Die ursprüngliche Erklärung, warum ausgerechnet an dem Tag Schmalhans Küchenmeister ist, leitet sich demnach weniger aus religiöser Tradition denn aus praktischen Erwägungen ab. Die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest lassen oftmals kaum Zeit den halben Tag in der Küche zu verbringen.
Tatsächlich gibt es regionale Unterschiede beim Essen an Heiligabend: Vom „einfachen“ Kartoffelsalat mit Würstchen bis zu Fisch oder Braten ist alles vertreten.
Im Norden kommt der Kartoffelsalat mit Würstchen auf den Tisch. Wenig verwunderlich wird oftmals an dem Tag auch Fisch gegessen. Im Süden wird’s herzhaft. Dort steht Braten wie Schwein, Geflügel oder auch Wild, oft mit Knödeln und Rotkohl auf dem Tisch.
Im Westen (z.B. Rheinland, NRW) ist das Bild besonders vielfältig: Neben Kartoffelsalat/Würstchen stehen dort Raclette, Fondue, verschiedene Fleischgerichte und internationale Einflüsse relativ gleichberechtigt nebeneinander.
Mrs. L besteht im Übrigen auch auf Kartoffelsalat und Würstchen, weniger aus kulturellen denn aus praktischen Erwägungen. Der Küchenchef ist nämlich gleichzeitig der Weihnachtsmann. Meine Zuständigkeit bezieht sich darauf, für die ganze Familie und in deren Abwesenheit während des Kirchgangs, die Weihnachtsgeschenke unter den Baum zu legen.
Bei meinen Eltern, also gaaanz früher, gabs manchmal statt Kartoffelsalat auch Reissalat. Das ist mir noch eingefallen. Der war auch immer sehr lecker. Dort hinein gab es Rindfleischstückchen von der Festtagssuppe, die am ersten Weihnachtstag kredenzt wurde. Auch der Reissalat war schnell zubereitet.
Kartoffelsalat gibt es diesmal auch wieder. Kurze schnelle Spiele. Aus Gründen. Früher immer sehr aufwändig getafelt. Raclette niemals … da stinkt die Wohnung irgendwie nach oller Frittenbude und man selbst auch.
@Horst @Martin: Ich stelle fest: Im Rheinland ist man sich weitgehend einig😀
Ich kannte das so nicht, bis wir mal von Bekannten nach dem heiligen Vormittag (der sich bis spät abends hingezogen hatte…) fürs Weihnachtsessen “adoptiert” wurden. Bei den Großeltern hingegen gab es immer Gans oder Ente mit anschließendem Suppenkoma. Ich bin da völlig schmerzbefreit, es darf auch eine Lieferpizza sein.
Ich werde dieses Jahr mal schwelgen — Kartoffeln kann ich jeden Tag mampfen. Habe für dieses Jahr eine sündhaft teure Bio-Gans von fast 6 Kilo (echt 80 €!) und eine zwei Kilo schwere Ente erstanden. Dazu Klöße und Rotkohl — als Single darf man sich ja mal was gönnen..;-)
Wow, das ist teuer, aber wenn die Gans artgerecht gehalten wurde, ist es den Preis wert. Gans habe ich auch mal gemacht, aber die Familie besteht auf Rinderbraten. Wünsche frohe Weihnachten und gutes Gelingen.