Serientipp – The Blacklist

Einer der meist­ge­such­ten Ver­bre­cher der Welt spa­ziert see­len­ru­hig in das FBI-Haupt­quar­tier, lässt sich wider­stands­los fest­neh­men und bie­tet dann eine Zusam­men­ar­beit an. Das ist das Fun­da­ment von The Black­list, einer Serie, die über zehn Staf­feln hin­weg ein eben­so kom­ple­xes wie teils absur­des Netz aus Intri­gen spinnt.

Ray­mond „Red“ Red­ding­ton (bril­lant und mit spür­ba­rer Spiel­freu­de ver­kör­pert von James Spa­der), ist ein kri­mi­nel­les Genie, und steht auf der Lis­te der 10 meist­ge­such­ten Ver­bre­cher des FBI auf Platz 4.
Red­ding­ton schrieb sich in die United Sta­tes Naval Aca­de­my ein und schloss im Alter von 24 Jah­ren sein Stu­di­um als Stu­di­en­bes­ter ab. Er war auf dem bes­ten Weg eine hoch­ran­gi­ge Mari­ne­kar­rie­re zu absol­vie­ren, bevor er 1990 auf einer Heim­rei­se zu Weih­nach­ten ver­schwand und als »Gen­tle­man des Ver­bre­chens« wie­der auftauchte. 

Ray­mond Red­ding­ton ist im Besitz einer Lis­te, der Black­list. Dar­auf ste­hen Kri­mi­nel­le, von deren Exis­tenz das FBI nicht ein­mal ahnt – Hacker, Atten­tä­ter, Spio­ne und Strip­pen­zie­her, die zu gefähr­lich oder zu geschickt für her­kömm­li­che Ermitt­lungs­me­tho­den sind.

Red­ding­ton ist bereit, die­se Kri­mi­nel­len aus­zu­lie­fern, aller­dings unter zwei Bedingungen:

  1. Er erhält Immu­ni­tät für sei­ne eige­nen Taten.
  2. Er arbei­tet aus­schließ­lich mit der jun­gen Pro­fi­le­rin Eliza­beth Keen zusammen.

In der Regel folgt die Serie einem Mus­ter, bei dem pro Fol­ge ein neu­er Name von der Lis­te abge­ar­bei­tet wird. Die­se Ant­ago­nis­ten sind oft krea­tiv-grau­sa­me Verbrecher.

Die zen­tra­le Fra­ge aber, die sich wie ein roter Faden durch fast die gesam­te Lauf­zeit zieht, ist die Ver­bin­dung zwi­schen Red­ding­ton und Eliza­beth Keen. War­um sie? Ist er ihr Vater? Ein Beschüt­zer? Oder ver­folgt er ein weit­aus ego­is­ti­sche­res Ziel?

Wäh­rend die ers­ten Staf­feln noch stark von der Annä­he­rung zwi­schen Ray­mond Red­ding­ton (James Spa­der) und Eliza­beth Keen (Megan Boo­ne) lebt, ent­wi­ckelt sich die Serie spä­ter zu einem dich­ten Geflecht aus glo­ba­len Ver­schwö­run­gen. Red­ding­ton bleibt dabei stets der char­man­te und rede­ge­wand­te Mann im Maß­an­zug, der selbst in Todes­ge­fahr noch Zeit für eine aus­schwei­fen­de Anek­do­te über einen erst­klas­si­gen Wein fin­det. Eine Art James Bond auf der dunk­len Seite.

Für Freun­de des klas­si­schem Crime-Dra­ma, Polit-Thril­ler und einer ordent­li­chen Por­ti­on Exzen­trik hat, kommt an Red­ding­ton kaum vor­bei – auch wenn man zwi­schen­durch ein wenig Geduld für die immer ver­wor­re­ne­ren Geheim­nis­se mit­brin­gen muss. Die Serie läuft der­zeit auf Net­flix.

2 Kommentare zu „Serientipp – The Blacklist“

  1. “The Black­list” fand ich am Anfang tat­säch­lich rich­tig cool (schon weil Ped­ding­ton eher wie ein Durch­schnitts­typ aus­sieht: nix mit Six­pack, son­dern einen Kör­per wie du und ich — außer dass er schnel­ler und bes­ser schießt als ich (bei Dir weiß ich es nicht ;-))) — es wur­de dann aber irgend­wann zu absurd. Die Idee dahin­ter fand ich aber trotz­dem inter­es­sant. Erin­nert mich so’n ein biss­ken an “Hust­le” wo aber Gau­ner eher gewalt­los ande­re Gau­ner über den Tisch ziehen.
    Auch die fast zeit­gleich erschie­ne­ne US-Serie “Per­son of Inte­rest” fand ich am Anfang super (auch wegen dem Plot mit der “Maschi­ne”) — fand die Fol­gen aber irgend­wann so was von zusam­men­ge­wür­felt und die Hand­lungs­strän­ge so kru­de, dass auch die Serie bei mir im Regal verstaubt.
    War­um gibt es nicht ein paar net­te Kri­mis von der Augs­bur­ger Pup­pen­kis­te? URMEL — DER AGENT DES KAISERS.. Gewalt­frei, Fami­li­en­taug­lich, Lus­tig.. Das wär mal was!
    Viel Spaß beim schau­en — ich update gra­de die Biblio­thek mei­nes PLEX-Ser­vers — fast 70 Seri­en aus 6 Jahr­zehn­ten (wer kennt noch “gestat­ten, mein Name ist Cox” mit Gün­ther Pfitz­mann, “Per­cy Stuart” mit Claus Wil­ke, “Graf Yos­ter gibt sich die Ehre” mit Lukas Amman und Wol­gang Völz, oder “die selt­sa­men Metho­den des Franz-Josef Wan­nin­ger” (Beppo Brem) mit sei­nem Gehil­fen Stöckel..
    Grü­ße ins Sau­er­land, wo es sogar schon TV gibt.. 😉

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  2. Na ja stimmt schon, jetzt ab Staf­fel 8 wird’s schon extrem selt­sam. Macht aber nix, bis jetzt ist die Serie immer noch span­nend und ich bin auch jemand, der eine Serie pro­blem­los abbre­chen kann. Aber da hast du ja wirk­li­che Schätz­chen auf dem Ser­ver lie­gen, die meis­ten sagen mir aller­dings nichts. TV gab’a hier erst ab 1970, glau­be ich. 😁 (Doch, muss so in den Jah­ren gewe­sen sein, ich erin­ne­re mich als wan­deln­de Fern­be­die­nung für mei­ne Eltern gedient zu haben.)

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