Geblieben ist mir der Eindruck: Ein Intellektueller wie Mahler sah sich und seine Bewegung als elitären Zirkel, dessen vermeintliche Überlegenheit in Allmachtsphantasien kippte. Gilt das auch für Parteien die weit links stehen?
Die Hufeisentheorie – wonach sich politische Extreme in ihren Positionen annähern – gilt als widerlegt. Strukturelle Parallelen gibt es trotzdem: Freund-Feind-Denken, Verachtung für pluralistische Institutionen, Neigung zu autoritären Lösungen finden sich an beiden Rändern.
Erklärt das, warum Sahra Wagenknecht in Sachsen-Anhalt eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht ausschließt – einer Partei, die der Verfassungsschutz dort als gesichert rechtsextrem einstuft? Nach der Landtagswahl vom September 2026 scheint der Befund differenzierter: Wagenknecht lehnt die „Brandmauer” als starren Automatismus ab und will mit allen Parteien in der Sache sprechen. Eine Koalition und die Wahl des AfD-Kandidaten zum Ministerpräsidenten schließt sie dagegen bisher zumindest ausdrücklich aus, Kooperationen mit der AFD »für Veränderungen im Land, die sich die Bürger wünschen«, jedoch nicht.
Bleiben zwei Ansätze die sich nicht gegenseitig ausschließen: Erstens: reines Kalkül – dem stärksten Gegner der Altparteien den Steigbügel halten, um im Windschatten dauerhaft Stimmen zu binden und zwar bei denen, die den Positionen der AFD nahe stehen die aber die AFD nicht unterstützen wollen.
Oder Zweitens, dass die inhaltlichen Schnittmengen zum Rechtsextremismus größer sind, als das BSW, bzw. ihre Gründerin, zugeben will.
Ich weiß nicht was schlimmer wäre.