines His­to­ri­kers ver­stan­den wissen.

Mög­lich ist, dass dem Geschichts­leh­rer ein­fach nur der Sen­sor sei­ner Zeit­ach­se aus der Hal­te­rung gesprun­gen ist.

Vie­le der stram­men Nazis damals zeig­ten gleich­sam Persönlichkeitsstörungen.

Der Reichs­füh­rer der SS Hein­rich Himm­ler bspw. sah sich als Reinkar­na­ti­on Hein­richs I.