Neue Anwendung — Cloudflare

Cloud­fla­re ist ein DNS-Ser­ver, der zwi­schen dem eige­nen Hos­ter und dem Besu­cher der Sei­te geschal­tet wird. Cloud­fla­re ist sozu­sa­gen Ver­mitt­ler. Ein­mal kon­fi­gu­riert, kom­men die Inhal­te der Sei­te aus dem Cache von Cloud­fla­re, nicht mehr vom Hos­ter. Die DND-Ein­trä­ge zei­gen also auf Cloud­fla­re. Die eigent­li­che IP ist nicht mehr sicht­bar. Anfangs war ich ein wenig skep­tisch, schließ­lich bedeu­tet ein zusätz­li­cher Ser­ver zusätz­li­che Ska­lie­re­rei. Aller­dings betrei­be ich an mei­ner Fritz­Box zu Hau­se bei­spiels­wei­se ja auch den Wer­be­blo­cker piho­le; im Grun­de eine ähn­li­che Anwen­dung zum Blo­ckie­ren von Wer­bung, die im End­ef­fekt damit die Daten schnel­ler zur Ver­fü­gung stellt. 

Cloud­fla­re bie­tet bereits in der kos­ten­lo­sen Ver­si­on ähn­li­ches: Durch den Ein­satz eines leis­tungs­star­ken Ser­ver­net­zes wer­den die Inhal­te der Sei­ten auf allen Ser­ver gecacht. Die Anfra­ge (Besuch der Sei­te) geht an den nächst­ge­le­ge­nen Cloud­fla­re-Ser­ver Die­ser prüft, ob die Daten bereits im Cache lie­gen. Soll­te das der Fall sein, wer­den direkt aus­lie­fern, wenn nicht, wer­den sie geholt und gespeichert. 

Im Ergeb­nis lie­gen häu­fig auf­ge­ru­fe­ne Inhal­te auf meh­re­ren Ser­vern welt­weit. Somit wird die Sei­te schnel­ler und der eigent­li­che Ser­ver beim Hoster.
Blog­ger­kol­le­ge Horst Schul­te setzt bereits län­ger auf Cloud­fla­re. Und klar, dass muss­te ich auch aus­pro­bie­ren. Da ich das Plug­in WP-Rocket nut­ze, gestal­tet sich die Kon­fi­gu­ra­ti­on etwas schwie­ri­ger, dank der KI Clau­de ist das aber auch für einen Anfän­ger kein Problem. 

Mir ging es eigent­lich nicht so sehr um einen Geschwin­dig­keits­schub, Dank WP-Rocket lädt mei­ne Sei­te bereits unter 500ms. Was mich über­zeugt hat, ist die Tat­sa­che, dass Cloud­fla­re bereits in der kos­ten­lo­sen Grund­ver­si­on Schutz vor dem Besuch von Bots und DDoS-Angrif­fen (Über­las­tung durch vie­le Anfra­gen) und ande­ren Schäd­lin­gen bie­tet. Zudem ver­steckt Cloud­fla­re die eigen IP-Adres­se. Ein mög­li­cher Angrei­fer wür­de nur die IP von Cloud­fla­re sehen. Sogar ein kos­ten­lo­ses SSL-Zer­ti­fi­kat bie­tet Cloud­fla­re. (Alter­na­tiv, wenn der eige­ne Hos­ter damit geizt) 

Ob die Kon­fi­gu­ra­ti­on am Ende funk­tio­niert, lässt sich an ver­schie­de­nen Para­me­tern im Brow­ser in der Netz­werk­ana­ly­se able­sen. Bei mir war es übri­gens Clau­de sel­ber, der mir bei einer von mir beauf­tra­gen Ana­ly­se mel­de­te: Ich kom­me als Bot nicht mehr auf den Ser­ver, scheint also zu funktionieren. 😊 

Es macht Übri­gen Sinn, nach der Kon­fi­gu­ra­ti­on mit Cloud­fla­re die htac­cess-Datei von einer KI im Zusam­men­hang mit Cloud­fla­re noch ein­mal über­prü­fen zu las­sen. Ich hat­te bei­spiels­wei­se so viel rum­kas­ka­diert, dass sich ver­schie­de­ne Caches gegen­sei­tig im Weg stan­den. Der Geschwin­dig­keits­zu­wachs nach der Kon­fi­gu­ra­ti­on mit Cloud­fla­re bei mir war zwar beschei­den, für Blogs mit vie­len Bil­dern ist das sicher erheb­lich spür­ba­rer. Aller­dings kann es ja nicht ganz so ver­kehrt sein, die meis­ten Bots auszusperren. 

Serientipp – The Blacklist

Einer der meist­ge­such­ten Ver­bre­cher der Welt spa­ziert see­len­ru­hig in das FBI-Haupt­quar­tier, lässt sich wider­stands­los fest­neh­men und bie­tet dann eine Zusam­men­ar­beit an. Das ist das Fun­da­ment von The Black­list, einer Serie, die über zehn Staf­feln hin­weg ein eben­so kom­ple­xes wie teils absur­des Netz aus Intri­gen spinnt.

Ray­mond „Red“ Red­ding­ton (bril­lant und mit spür­ba­rer Spiel­freu­de ver­kör­pert von James Spa­der), ist ein kri­mi­nel­les Genie, und steht auf der Lis­te der 10 meist­ge­such­ten Ver­bre­cher des FBI auf Platz 4.
Red­ding­ton schrieb sich in die United Sta­tes Naval Aca­de­my ein und schloss im Alter von 24 Jah­ren sein Stu­di­um als Stu­di­en­bes­ter ab. Er war auf dem bes­ten Weg eine hoch­ran­gi­ge Mari­ne­kar­rie­re zu absol­vie­ren, bevor er 1990 auf einer Heim­rei­se zu Weih­nach­ten ver­schwand und als »Gen­tle­man des Ver­bre­chens« wie­der auftauchte. 

Ray­mond Red­ding­ton ist im Besitz einer Lis­te, der Black­list. Dar­auf ste­hen Kri­mi­nel­le, von deren Exis­tenz das FBI nicht ein­mal ahnt – Hacker, Atten­tä­ter, Spio­ne und Strip­pen­zie­her, die zu gefähr­lich oder zu geschickt für her­kömm­li­che Ermitt­lungs­me­tho­den sind.

Red­ding­ton ist bereit, die­se Kri­mi­nel­len aus­zu­lie­fern, aller­dings unter zwei Bedingungen:

  1. Er erhält Immu­ni­tät für sei­ne eige­nen Taten.
  2. Er arbei­tet aus­schließ­lich mit der jun­gen Pro­fi­le­rin Eliza­beth Keen zusammen.

In der Regel folgt die Serie einem Mus­ter, bei dem pro Fol­ge ein neu­er Name von der Lis­te abge­ar­bei­tet wird. Die­se Ant­ago­nis­ten sind oft krea­tiv-grau­sa­me Verbrecher.

Die zen­tra­le Fra­ge aber, die sich wie ein roter Faden durch fast die gesam­te Lauf­zeit zieht, ist die Ver­bin­dung zwi­schen Red­ding­ton und Eliza­beth Keen. War­um sie? Ist er ihr Vater? Ein Beschüt­zer? Oder ver­folgt er ein weit­aus ego­is­ti­sche­res Ziel?

Wäh­rend die ers­ten Staf­feln noch stark von der Annä­he­rung zwi­schen Ray­mond Red­ding­ton (James Spa­der) und Eliza­beth Keen (Megan Boo­ne) lebt, ent­wi­ckelt sich die Serie spä­ter zu einem dich­ten Geflecht aus glo­ba­len Ver­schwö­run­gen. Red­ding­ton bleibt dabei stets der char­man­te und rede­ge­wand­te Mann im Maß­an­zug, der selbst in Todes­ge­fahr noch Zeit für eine aus­schwei­fen­de Anek­do­te über einen erst­klas­si­gen Wein fin­det. Eine Art James Bond auf der dunk­len Seite.

Für Freun­de des klas­si­schem Crime-Dra­ma, Polit-Thril­ler und einer ordent­li­chen Por­ti­on Exzen­trik hat, kommt an Red­ding­ton kaum vor­bei – auch wenn man zwi­schen­durch ein wenig Geduld für die immer ver­wor­re­ne­ren Geheim­nis­se mit­brin­gen muss. Die Serie läuft der­zeit auf Net­flix.

Wer suchet, der findet?!

Inwie­weit sich neue Ein­kaufs­lä­den und zuneh­men­des Alter gene­rell aus­schlie­ßen, weiß ich nicht. Was ich aber sicher sagen kann: Auf mich trifft die The­se zu.

Im Nach­bar­ort hat ein neu­er Aldi auf­ge­macht, direkt neben dem bestehen­den Ede­ka. Die Lokal­zei­tung wid­me­te dem Ereig­nis eine gan­ze Sei­te, und ein erstaun­lich gro­ßer Teil der Mit­bür­ger fei­er­te die Eröff­nung, als hät­te Deutsch­land gera­de die WM gewon­nen. Mein Rewe – Ein­kaufs­zo­ne mei­nes Ver­trau­ens – nahm das zum Anlass, nicht nur zu reno­vie­ren, son­dern den gesam­ten Laden nach Mar­ke­ting­lo­gik ein­mal kom­plett auf links zu dre­hen. Nennt sich im Fach­jar­gon Visu­al Mer­chan­di­sing und hat zum Zweck, die Kun­den so zu ver­wir­ren, dass sie nicht mehr wis­sen, was sie woll­ten und so viel unnüt­zes Zeug kau­fen. Den­ke ich jedenfalls. 

Für Men­schen, die Ein­kau­fen als Frei­zeit­be­schäf­ti­gung sehen, mag das ein inter­es­san­tes Erleb­nis sein. 

Für jeman­den wie mich, der Ein­kau­fen als strikt abzu­ar­bei­ten­de Auf­ga­be mit fes­tem Zeit­kon­tin­gent, opti­mier­ten Ein­kaufs­zei­ten, berech­ne­ten Bewe­gungs­ab­läu­fen und exakt geplan­ter Rou­te per Ein­kaufs­zet­tel im Han­dy betrach­tet, ist so ein Umbau ziem­lich unlus­tig. Viel­leicht fehlt mir auch der Humor. Jeden­falls ist man mit einem Schlag blind und steht spä­tes­tens am drit­ten Regal da wie ein Anfän­ger, weil die Rou­ti­ne nicht mehr greift.

Um den Ein­kaufs­pro­zess neu zu kali­brie­ren und trotz­dem in annehm­ba­rer Zeit fer­tig zu wer­den, habe ich mir am Sams­tag – bei maxi­ma­ler Ein­kaufs­wa­gen­dich­te – eine neue Tak­tik zurecht­ge­legt: Wagen abstel­len, das Gelän­de erst­mal zu Fuß erkun­den und gefun­de­ne Lebens­mit­tel am Ende jedes Gangs dem gepark­ten Wagen zufüh­ren. So die Theo­rie. In der Pra­xis rann­te ich schließ­lich mit voll­ge­pack­ten Armen durch den Laden und such­te den irgend­wo abge­stell­ten, inzwi­schen natür­lich ver­ges­se­nen Einkaufswagen.

Bin ich froh, dass ich wenigs­tens noch den Aus­gang finde. 

Dienstleister statt Industriestandort?

Es scheint momen­tan in Mode zu sein, eine gewis­se nega­ti­ve Grund­stim­mung gegen Deutsch­land als Indus­trie­land zu forcieren. 

Im Kon­text mit der Ener­gie­kri­se for­dern eini­ge die Abwan­de­rung min­des­tens der ener­gie­in­ten­si­ven Indus­trie. Selbst die Wirt­schafts­wei­se Moni­ka Schnit­zer for­dert die Abwan­de­rung der ener­gie­in­ten­si­ven Indus­trien aus Deutschland. 

Ist es tat­säch­lich so, dass wir ohne Indus­trie in Deutsch­land bes­ser dran wären? Wäre das etwas, um nach­hal­tig Umwelt­schutz zu betrei­ben und den Kli­ma­wan­del posi­tiv zu beeinflussen? 

Wer­fen wir einen Blick auf den Sta­tus quo: Deutsch­land heu­te, das ist ein Land, in dem immer noch etwa 20 bis 23 % des Brut­to­in­lands­pro­dukts (BIP) direkt aus der Indus­trie stam­men. Wir sind extrem export­ori­en­tiert – die Welt kauft unse­re Maschi­nen, und wir finan­zie­ren davon die not­wen­di­gen Aus­ga­ben des Staats, der durch Steu­ern und Bei­trä­ge finan­ziert wird. 

So weit, so sta­bil. Zumin­dest in der Theorie.

Doch spie­len wir das Sze­na­rio ein­mal kon­se­quent zu Ende: Was pas­siert eigent­lich, wenn die Indus­trie­pro­duk­ti­on in den nächs­ten Jah­ren mas­siv weg­bricht oder schlicht ins Aus­land abwandert?

Ein Gedankenspiel:

Soll­te die Indus­trie weg­fal­len, reden wir hier nicht über eine klei­ne Del­le im Wachs­tum. Wir reden über einen mas­si­ven Ein­bruch der Wirt­schafts­kraft. In einem rea­lis­ti­schen Modell bricht das BIP um 15 % bis 25 % ein. Das ist kein „Gür­tel-enger-schnal­len“ mehr, das ist ein struk­tu­rel­ler Totalschaden.

Die Fol­gen wären dramatisch:

  • Die Expor­te sin­ken dras­tisch, weil wir schlicht nichts mehr haben, das die Welt uns abneh­men will.
  • Die Han­dels­bi­lanz kippt – und zwar krachend.

  • Von der Exportnation zum Bittsteller

    Das Ergeb­nis die­ser Ent­wick­lung wäre eine fun­da­men­ta­le Trans­for­ma­ti­on – und zwar kei­ne von der Sor­te, die man mit dem Wort „Zukunfts­chan­cen“ schön­fär­ben kann. Deutsch­land wür­de sich von einer stol­zen Export­na­ti­on zu einer import­ab­hän­gi­gen Dienst­leis­tungs­öko­no­mie wan­deln, viel­leicht noch als Staat, der sich in Acker­bau und Vieh­zucht versucht.

    Forschung, Innovation, Investitionen, all das wäre unwiederbringlich weg.

    Der Arbeits­markt wür­de kol­la­bie­ren. Jeder Indus­trie­job zieht 2–3 ande­re Jobst hin­ter­her. Bei ca. 8 Mil­lio­nen Men­schen, cie die direkt in der Indus­trie beschäf­tig sind, spre­chen wir in Sum­me von etwa 24 Mil­lio­nen direkt oder indi­rekt betrof­fe­nen Arbeit­neh­mern. Die Arbeits­lo­sen­quo­te wür­de durch die Decke gehen. Das Gesund­heit – und Sozi­als­tem wäre am Ende. Alle Staats­aus­ga­ben müss­ten auf den Prüf­stand; die meis­ten wären ver­mut­lich nicht mehr finanzierbar. 

    Wir müss­ten dann also vor allem Dienst­leis­tun­gen aus­tau­schen, wäh­rend wir die lebens­not­wen­di­gen Güter und Tech­no­lo­gien teu­er aus dem Aus­land ein­kau­fen müs­sen. Ohne Indus­trie wür­de Deutsch­land deut­lich ärmer wer­den. Der Sozi­al­staat wür­de mas­siv unter Druck gera­ten, mit der Fol­ge mas­si­ver Zunah­me von Kri­mi­na­li­tät und Ver­bre­chen. Letzt­end­lich wür­den wir an inter­na­tio­na­ler Bedeu­tung ver­lie­ren. Von den innen­po­li­ti­schen Ver­wer­fun­gen will ich gar nicht erst anfangen. 

    Ob man mit Haa­re­schnei­den und App-Pro­gram­mie­ren einen Wohl­stand auf­recht­rech­nen kann, der bis­her an der Wert­schöp­fung von Stahl, Che­mie und Auto­mo­bi­len hing, darf bezwei­felt werden. 

    Viel­leicht soll­ten wir uns weni­ger dar­auf kon­zen­trie­ren, wie wir die Indus­trie los­wer­den, und mehr dar­auf, wie wir sie behal­ten. Bevor wir am Ende nur noch dasit­zen und uns gegen­sei­tig per App erklä­ren, war­um der Kühl­schrank leer bleibt. 

    KI für zu Hause

    Ich habe es, glau­be ich, schon an ande­rer Stel­le erwähnt: Ich bin ein Ver­fech­ter des Sie­zens. Die­se per­ma­nen­te, unge­frag­te Duze­rei im ana­lo­gen Leben emp­fin­de ich schlicht­weg als Zumu­tung. Weder habe ich mit dem Herrn OTTO Ver­sand aus Ham­burg zusam­men in der Sand­kis­te gespielt, noch ste­he ich mit der Legi­on der „Dau­er-Duzer“ gemein­sam am Pin­kel­be­cken. Distanz ist eine Fra­ge der Höflichkeit.

    Die Aus­nah­me ist Blog­gers­dorf digi­tal und mei­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen analog. 

    Umso über­ra­schen­der die jüngs­te Erkennt­nis aus mei­nem eige­nen Maschi­nen­raum: Mei­ne »eige­ne« KI, sicher auf mei­ner Fest­plat­te behei­ma­tet, siezt mich ganz förm­lich. Ihr Bru­der in der wil­den, wei­ten Netz­welt hin­ge­gen scheint auf das Du ange­lernt zu sein. 

    Anlass die­ser Beob­ach­tung ist die Nut­zung von Gem­ma 4. Goog­le hat vor ein paar Tagen die­ses Lar­ge Lan­guage Model (LLM) gewis­ser­ma­ßen ver­schenkt. Gem­ma 4 basiert auf der­sel­ben Archi­tek­tur wie Gemi­ni 4, lässt sich jedoch her­un­ter­la­den und ohne läs­ti­ge Cloud-Anbin­dung lokal nut­zen. Das Modell ist etwa 10 GB groß und behaup­tet von sich selbst, die gesam­te Geschich­te der Mensch­heit, Kul­tur und Kunst zu beherrschen.

    Wer es aus­pro­bie­ren möch­te: Die Open-Source-Soft­ware oll­ama macht die loka­le Aus­füh­rung auf dem Desk­top zum Kin­der­spiel. Mac-User haben es beson­ders leicht: Ein kur­zes brew install oll­ama im Ter­mi­nal via Home­brew und die Sache läuft. Modell aus­wäh­len, Klick, fer­tig. Der Charme an der Sache: Alles bleibt auf dem eige­nen Rech­ner, kein Daten­ab­fluss, kei­ne neu­gie­ri­ge Cloud.

    Natür­lich stößt die Hard­ware zu Hau­se bei hoch­kom­ple­xen Auf­ga­ben irgend­wann an ihre Gren­zen, aber für den digi­ta­len All­tag ist Gem­ma 4 abso­lut brauch­bar. Und das Bes­te: Inmit­ten der Tyran­nei des Duzens bewahrt Gem­ma die Contenance.

    »Ich stehe Ihnen zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und Aufgaben basierend auf diesen Kapazitäten zu lösen. Wie kann ich Ihnen technisch weiterhelfen?«

    Erin­nert an Jar­vis aus dem Mar­vel Uni­ver­sum. Viel­leicht bie­te ich ihr irgend­wann das Du an. 

    Ressourcen ausgeschöpft?

    Ich dach­te zuerst an eine SPAM-Mail, als ich die Mit­tei­lung mei­nes Pro­vi­ders net­cup las. Das Daten­kon­tin­gent wäre zum größ­ten Teil erreicht und der Hos­ter wür­de mir dem­nächst den Zugang sper­ren. Wenn ich mehr Res­sour­cen benö­ti­gen wür­de, soll­te ich mich mel­den. Ein Blick ins Dash­board bestä­tig­te die E‑Mail. Angeb­lich hat­te ich mit mei­nen Daten bereits 63 GB auf mei­nem Web­space belegt. Das konn­te eigent­lich nicht sein. Sicher, ich habe eini­ge Daten­ban­ken und auch eine selbst­ge­hos­te­te Cloud, aber 63 GB? 

    Im Admin Bereich des Hos­ters las­sen sich die Daten­be­stän­de des jewei­li­gen Ver­trags schnell zusam­men­rech­nen. Alles in allem kam ich auf 11,5 GB. Was war da los?

    Die Tickets für den Sup­port jeden­falls blie­ben unbe­ant­wor­tet, aber tele­fo­nisch erreich­te ich jeman­den vom Kun­den­ser­vice. Nach eini­gen skep­ti­schen Bemer­kun­gen wur­de der Sup­port Mit­ar­bei­ter fün­dig. Der Trash Ord­ner war mit fast 50 GB Daten gut gefüllt, zeigt das aber dem Kun­den nicht an. Sehen kann das nur der Hos­ter sel­ber. Nach der Löschung muss dann nur noch im Bereich Plesk das Daten­vo­lu­men neu errech­net wer­den und schon ist die Daten­welt wie­der in Ord­nung. Wer also dar­an denkt, den Ver­trag auf­grund Daten­platz­man­gel auf­zu­sto­cken, soll­te vor­ab viel­leicht erst ein­mal den Ord­ner Trash leeren. 

    Interstellarer Kuscheltrip

    Kinokritik: Der Astronaut- Project Hail Mary

    Ryland Grace (Ryan Gosling) wacht ohne Gedächt­nis auf einem Raum­schiff auf – sei­ne Kol­le­gen sind bereits im Schlaf ver­schie­den. Er ist der letz­te Stroh­halm der Mensch­heit, um das Aus­lö­schen der Son­ne zu ver­hin­dern. Auf sei­ner Odys­see trifft er auf ein außer­ir­di­sches Stein­we­sen, das er auf den krea­ti­ven Namen »Rocky« tauft. Gemein­sam bas­teln, musi­zie­ren und phi­lo­so­phie­ren sich die bei­den durch die Gala­xie, um das Uni­ver­sum zu retten.

    Man muss es so sagen: Der Film ist kein knall­har­tes Welt­raum-Dra­ma, son­dern eher eine Lie­bes­er­klä­rung an die Ära von E.T. Das Gan­ze ist ganz nied­lich gera­ten – ein Film, den man sich her­vor­ra­gend mit der Fami­lie anse­hen kann, ohne dass man danach drei Tage lang über die Abgrün­de der mensch­li­chen Exis­tenz grü­beln muss.

    Ryan Gosling spielt die­sen Ryland Grace mit einer Spiel­freu­de, die anste­ckend wirkt. Er gibt den ver­träum­ten Sof­tie-Wis­sen­schaft­ler so über­zeu­gend, dass man ihm den inter­stel­la­ren Mac­Gy­ver sofort abnimmt und ihn eigent­lich stän­dig in den Arm neh­men möch­te. Wenn er mit sei­nem Ali­en-Kum­pel »Rocky« kom­mu­ni­ziert, fehlt eigent­lich nur noch der leuch­ten­de Zei­ge­fin­ger, um die Hom­mage an Spiel­berg per­fekt zu machen. »Rocky« ist dabei so rüh­rig gestal­tet, dass man fast ver­ges­sen könn­te, dass es sich um ein außer­ir­di­sches Gestein han­delt. Das Rocky zu allem Über­fluss nicht auch noch über­gro­ßen Baby­au­gen spen­diert bekom­men hat, nimmt der Zuschau­er dank­bar wahr.

    Den stren­gen Kon­trast dazu setzt San­dra Hül­ler als Eva Stratt. Wäh­rend im All der Kuschel­kurs gefah­ren wird, agiert Hül­ler auf der Erde mit einer Küh­le, wie eine frisch polier­te Edel­stahl­ar­beits­plat­te in der Küche. Eva Stratt spielt unnah­bar und effi­zi­ent – eine ech­ter »Maît­re de Mis­si­on«. Die­ser Kon­trast zwi­schen Hül­lers eisi­ger Pro­fes­sio­na­li­tät und Goslings ver­träum­tem Ent­de­cker­geist lässt den Film letzt­end­lich nicht voll­ends als Schmon­zet­te abtun.

    Fazit: Für Fans von E.T. und rüh­ri­gen Sci-Fi-Geschich­ten ist »Pro­ject Hail Mary« ein ech­tes Fest. Wer kein Pro­blem mit einer Por­ti­on Welt­raum-Zucker­wat­te hat und sich ger­ne von der Spiel­freu­de eines Ryan Gosling anste­cken lässt, wird hier bes­tens bedient.

    Wer wegen der erhoff­ten schö­nen Welt­raum­bil­der ins Kino gekom­men war, wur­de ent­täuscht und soll­te sich viel­leicht lie­ber noch mal den Film »Gra­vi­ty« ansehen. 

    Wirtschaftscrash abgewendet?

    Die Inter­na­tio­na­le Ener­gie­agen­tur (IEA) sah ges­tern schon die Lich­ter aus­ge­hen: Mas­si­ve Ver­sor­gungs­eng­päs­se bei Öl, Gas und Indus­trie­stof­fen, die alles bis­her Dage­we­se­ne in den Schat­ten stel­len soll­ten. IEA-Chef Fatih Birol mal­te bereits einen »schwar­zen April« an die Wand, falls der Iran die Stra­ße von Hor­mus wei­ter dicht­macht. Beson­ders in der deut­schen Indus­trie, die ohne­hin unter Strom­prei­sen lei­det, lie­gen die Ner­ven blank.

    Wenig spä­ter dann die Mel­dung: Eine vier­zehn­tä­gi­ge Waf­fen­ru­he und die Öff­nung der Meer­enge. Aber ist das jetzt der gro­ße diplo­ma­ti­sche Durch­bruch oder nur eine wei­te­re Beru­hi­gungs­pil­le für den ner­vö­sen Markt?

    Die Situa­ti­on ist an Para­do­xie kaum zu über­bie­ten: Aus­ge­rech­net der Mann, der den Kar­ren erst in den Dreck gefah­ren hat, lässt sich jetzt als Ret­ter der Welt­wirt­schaft fei­ern. Erst droh­te Trump dem Iran mit mar­tia­li­schen Wor­ten und ulti­ma­ti­ven Angrif­fen, um dann – nach Ver­mitt­lung durch Paki­stan – davon abzu­se­hen.

    Euro­pa und Deutsch­land hal­ten sich der­weil vor­nehm zurück. Man ist wohl zu sehr damit beschäf­tigt, froh über die eige­ne Haut zu sein, als dass man es wagen wür­de, Trumps erra­ti­schen Füh­rungs­stil offen zu kritisieren.

    Man muss kein Pro­phet sein, um zu ahnen: Trump mal wie­der mit dem Feu­er gespielt und fast einen Flä­chen­brand aus­ge­löst. Auch wenn wir ver­mut­lich so gera­de vor einem Wirt­schaft­s­crash vor­her gekom­men sind:

    Was kommt nach dem Iran?