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Ist Trump ein Segen für die Demokratie in Europa?

Könnte ausgerechnet der wenig professionelle Führungsstil des Präsidenten der USA für eine Wertschätzung der Demokratie in Europa sorgen?

Die US-Amerikaner und auch Europa erleben derzeit einen Egomanen als Präsidenten, dessen absurde Versprechen entweder nicht gesetzeskonform sind und vor Inkrafttreten von der Gerichtsbarkeit kassiert werden, oder vom Kongress im Mehrheitsentscheid höchstwahrscheinlich abgelehnt würden. Der Versuch, die USA per Dekret zu regieren ist offensichtlich gescheitert.

Das Vorgehen Donald Trumps lässt die Zustimmung für die Ewiggestrigen auch in Europa zurückgehen. Die Bürger merken, dass einfache Antworten offenbar doch nicht die Lösung sind.

Am Beispiel der AFD ist das gut zu sehen. Die Rechtsausleger in Deutschland zerlegen sich derzeit selbst, einige Kommentatoren sehen für die Populisten in der politischen Parteienlandschaft absehbar keine Chance mehr.

Die rechtsnationale Partei ist kein Freund der Mittelschicht, oder des vermeintlich „kleinen Mannes“. Mit ihrer vergangenheitsverklärenden Politik verliert sie die Zustimmung bei den Bürgern.

Außerdem steht zu vermuten, dass die rechtsradikalen Provokationen der AFD die konservativ-bürgerlichen Wählerschichten komplett vergrault haben. Die halbherzige Vorgehensweise gegen den Rechtsextremisten Höcke dürfte der Partei den Rest gegeben haben, zeigt es doch den letzten Sympathisanten, welche Spinner man in der AFD bereit ist zu dulden.

Schuld am Einbrechen der Zustimmung für die Rechtspopulisten könnte ausgerechnet der amerikanische Präsident sein, der den Europäern mit seinem Dilettantismus und offensichtlich unsinniger Verordnungen vor Augen führt, dass Rechtspopulisten in einem demokratischen Staatssystem schlicht regierungsunfähig sind und mit rückwärtsgewandten Forderungen Ökonomie und Ökologie eines Landes gleichermaßen gefährden. Nationalismus und Rassismus ist letzendlich schließlich das Eingeständnis, politisch versagt zu haben.

Allerdings – bis zur Bundestagswahl ist es noch ein wenig hin und die Landtagswahl im Mai dürfte ein erstes Stimmungsbarometer für die rechtsradikale Partei sein.

Für einen Nachruf auf die AFD jedenfalls, dürfte es noch etwas früh sein.