Sprechdurchfall

Im Zusam­men­hang mit dem Text von Horst Schul­te über das erneu­te, doku­men­tier­te und kaum ver­ständ­li­che Gefa­sel des US-Prä­si­den­ten ist mir auf­ge­fal­len, dass nicht nur Donald Trump zu zusam­men­hangs­lo­sen Reden neigt. Auch im beruf­li­chen All­tag begeg­net man die­sem Phä­no­men nicht sel­ten – meist kopf­schüt­telnd oder ein­fach nur genervt.

Was mir dabei bis­lang nicht bewusst war: Hin­ter einem sol­chen Rede­drang kann durch­aus eine ernst­haf­te psy­chi­sche Stö­rung ste­cken. Der Fach­be­griff Logor­rhoe beschreibt ein über­mä­ßi­ges, schnel­les Reden ohne Punkt und Kom­ma, häu­fig beglei­tet von sprung­haf­ten Gedan­ken­gän­gen. Die­ses Sym­ptom tritt unter ande­rem bei bipo­la­ren Stö­run­gen oder Psy­cho­sen auf.

Ein wei­te­res Warn­si­gnal kann eine aus­ge­prägt zusam­men­hangs­lo­se Spra­che sein, wie sie etwa bei Schi­zo­phre­nie vor­kommt. In die­sem Zusam­men­hang spricht man auch von soge­nann­tem „Wort­sa­lat“. Eben­so kann eine des­or­ga­ni­sier­te Spra­che – gekenn­zeich­net durch Umständ­lich­keit, man­geln­de Logik oder plötz­li­che Gedan­ken­sper­run­gen – auf eine ernst­haf­te psy­chi­sche Erkran­kung hindeuten.

Mei­ne bis­he­ri­ge Annah­me, dass noto­ri­sche Schwät­zer schlicht ver­su­chen, ihre fach­li­che Unfä­hig­keit zu kaschie­ren, trifft also offen­sicht­lich nicht immer zu. Notiz an mich: Beim nächs­ten ver­ba­len Dau­er­feu­er weni­ger an Selbst­dar­stel­lung den­ken – und statt­des­sen viel­leicht einen Arzt­be­such empfehlen.

3 Gedanken zu „Sprechdurchfall“

    • @Horst: Das schlim­me ist ja, dass so jemand mit einer der­ar­ti­gen Macht­fül­le aus­ge­stat­tet ist. 🤔

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      • In den USA tobt der Mob. Schon immer. Jetzt wirds für alle sichtbar.

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