Wer profitiert eigentlich vom Iran-Krieg?

Dass die USA einen Angriffs­krieg gegen den Iran füh­ren, merkt der Bun­des­bür­ger spä­tes­tens dann, wenn der Blick auf die Zapf­säu­le Trä­nen in die Augen treibt. Seit­dem die Ira­ner am 2. März 2026 die Stra­ße von Hor­mus dicht­ge­macht haben – jene Meer­enge, durch die prak­ti­scher­wei­se fast das gesam­te schwar­ze Gold für West­eu­ro­pa schwimmt – ken­nen die Ener­gie­prei­se nur eine Rich­tung – nach oben. Die Prei­se für Öl und Gas haben sich schlicht­weg ver­dop­pelt, wäh­rend Ben­zin und Die­sel für Nor­mal­ver­die­ner all­mäh­lich in die Kate­go­rie Luxus­gut driften.

Neben den vie­len Ver­lie­ren des Kon­flikts gibt es aber auch Län­der, die auf­grund gestie­ge­ner Ener­gie­prei­se deut­lich pro­fi­tie­ren. Die USA und Russ­land sind die gro­ßen Gewin­ner, sie den Euro­pä­ern Gas und Öl deut­lich teu­rer verkaufen.

Inter­es­san­ter­wei­se nut­zen asu­ge­rech­net die ölex­por­tie­ren­den Län­der wie Sau­di-Ara­bi­en die Kri­se, um ihre eige­nen Ener­gie­stra­te­gien in Rich­tung rege­ne­ra­ti­ve (wie die »Sau­di Green Initia­ti­ve«) vor­an­zu­trei­ben. Das Kal­kül: Das eige­ne Gas soll nicht mehr selbst ver­brannt, son­dern teu­er expor­tiert wer­den, wäh­rend man intern mas­siv auf Solar- und Wind­kraft setzt. 

Die Kri­se dürf­te auch die Sicht­wei­se auf die Nut­zung fos­si­ler Brenn­stof­fe ändern. Wäh­rend die Ver­sor­gung durch die­se Ener­gie­ver­sor­gung immer wie­der durch Krieg und Kri­sen gefähr­det ist, sind rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­ge­win­nung durch Son­ne und Wind unab­hän­gig davon. Der Kon­flikt wirkt wie ein Kata­ly­sa­tor, der die Welt weg von der Abhän­gig­keit fos­si­ler Brenn­stof­fe aus Kri­sen­re­gio­nen und hin zu einer neu­en, stra­te­gisch moti­vier­ten Ener­gie­ar­chi­tek­tur drängt.

Der gro­ße Gewin­ner heißt Chi­na. Die Chi­ne­sen haben bereits vor zwan­zig Jah­ren die Stra­te­gie zu mehr rege­ne­ra­ti­ver Ener­gie­ge­win­nung mas­siv vor­an getrie­ben. Heu­te gilt Chi­na, trotz immer noch mas­si­ver Ener­gie­ge­win­nung durch Öl und Gas plus Kern­ener­gie, als Strom­staat.

Chi­na ver­folgt dabei weni­ger umwelt­po­li­ti­sche, als wirt­schaft­li­che Zie­le. Den Ener­gie­markt der Zukunft wol­len die Chi­ne­sen domi­nie­ren. Ins­be­son­de­re mit neu­nen Ultra­hoch­span­nungs­lei­tun­gen soll die Welt mit eige­nem Öko­strom ver­sorgt wer­den, so die Stra­te­gie

Deutsch­land täte also gut dar­an, die Ver­sor­gung durch rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien zu för­dern. Ins­be­son­de­re die Pho­to­vol­ta­ik bie­tet sich hier an. Die Prei­se für Solar­pa­nels sind der­zeit auf­grund enor­mer Über­ka­pa­zi­tä­ten in Chi­na näm­lich noch im Keller.

3 Gedanken zu „Wer profitiert eigentlich vom Iran-Krieg?“

  1. Dass die Ener­gie­po­li­tik von Frau Rei­che — natür­lich mit Unter­stüt­zung von Frit­ze M. — ein ener­gie­wirt­schaft­li­cher Selbst­mord ist, der nur einer Kli­en­tel dient (näm­lich den aus fos­si­ler Roh­stof­fen Strom gewin­nen­den Ener­gie­kon­zer­nen) und natür­lich auch Frau Rei­ches per­sön­li­chem Kon­to­stand haben so ziem­lich alle Ener­gie-Minis­ter von knapp 15 Län­dern begrif­fen und machen nun Front gegen Frau Reiche.
    https://www.umwelt.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/sonder-enmk-in-berlin-gemeinsame-erklarung-von-15-bundeslandern-249876.html
    Viel­leicht wer­den wir die sich ver­bis­sen an alten Tech­no­lo­gien klam­mern­de Trul­la ja bald los.

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  2. Der rich­tig gro­ße Gewin­ner ist natür­lich Prä­si­dent “shit in my Dia­per” und alles was sich um die Licht­ge­stalt Donald Trump im wei­ßen Haus auf­hält. Don­ny-Boy benutzt sei­ne poli­ti­sche Macht dazu sich per­sön­lich zu berei­chern — und dabei sind ihm Men­schen­le­ben völ­lig egal. Die Leben von ame­ri­ka­ni­schen Zivi­lis­ten, noch mehr die Leben von Sol­da­ten und die Leben von Men­schen in ande­ren Län­dern sowie­so. Auch wenn der mar­ki­ge Slo­gan “Ame­ri­ka First” heißt, so bedeu­tet er für Don­ny eigent­lich “Me First”.
    Er steu­ert mit sei­nen Aus­sa­gen zum Krieg und was er vor­hat gezielt Aktienkurse.
    https://www.zdfheute.de/politik/ausland/trump-iran-insider-handel-oelpreis-100.html
    Dass er mit sei­nen Ankün­di­gun­gen zu den Kriegs­hand­lun­gen im Iran zum wie­der­hol­ten Male Kriegs­ver­bre­cher wird und es nicht so aus­sieht, als wür­den sich die Gene­rä­le und Admi­rä­le sei­ner Trup­pen sei­nen Befeh­len ent­ge­gen­stel­len lässt mich lei­der ver­mu­ten, dass die­ser Mann nun kom­plett irre gewor­den ist, kei­ner­lei Hem­mun­gen mehr hat und sei­ne Gefolg­schaft mitt­ler­wei­le so Brain­wa­shed und Macht­trun­ken ist, dass es nur noch ein schlim­mes Ende geben kann — so wie es Deutsch­land schon ein­mal erlebt hat.

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    • @Peter: Wenn man Trumps aktu­el­le Dro­hung liest, kann man nur hof­fen, dass das nur eine wei­te­re lee­re Dro­hung ist.

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