Im Nachbarort hat ein neuer Aldi aufgemacht, direkt neben dem bestehenden Edeka. Die Lokalzeitung widmete dem Ereignis eine ganze Seite, und ein erstaunlich großer Teil der Mitbürger feierte die Eröffnung, als hätte Deutschland gerade die WM gewonnen. Mein Rewe – Einkaufszone meines Vertrauens – nahm das zum Anlass, nicht nur zu renovieren, sondern den gesamten Laden nach Marketinglogik einmal komplett auf links zu drehen. Nennt sich im Fachjargon Visual Merchandising und hat zum Zweck, die Kunden so zu verwirren, dass sie nicht mehr wissen, was sie wollten und so viel unnützes Zeug kaufen. Denke ich jedenfalls.
Für Menschen, die Einkaufen als Freizeitbeschäftigung sehen, mag das ein interessantes Erlebnis sein.
Für jemanden wie mich, der Einkaufen als strikt abzuarbeitende Aufgabe mit festem Zeitkontingent, optimierten Einkaufszeiten, berechneten Bewegungsabläufen und exakt geplanter Route per Einkaufszettel im Handy betrachtet, ist so ein Umbau ziemlich unlustig. Vielleicht fehlt mir auch der Humor. Jedenfalls ist man mit einem Schlag blind und steht spätestens am dritten Regal da wie ein Anfänger, weil die Routine nicht mehr greift.
Um den Einkaufsprozess neu zu kalibrieren und trotzdem in annehmbarer Zeit fertig zu werden, habe ich mir am Samstag – bei maximaler Einkaufswagendichte – eine neue Taktik zurechtgelegt: Wagen abstellen, das Gelände erstmal zu Fuß erkunden und gefundene Lebensmittel am Ende jedes Gangs dem geparkten Wagen zuführen. So die Theorie. In der Praxis rannte ich schließlich mit vollgepackten Armen durch den Laden und suchte den irgendwo abgestellten, inzwischen natürlich vergessenen Einkaufswagen.
Bin ich froh, dass ich wenigstens noch den Ausgang finde.

Ja, du hast soo recht. Nützt nur leider alles nix. Ich habe vor 15 Jahren schon rumgeheult:
https://aussernet.de/2011/07/27/vom-mann-der-auszog-um-bei-lidl-einzukaufen/
Ja, die Supermärkte werden extra umgebaut um den alten Leuten das Leben schwer zu machen.. 😉
Ich habe schon vor Jahren eine Einkaufsliste erstellt (funktioniert mit Bordmitteln auf Android und Apple), auf der ich Produkte, die ich brauche anhake und wenn ich die im Laden im Einkaufswagen eingepackt habe, wieder abhake — die verschwinden dann aus dem Blickfeld, lassen sich aber unten wieder aktivieren. Dazu sind die Einträge mit dem Finger in der Anordnung verschiebbar. Die Anordnung richtet sich nach der Reihenfolge der Produkte im Laden: O & G, Konserven, Nährmittel, Mopro, Brot, Kaffee, Haushaltsartikel. Das schützt davor wie ein Dullimann durch den Laden zu wetzen und trotzdem zu Hause wieder das wichtigste vergessen zu haben..
Und das beste: die ist absolut KI-frei. 🙂
Grüße ins Sauerland — wo es jetzt sogar einen ALDI gibt..