Zitate 2017

Wie bereits in den Jah­ren zuvor, die Zita­te, die hän­gen geblie­ben und des­halb der Erwäh­nung wert sind.

„Wir wol­len, dass in die­sen vier Jah­ren jede Bie­ne und jeder Schmet­ter­ling und jeder Vogel in die­sem Land weiß: Wir wer­den uns wei­ter für sie ein­set­zen.“ — Grü­nen-Frak­ti­ons­chefin Kat­rin Göring-Eckardt auf dem Par­tei­tag der Grünen — 

„Ab mor­gen krie­gen sie in die Fresse“
— SPD Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Andrea Nah­les in einem Inter­view nach dem Wah­len zur Fra­ge der zukünf­ti­gen Oppositionsarbeit — 

„Wenn Fran­zo­sen und Bri­ten stolz auf ihren Kai­ser oder den Kriegs­pre­mier Win­s­ton Chur­chill sind, haben wir das Recht, stolz zu sein auf Leis­tun­gen deut­scher Sol­da­ten in zwei Weltkriegen”.
— AFD Frak­ti­ons­chef Alex­an­der Gauland — 

„Wenn in einer Ehe der eine in den Wech­sel­jah­ren und der ande­re in Ren­te ist, dann ist das schon eine explo­si­ve Mischung“.
— Das Netz­kind —

“Wäre, wäre — Fahrradkette”
— Lothar Mat­thä­us bei der Halb­zeit­ana­ly­se eines Fußballspiels — 

Zitate 2016

Zum Jah­res­en­de die Zita­te von Poli­ti­kern, die es wert sind ver­schrift­licht und auf­be­wahrt zu werden.

„Frau Kanz­le­rin, ich hat­te im letz­ten Jahr auch einen Ski­un­fall. Wir müs­sen ein­fach bei­de ler­nen, alters­ge­recht Sport zu treiben.“
— Gre­gor Gysi im Bun­des­tag zur Bun­des­kanz­le­rin, die beim Lang­lauf gestürzt war — 

„Herr Gabri­el, Sie haben offen­sicht­lich die mora­li­sche Inte­gri­tät einer Schwingtür.“
— Ein Poli­ti­ker der Lin­ken zu Sig­mar Gabriel — 

„Anstän­di­ge kön­nen die AfD nicht mehr wählen.“
— Hans-Olaf Hen­kel, ehe­mals AFD-Mitglied — 

„Nur fal­ten. Kei­ne Schiff­chen, kei­ne Flug­zeu­ge, kei­ne Ori­ga­mi­schwä­ne. Son­dern ein­mal von oben nach unten falten.“
— Hin­weis des Wahl­lei­ters vor der schrift­li­chen Stimm­ab­ga­be auf einem Par­tei­tag der Piraten — 

Zitate 2015

Wie bereits in den Jah­ren zuvor, die bes­ten Zita­te des Jahres.

„Ich fand das Pla­kat der CSU, „wer betrügt, fliegt!“ gut. Ich weiß nur nicht wo wir mit der gan­zen Bun­des­re­gie­rung hin sollten.“
— Gre­gor Gysi — 

“Wider­sprich nie Horst See­ho­fer. War­te eine Woche, dann macht er es selber.“
— Die hes­si­sche Lin­ken-Frak­ti­ons­chefin Jani­ne Wissler — 

“Wir sind nicht das Sozi­al­amt für die gan­ze Welt.“
— Der baye­ri­sche Minis­ter­prä­si­dent Horst Seehofer — 

“ Ein Teil die­ser Ant­wor­ten wür­de die Bevöl­ke­rung verunsichern.“
— Innen­mi­nis­ter de Mai­zie­re auf die Fra­ge was der Gefähr­dungs­grund zur Absa­ge eines Fuß­ball-Län­der­spiels war — 

“Frie­de sei­ner Asche.”
— Schlag­zei­le der TAZ zum Tod von Hel­mut Schmidt — 

Zitate 2014

An der Stel­le wie bereits in den Jah­ren zuvor, die Zita­te von Pro­mi­nen­ten und Poli­ti­kern, die ein­mal mehr hän­gen geblie­ben sind und auch blei­ben sollen:

“Ich bin für vie­le Deut­sche der Ide­al­typ des gie­ri­gen Mana­gers, der ver­ant­wor­tungs­los um den Glo­bus irr­lich­tert. (..) Das ist völ­lig realitätsfern.“
— Tho­mas Mid­del­hoff, inhaf­tier­ter ehe­ma­li­ger Mana­ger von Quel­le und Karstadt — 

“Anschei­nend denkt er immer noch, er wäre ein Pastor.“
— Der tür­ki­sche Minis­ter­prä­si­dent Erdo­gan zur Kri­tik des Bun­des­prä­si­den­ten an der Türkei — 

“Wer eine Jog­ging­ho­se trägt, hat die Kon­trol­le über sein Leben verloren.”
— Karl Lagerfeld — 

“Ich bin selbst bereit, eine Kalasch­ni­kow in die Hand zu neh­men und dem Drecks­kerl in den Kopf zu schießen.”
— Julia Timo­schen­ko, ehe­ma­li­ge ukrai­ni­sche Minis­ter­prä­si­den­tin in einem Tele­fo­nat über Wla­di­mir Putin -

“Alt­wer­den ist scheiße.“
— Bla­cky Fuchs­ber­ger, kurz vor sei­nem Tod über das Alter — 

Zitate 2012

Zum Jah­res­en­de die Zita­te, die in bemer­kens­wer­ter Wei­se in die­sem Jahr hän­gen­ge­blie­ben sind.

„H. ist angeb­lich kom­plett ver­schlei­ert gese­hen wor­den, da wür­de selbst die Mut­ter sie nicht erkennen.“
— Der Express zum Fall einer ver­schwun­de­nen Türkin — 

„ Das Zel­len­git­ter war durch­ge­sägt, es muss davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Gefan­ge­ne das Gelän­de der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt ver­las­sen konnte.“

— Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um NRW in einer Stel­lung­nah­me zu einem Ausbruch — 

„ Deutsch­land ist ein­deu­tig ein Gewin­ner des Euro. Die Grie­chen­land Ret­tung kos­tet auch nicht unbe­dingt mehr Geld. Es gibt ledig­lich einen höhe­ren Finanz­be­darf auf der Zeitachse.“
— Finanz­mi­nis­ter Schäuble — 

“Nahe­zu jeder Spar­kas­sen­di­rek­tor in Nord­rhein-West­fa­len ver­dient mehr als die Kanzlerin.”
— Peer Steinbrück — 

KI für zu Hause

Ich habe es, glau­be ich, schon an ande­rer Stel­le erwähnt: Ich bin ein Ver­fech­ter des Sie­zens. Die­se per­ma­nen­te, unge­frag­te Duze­rei im ana­lo­gen Leben emp­fin­de ich schlicht­weg als Zumu­tung. Weder habe ich mit dem Herrn OTTO Ver­sand aus Ham­burg zusam­men in der Sand­kis­te gespielt, noch ste­he ich mit der Legi­on der „Dau­er-Duzer“ gemein­sam am Pin­kel­be­cken. Distanz ist eine Fra­ge der Höflichkeit.

Die Aus­nah­me ist Blog­gers­dorf digi­tal und mei­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen analog. 

Umso über­ra­schen­der die jüngs­te Erkennt­nis aus mei­nem eige­nen Maschi­nen­raum: Mei­ne »eige­ne« KI, sicher auf mei­ner Fest­plat­te behei­ma­tet, siezt mich ganz förm­lich. Ihr Bru­der in der wil­den, wei­ten Netz­welt hin­ge­gen scheint auf das Du ange­lernt zu sein. 

Anlass die­ser Beob­ach­tung ist die Nut­zung von Gem­ma 4. Goog­le hat vor ein paar Tagen die­ses Lar­ge Lan­guage Model (LLM) gewis­ser­ma­ßen ver­schenkt. Gem­ma 4 basiert auf der­sel­ben Archi­tek­tur wie Gemi­ni 4, lässt sich jedoch her­un­ter­la­den und ohne läs­ti­ge Cloud-Anbin­dung lokal nut­zen. Das Modell ist etwa 10 GB groß und behaup­tet von sich selbst, die gesam­te Geschich­te der Mensch­heit, Kul­tur und Kunst zu beherrschen.

Wer es aus­pro­bie­ren möch­te: Die Open-Source-Soft­ware oll­ama macht die loka­le Aus­füh­rung auf dem Desk­top zum Kin­der­spiel. Mac-User haben es beson­ders leicht: Ein kur­zes brew install oll­ama im Ter­mi­nal via Home­brew und die Sache läuft. Modell aus­wäh­len, Klick, fer­tig. Der Charme an der Sache: Alles bleibt auf dem eige­nen Rech­ner, kein Daten­ab­fluss, kei­ne neu­gie­ri­ge Cloud.

Natür­lich stößt die Hard­ware zu Hau­se bei hoch­kom­ple­xen Auf­ga­ben irgend­wann an ihre Gren­zen, aber für den digi­ta­len All­tag ist Gem­ma 4 abso­lut brauch­bar. Und das Bes­te: Inmit­ten der Tyran­nei des Duzens bewahrt Gem­ma die Contenance.

»Ich stehe Ihnen zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und Aufgaben basierend auf diesen Kapazitäten zu lösen. Wie kann ich Ihnen technisch weiterhelfen?«

Erin­nert an Jar­vis aus dem Mar­vel Uni­ver­sum. Viel­leicht bie­te ich ihr irgend­wann das Du an. 

Wer profitiert eigentlich vom Iran-Krieg?

Dass die USA einen Angriffs­krieg gegen den Iran füh­ren, merkt der Bun­des­bür­ger spä­tes­tens dann, wenn der Blick auf die Zapf­säu­le Trä­nen in die Augen treibt. Seit­dem die Ira­ner am 2. März 2026 die Stra­ße von Hor­mus dicht­ge­macht haben – jene Meer­enge, durch die prak­ti­scher­wei­se fast das gesam­te schwar­ze Gold für West­eu­ro­pa schwimmt – ken­nen die Ener­gie­prei­se nur eine Rich­tung – nach oben. Die Prei­se für Öl und Gas haben sich schlicht­weg ver­dop­pelt, wäh­rend Ben­zin und Die­sel für Nor­mal­ver­die­ner all­mäh­lich in die Kate­go­rie Luxus­gut driften.

Neben den vie­len Ver­lie­ren des Kon­flikts gibt es aber auch Län­der, die auf­grund gestie­ge­ner Ener­gie­prei­se deut­lich pro­fi­tie­ren. Die USA und Russ­land sind die gro­ßen Gewin­ner, sie den Euro­pä­ern Gas und Öl deut­lich teu­rer verkaufen.

Inter­es­san­ter­wei­se nut­zen asu­ge­rech­net die ölex­por­tie­ren­den Län­der wie Sau­di-Ara­bi­en die Kri­se, um ihre eige­nen Ener­gie­stra­te­gien in Rich­tung rege­ne­ra­ti­ve (wie die »Sau­di Green Initia­ti­ve«) vor­an­zu­trei­ben. Das Kal­kül: Das eige­ne Gas soll nicht mehr selbst ver­brannt, son­dern teu­er expor­tiert wer­den, wäh­rend man intern mas­siv auf Solar- und Wind­kraft setzt. 

Die Kri­se dürf­te auch die Sicht­wei­se auf die Nut­zung fos­si­ler Brenn­stof­fe ändern. Wäh­rend die Ver­sor­gung durch die­se Ener­gie­ver­sor­gung immer wie­der durch Krieg und Kri­sen gefähr­det ist, sind rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­ge­win­nung durch Son­ne und Wind unab­hän­gig davon. Der Kon­flikt wirkt wie ein Kata­ly­sa­tor, der die Welt weg von der Abhän­gig­keit fos­si­ler Brenn­stof­fe aus Kri­sen­re­gio­nen und hin zu einer neu­en, stra­te­gisch moti­vier­ten Ener­gie­ar­chi­tek­tur drängt.

Der gro­ße Gewin­ner heißt Chi­na. Die Chi­ne­sen haben bereits vor zwan­zig Jah­ren die Stra­te­gie zu mehr rege­ne­ra­ti­ver Ener­gie­ge­win­nung mas­siv vor­an getrie­ben. Heu­te gilt Chi­na, trotz immer noch mas­si­ver Ener­gie­ge­win­nung durch Öl und Gas plus Kern­ener­gie, als Strom­staat.

Chi­na ver­folgt dabei weni­ger umwelt­po­li­ti­sche, als wirt­schaft­li­che Zie­le. Den Ener­gie­markt der Zukunft wol­len die Chi­ne­sen domi­nie­ren. Ins­be­son­de­re mit neu­nen Ultra­hoch­span­nungs­lei­tun­gen soll die Welt mit eige­nem Öko­strom ver­sorgt wer­den, so die Stra­te­gie

Deutsch­land täte also gut dar­an, die Ver­sor­gung durch rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien zu för­dern. Ins­be­son­de­re die Pho­to­vol­ta­ik bie­tet sich hier an. Die Prei­se für Solar­pa­nels sind der­zeit auf­grund enor­mer Über­ka­pa­zi­tä­ten in Chi­na näm­lich noch im Keller.

Industrie zwischen Energiekrise und Zukunftschancen

Die deut­sche Indus­trie steht vor einer Zei­ten­wen­de. Jahr­zehn­te­lang war sie eine tra­gen­de Säu­le des wirt­schaft­li­chen Erfolgs der Bun­des­re­pu­blik, getra­gen durch Inno­va­ti­ons­kraft, tech­no­lo­gi­sche Füh­rungs­rol­len und eine ver­läss­li­che Ener­gie­ver­sor­gung. Beson­ders in den 2010er-Jah­ren pro­fi­tier­te die Indus­trie von güns­ti­gen Erd­ga­sim­por­ten – zunächst aus Russ­land, spä­ter auch aus den USA. Doch die geo­po­li­ti­schen und ener­gie­po­li­ti­schen Ver­schie­bun­gen der letz­ten Jah­re haben gezeigt: Ohne ver­läss­li­che und bezahl­ba­re Ener­gie­quel­len funk­tio­niert das indus­tri­el­le Rück­grat Deutsch­lands nicht, was die mas­si­ve Zunah­me von Insol­ven­zen und Abwan­de­run­gen gan­zer Indus­trie­zwei­ge in den letz­ten Jah­ren ein­drucks­voll beweist.

Vom russischen Gas zur amerikanischen Brücke

Mit dem rus­si­schen Angriffs­krieg auf die Ukrai­ne im Jahr 2022 kam es zu einem dra­ma­ti­schen Ein­schnitt: Die Abhän­gig­keit Deutsch­lands von rus­si­schem Erd­gas, das bis dahin rund 55 % des Gas­be­darfs deck­te, ent­pupp­te sich als geo­po­li­ti­sches Risi­ko. Der abrup­te Weg­fall die­ser Lie­fe­run­gen zwang die Bun­des­re­gie­rung zum Han­deln. In Rekord­zeit wur­den LNG-Ter­mi­nals errich­tet, und die USA tra­ten als neu­er Haupt­lie­fe­rant von Flüs­sig­gas auf. Dass die Ame­ri­ka­ner dazu die Nord-Stream-Pipli­ne gesprengt hät­ten, ist bis­her nicht bewie­sen, wohl aber im Bereich des Möglichen.
Die­se Ent­wick­lung hat­te kurz­fris­tig eine sta­bi­li­sie­ren­de Wir­kung. Zwar stie­gen die Gas­prei­se infol­ge der glo­ba­len Ange­bots­ver­knap­pung mas­siv an, doch die Lie­fe­run­gen aus den USA hal­fen, eine tief­grei­fen­de Ener­gie­kri­se abzu­wen­den. Die ener­gie­in­ten­si­ve Indus­trie – ins­be­son­de­re Che­mie, Metall­ver­ar­bei­tung, Papier­in­dus­trie und die Grund­stoff­che­mie – konn­te sich zunächst sta­bi­li­sie­ren. Trotz­dem blei­ben die Ener­gie­prei­se im inter­na­tio­na­len Ver­gleich hoch, was die Wett­be­werbs­fä­hig­keit gefähr­det. Und- Wei­ter­hin lie­fert Russ­land den euro­päi­schen Län­dern Gas, nur eben als LNG-Gas, trans­por­tiert mit Schweröltankern. 

Günstiges Gas als Standortvorteil

Deutsch­land war lan­ge ein Export­welt­meis­ter, auch weil es über einen ver­gleichs­wei­se kos­ten­güns­ti­gen Zugang zu fos­si­len Ener­gie­trä­gern ver­füg­te – vor allem durch lang­fris­ti­ge Ver­trä­ge mit Russ­land. Die­se Ener­gie­prei­se ermög­lich­ten güns­ti­ge Pro­duk­ti­ons­kos­ten und sicher­ten indus­tri­el­le Arbeitsplätze.
Mit dem Weg­fall rus­si­scher Impor­te und der Abhän­gig­keit von teu­rem LNG ändert sich das Bild. Die deut­sche Indus­trie ver­liert zuneh­mend an Stand­ort­at­trak­ti­vi­tät. Län­der wie die USA oder Chi­na locken mit nied­ri­ge­ren Ener­gie­prei­sen und mas­si­ven Sub­ven­tio­nen, was Inves­ti­tio­nen umlenkt. Auch ost­eu­ro­päi­sche Län­der bie­ten mitt­ler­wei­le ener­gie­in­ten­si­ve Bran­chen güns­ti­ge­re Bedin­gun­gen. Abge­wan­der­te Indus­trien kom­men so schnell nicht wie­der, mit einer Deindus­tria­li­sie­rung wür­de ein Wohl­stand­ver­lust ein­her­ge­hen, der nicht nur die Beschäf­tig­ten in der Indus­trie träfe. 

Regenerative Energien – Notwendig, aber nicht ausreichend

Zwei­fel­los ist der Aus­bau rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien in Deutsch­land ein Muss – sowohl aus Kli­ma­schutz- als auch aus Ver­sor­gungs­si­cher­heits­grün­den. Wind­kraft, Pho­to­vol­ta­ik und Bio­gas haben in den letz­ten Jah­ren deut­lich zuge­legt, und der Anteil der Erneu­er­ba­ren am Strom­mix liegt inzwi­schen bei über 50 %. Doch der Aus­bau ist schlep­pend und von Büro­kra­tie, Flä­chen­kon­flik­ten und Netz­eng­päs­sen gebremst.

Zudem: Strom aus Wind und Son­ne ist vola­til. Ohne aus­rei­chen­de Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten und Back­up-Sys­te­me kann eine sta­bi­le Grund­last­ver­sor­gung – die essen­zi­ell für Indus­trie­pro­zes­se ist – nicht gewähr­leis­tet wer­den. Vie­le indus­tri­el­le Anwen­dun­gen, ins­be­son­de­re in der Metall­ver­ar­bei­tung, Che­mie oder Zement­her­stel­lung, sind auf gleich­blei­ben­de Ener­gie­zu­fuhr ange­wie­sen, oft in Form von Pro­zess­wär­me, die Strom aus Erneu­er­ba­ren (noch) nicht zuver­läs­sig bereit­stel­len kann. Der Trans­for­ma­ti­ons­druck auf die deut­sche Indus­trie ist enorm. Sie steht zwi­schen Dekar­bo­ni­sie­rungs­pflicht, Wett­be­werbs­fä­hig­keit und Stand­or­t­un­si­cher­heit. Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien wer­den lang­fris­tig die Haupt­rol­le spie­len müs­sen, doch in der Über­gangs­pha­se bleibt güns­ti­ges Erd­gas – vor allem als Brü­cken­tech­no­lo­gie – von zen­tra­ler Bedeutung.

Ohne sichere und bezahlbare Energie keine Zukunft für die Industrie

Die Bun­des­re­pu­blik muss eine rea­lis­ti­sche Ener­gie­po­li­tik betrei­ben. Wenn kei­ne Alter­na­ti­ven als Ener­gie­lie­fe­rant bereit ste­hen, schwächt das die Indus­trie mas­siv. Eine resi­li­en­te und zukunfts­fä­hi­ge Indus­trie­na­ti­on braucht:

    1. einen zügi­gen und prag­ma­ti­schen Aus­bau der Erneuerbaren
    2. Inves­ti­tio­nen in Speichertechnologien
    3. wett­be­werbs­fä­hi­ge Ener­gie­prei­se, auch durch stra­te­gi­sche Importe,
    4. eine indus­trie­po­li­ti­sche Gesamt­stra­te­gie, die Pla­nungs­si­cher­heit schafft.
    5. Prü­fung der Wie­der­auf­nah­me von Han­dels­be­zie­hun­gen mit Russ­land nach Kriegsende

Bil­li­ges Erd­gas war und ist ein wich­ti­ger Puf­fer – doch ohne eine kon­se­quen­te ener­gie­po­li­ti­sche Wei­chen­stel­lung wird die deut­sche Indus­trie lang­fris­tig an Boden ver­lie­ren. Die Dekar­bo­ni­sie­rung darf nicht zur Deindus­tria­li­sie­rung füh­ren. Dabei sind Brü­cken­tech­no­lo­gie­nen wie die geplan­ten Gas­kraft­wer­ke unun­gäng­lich, so wir denn nicht wie­der zur Atom­kraft zurück wol­len. Zur Ver­sor­gung der Gas­kraft­wer­ke muss preis­wer­tes Gas bereit ste­hen. Auch hier gilt: Kei­ne ein­sei­ti­ge Fest­le­gung, auch nicht aus den USA. Wenn wir auch in Zukunft wett­be­werbs­fä­hig blei­ben wolen, ist es unum­gäng­lich in der Nach-Putin Ära auch wie­der mit Russ­land zu koope­rie­ren; allein die für Zukunfts­tech­nol­gie­en benö­tig­ten Roh­stof­fe machen dies alternativlos. 

Russ­land zählt zu den Län­dern mit den reichs­ten Roh­stoff­vor­kom­men. Neben den Ener­gie­trä­gern Erd­öl- und Erd­gas sowie Koh­le ver­fügt man über so wich­ti­ge Boden­schät­ze wie Eisen­erz, Nickel, Kup­fer, Pla­tin­grup­pen­me­tal­le. Die Bun­des­re­pu­blik hat eben­falls einen drin­gen­den Bedarf an Sel­te­nen Erden,
die für die Pro­duk­ti­on von Elek­tro­au­tos, Tur­bi­nen und ande­ren tech­ni­schen Anwen­dun­gen uner­läss­lich sind. 

Ein Neu­auf­bau der Nord-Stream-Pipe­lines zur Ver­sor­gung der Bun­des­re­pu­blik mit preis­wer­tem Erd­gas und die Auf­nah­me von Han­dels­be­zie­hun­gen mit Russ­land — nach­dem der völ­ker­rechts­wid­ri­ge Krieg in der Ukrai­ne been­det ist — ist dazu eine logi­sche Alternative.