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Verteilungskämpfe an den Suppenküchen?

Die Kritik an der Essener Tafel, sie würden einen Unterschied zwischen Bedürftigen machen, geht an der Sache vorbei und zwar gleich in mehreren Punkten. Die Empörung, die die ehrenamtlichen Helfer der Essener Tafeln trifft, ist nicht nur verkehrt; die Helfer der Tafeln sind der falsche Addressat des Unmuts.

Die Tafeln sind nicht das verlängerte Sozialamt, das den Bedürftigen eine Sozialleistung in Form von Essen anbietet.

Die Tafeln gibt es nur, weil Bürgerinnen und Bürger, die Not, die die Bundesrepublik mit Einführung der Hartz IV Gesetze geschaffen hat, etwas abmildert. Und ja, es sind meist Migranten, die in oftmals aggressiver Art und Weise auftreten, um von den Brosamen der Gesellschaft etwas abzubekommen. „Wer sich auf der Balkanroute nach Deutschland vorgearbeitet hat, schreibt Spiegel Redakteur Jan Fleischhauer, hat das nicht geschafft, indem es sich brav hinten anstellte.“

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel aufgrund der Entscheidung, keine Ausländer mehr aufzunehmen als Nazis zu bezeichnen, zeugt von einer Dummheit, die man sonst nur in der Argumentation aus der rechten Ecke kennt.

Diese Bürger sind Menschen, die sich in ihrer Freizeit und mit viel Engagement um diejenigen sorgen, die Gesellschaft und Staat schlichtweg vergessen haben.

Deutschland hat sich wieder an „Suppenküchen“ gewöhnt, das Sozialamt empfiehlt gar Hartz IV Empfängern den Gang zur Tafel. Dabei sind es nicht nur Sozialhilfeempfänger, die sich hier in die Reihe stellen. Viele Rentner können von ihrer Rente nicht leben und sind auf Lebensmittelspenden angewiesen.

Und dann gibt es Menschen, die es sich zur Aufgabe machen, ehrenamtlich dafür zu sorgen, dass andere Menschen nicht hungern müssen.

Ob es sich bei diesen Menschen um Flüchtlinge oder Einheimische handelt, dürfte den Mitarbeitern egal sein.

Dass eine Regierung ein Land so reformiert, das Rentner die Reste einer Wohlstandsgesellschaft essen lässt, ist der eigentliche Skandal.