Endlich — Spritproblem gelöst

Das Pro­blem mit dem teu­ren Ben­zin dürf­te sich erle­digt haben. An der Uni­ver­si­tät Chruz ist es gelun­gen, ein brenn­ba­res Gas her­zu­stel­len, wel­ches aus — man glaubt es kaum — Urin gewon­nen wird. »Die Lösung war eigent­lich ziem­lich nahe­lie­gend«, berich­tet Prof. Mül­ler. Urin besteht zu gro­ßen Tei­len aus Ammo­ni­ak, dass wie­der­um aus Was­ser­stoff und Stick­stoff besteht.

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Durch Syn­the­ti­sie­rung ist es mög­lich, die Was­ser­stoff­ato­me abzuspalten.Der wich­tigs­te Pro­zess heißt Ammoniak-Spaltung:

2NH_3 \right­ar­row N_2 + 3H_2

Dabei wird Ammo­ni­ak in:
• Stick­stoff (N₂)
• Was­ser­stoff (H₂)
zerlegt

Die Bedin­gun­gen dazu sind in moder­nen Moto­ren vor­han­den: Wär­me, Druck und ein Kata­ly­sa­tor. Durch Modi­fi­zie­rung eines Die­sel­mo­tors ist es somit erst­mals gelun­gen, den Pro­zess kom­plett im Motor zu gene­rie­ren. Soll­te es also gelin­gen, Autos mit Harn­stoff­an­trieb zu annehm­ba­ren Prei­sen bau­en zu kön­nen, »Kön­nen sie theo­re­tisch in ihren Tank pin­keln, statt an die Zapf­säu­le zu fah­ren«, so der Ent­wick­ler und tech­ni­sche Lei­ter an der Uni Chruz. Das ein­zi­ge Pro­blem: Sie müss­ten schon viel trin­ken, um bei einer län­ge­ren Fahr­stre­cke den Ener­gie­be­darf aus eige­nen Mit­teln zu generieren. 

Bitte beachten Sie dringend das Datum der Veröffentlichung, den Link zwei Zeilen vorher, diesen Link, lesen Sie die den category tag und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Pure Blog im Grid-Layout

Nach­dem ich mich bei dem CMS Pure Blog mit dem Import von Blog­bei­trä­gen aus Word­Press beschäf­tigt habe und mir rausgerufen.de beim Anle­gen einer Archiv­sei­te etwas Nach­hil­fe hat zukom­men las­sen, habe ich mich an ein Grid­lay­out für Pure Blog gewagt.

Und sie­he da, mit Hil­fe von ChatGPT hat es zu einem ordent­li­chen Lay­out gereicht. Zu sehen auf mei­ner Test­sei­te textkladde.de.

Wer möch­te: Ich habe hier in einer Datei die bei­den benö­tig­ten Datei­en (post-list.php und style.css) als Down­load zur Ver­fü­gung gestellt.

Das Grid Lay­out funk­tio­niert übri­gens nur, wenn in den Ein­stel­lun­gen unter The­mes -> »Ansicht Bei­trags­lis­te« die Opti­on »Text­aus­zug« ange­klickt ist. 

Quo Vadis SPD?

KI-Bild

Die jüngs­te Umfra­ge in der Sen­dung »Bericht aus Ber­lin [ab Min.18]« hat es schwarz auf weiß gezeigt: Für die Mehr­heit der Befrag­ten ist die SPD schlicht kei­ne Arbei­ter­par­tei mehr. Das war zwar vor­her­seh­bar, aber als poli­ti­sches Urteil hat es die Wucht eines Vor­schlag­ham­mers. Wer die Zei­chen der Zeit so kon­se­quent igno­riert, braucht sich nicht zu wun­dern, wenn die Quit­tung an der Wahl­ur­ne jedes Mal schmerz­haf­ter ausfällt. 

Die Wäh­ler erwar­ten eine Rück­be­sin­nung auf das, was die­se Par­tei ein­mal groß gemacht hat. Es ist Zeit, das Pro­fil als ech­te Arbei­ter­par­tei zu schär­fen – und zwar mit Inhal­ten, die bei denen ankom­men, die die Mie­te bezah­len müssen. 

Die Erwar­tungs­hal­tung der Basis ist ein­deu­tig: Wer den Laden mit sei­ner täg­li­chen Arbeit am Lau­fen hält, darf nicht län­ger die Melk­kuh der Nati­on sein. Es ist ein poli­ti­sches Armuts­zeug­nis, dass klei­ne und mitt­le­re Ein­kom­men über­pro­por­tio­nal belas­tet wer­den, wäh­rend die gro­ßen Ver­mö­gen oft unge­scho­ren davon­kom­men. Eine SPD, die sich wie­der als Arbei­ter­par­tei ver­steht, muss die Pro­gres­si­ons­kur­ve radi­kal zu Guns­ten klei­ner und mitt­le­rer Ein­kom­men ver­schie­ben. Spür­ba­re Ent­las­tung für die, die den All­tag stem­men und zwar nicht nur ein zwei Pro­zent­pünkt­chen, son­dern als ech­te spür­ba­re Entlastung.

Rente: Respekt vor der Lebensleistung

Wer 45 Jah­re lang ein­ge­zahlt hat, will kei­ne Vor­le­sung über demo­gra­fi­schen Wan­del hören, son­dern sein Recht auf eine abschlags­freie Ren­te wahr­neh­men. Das ist kei­ne Fra­ge von Gna­de, son­dern von Gerech­tig­keit. Wer die­ses Land über Jahr­zehn­te auf­ge­baut hat, ver­dient Sicher­heit ohne Wenn und Aber. Hier könn­te die SPD pro­fi­lie­ren, dass Lebens­leis­tung mehr zählt als jedes ver­si­che­rungs­ma­the­ma­ti­sche Gutachten. 

Effizienz statt Kassen-Wildwuchs

Im Gesund­heits­we­sen leis­tet man sich den Luxus einer unüber­schau­ba­ren Viel­zahl an Kran­ken­kas­sen – ein büro­kra­ti­scher Was­ser­kopf, der Mil­li­ar­den ver­schlingt. Die Zusam­men­füh­rung zu weni­gen, leis­tungs­fä­hi­gen Ein­hei­ten wür­de nicht nur die Ver­wal­tung ver­schlan­ken, son­dern die Ver­sor­gung dort stär­ken, wo sie hin­ge­hört: zum Versicherten.

Moderne Fairness statt konservativer Privilegien

Das Ehe­gat­ten­split­ting ist ein Relikt aus einer Zeit, die wir längst hin­ter uns gelas­sen haben soll­ten. Es bremst die Gleich­be­rech­ti­gung und passt nicht mehr zur Rea­li­tät moder­ner Fami­li­en. Wer sich als moder­ne Arbei­ter­par­tei pro­fi­lie­ren will, muss hier ran und ech­te Fair­ness zwi­schen den Geschlech­tern schaffen. 

Gleich­zei­tig muss Schluss sein mit dem Wild­wuchs der pre­kä­ren Beschäf­ti­gung. Befris­tun­gen ohne Sach­grund und Lohn­dum­ping unter­gra­ben das Ver­trau­en in den Rechts­staat und die eige­ne Zukunft. Die kon­se­quen­te Abschaf­fung die­ser Unsi­cher­hei­ten wäre das deut­lichs­te Signal an die abhän­gi­gen Beschäf­tig­ten, dass ihre Inter­es­sen wie­der obers­te Prio­ri­tät haben. 

Rückgrat beweisen

Der Mit­tel­stand, die Fach­kräf­te und die mitt­le­ren Ange­stell­ten sind das eigent­li­che Rück­grat die­ses Lan­des. Wenn die SPD hier nicht schleu­nigst wie­der andockt, wird sie in der Bedeu­tungs­lo­sig­keit ver­schwin­den. Fort­schritt darf nie­mals auf Kos­ten der sozia­len Sicher­heit gehen. Es geht nicht um den Rück­bau des Sozi­al­staats, son­dern um sei­ne muti­ge Wei­ter­ent­wick­lung. Wer jetzt kei­ne kla­re Kan­te zeigt, braucht sich über den wei­te­ren Absturz nicht zu wundern. 

Ja, eini­ge Vor­schlä­ge hat Lars Klin­gen­beil vor­ge­tra­gen, aller­dings nicht im sprach­li­chen Duk­tus eines Sozi­al­de­mo­kra­ten, son­dern als jemand, der mög­lichst nicht anecken will. Das funk­tio­niert nicht. 

Eine not­wen­di­ge radi­ka­le Neu­aus­rich­tung der Sozi­als­de­mo­kra­ten lässt sich nicht mit einer weich­ge­spül­ten Füh­rung bewerk­stel­li­gen, die lie­ber im Ber­li­ner Polit-Main­stream mit­schwimmt, statt unbe­que­me Kan­te zu zeigen. 

Wer die Arbei­ter­klas­se zurück­ge­win­nen will, braucht Köp­fe mit Rück­grat, Ecken und Kan­ten und kei­ne Phra­sen­dre­scher im Karrieremodus.

Plugin für Wetterdaten

Eine auto­ma­ti­sche Wet­ter­da­ten­er­he­bung in Word­Press, täg­lich auto­ma­tisch erstellt und mit einer Import­funk­ti­on für Excel gefäl­lig? Ein offi­zi­el­les Plug­in dafür gibt es [bis jetzt] nicht. Also habe ich mich sel­ber dran gemacht und zusam­men mit ChatGPT ein Plug­in genau für die­se Zwe­cke geschrie­ben, das auf die Daten von Open­Wea­ther­Map zugreift und über­sicht­lich in eine Tabel­le einpflegt. 

Das Plug­in kann hier run­ter­ge­la­den wer­den. Ent­pa­cken und ab auf den Ser­ver im Ord­ner Plug­ins hochladen.

wp-content/plugins/wetter-logger/wetter-logger.php

Fol­gen­de Schrit­te sind notwendig:

Schritt 1:
API-Key holen (kos­ten­los)

  1. Gehe zu: https://openweathermap.org
  2. Account erstel­len
  3. API-Key kopie­ren
  4. Im Code des Plug­ins einsetzen:
    define('WEATHER_API_KEY', 'HIER_DEIN_KEY');

Schritt 2: aktivieren

  • Word­Press → Plug­ins → „Wet­ter Log­ger“ aktivieren
  • Fer­tig


  • Schritt 3: Wet­ter­da­ten im Blog anzeigen

    Den Code ein­fach unter dei­nen bestehen­den Code in der wetter-logger.php hinzufügen:

    // 👉 Short­code zur Anzei­ge der Wetterdaten

    Ergeb­nis:

    Du bekommst auto­ma­tisch eine Tabel­le wie auf mei­ner Wetterdatenseite.

    Die Import­funk­ti­on für Excel ist bereits im Plug­in inte­griert und kann mit:

    https://deine-seite.de/?export_wetter=1 auf­ge­ru­fen werden.

    Er kann’s nicht

    Man hät­te fast hof­fen kön­nen, dass Lars Kling­beil die Kur­ve kriegt und end­lich mal ein paar ech­te Plus­punk­te für die Sozi­al­de­mo­kra­ten ein­sam­melt. Aber Pus­te­ku­chen – er hat’s ver­mas­selt, und zwar mit Ansa­ge. Beim Ver­such, die anste­hen­den Refor­men im Herbst vor­ab schön­zu­re­den, lie­fer­te er genau das, was die Leu­te von der SPD eigent­lich nicht mehr hören können.

    Es ist kein Geheim­nis: Wenn Poli­ti­ker von »Refor­men« spre­chen, mei­nen sie meis­tens eine mone­tä­re Ver­schlech­te­rung für die brei­te Mas­se. War­um? Weil dort mathe­ma­tisch am meis­ten zu holen ist und der Wider­stand – im Gegen­satz zu den gro­ßen Lob­bys – ange­nehm über­schau­bar bleibt. Also knöpft man sich wie­der die­je­ni­gen vor, die kei­ne mil­lio­nen­schwe­re Lob­by im Rücken haben: die abhän­gig Beschäf­tig­ten, Rent­ner und Sozialhilfeempfänger.

    Dabei fing Kling­beil gar nicht so übel an. Vor­schlä­ge wie die Ren­ten­kopp­lung an Arbeits­jah­re oder eine höhe­re Belas­tung für ech­te Ver­mö­gen klan­gen fast nach sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Hand­schrift, um nur zwei Sät­ze spä­ter in neo­li­be­ra­le Gebe­te zu ver­fal­len, die man sonst eher aus der FDP-Zen­tra­le kennt.

    Phrasendrescher auf Hochtouren

    Was dann folg­te, war der klas­si­sche Griff in die neo­li­be­ra­le Mottenkiste:

  • »Wir müs­sen als Gesell­schaft ins­ge­samt mehr arbei­ten« – der Klas­si­ker für alle, die schon jetzt am Limit laufen.
  • »Abbau von Teil­zeit-Anrei­zen« – genau, Aldi machts vor. Job­an­ge­bo­te für Ver­käu­fe­rin gibt’s fast nur in Teilzeit.
  • »Locke­rung von Befris­tun­gen«, damit Unter­neh­men noch schmerz­frei­er »fle­xi­bi­li­sie­ren« können.


  • Mit Sät­zen wie »2026 wird uns Mut abver­lan­gen“« oder der Auf­for­de­rung, »alte Gewohn­hei­ten auf­zu­ge­ben«, wirkt Kling­beil eher wie ein Anwär­ter auf den FDP Par­tei­vor­sitz als ein Sozi­al­de­mo­krat, der sein Kli­en­tel – die Arbei­ter und die Mit­tel­schicht – ver­tritt, bzw. ver­tre­ten sollte.

    Die Zeit der Schonung ist vorbei

    Hans Wal­low brach­te es im Blog der Repu­blik in einem offe­nen Brief hart, aber herz­lich auf den Punkt: 

    Wil­ly Brandt war auch wie Du, im Gegen­satz zu Hel­mut Schmidt, kein bril­lan­ter Red­ner. Aber er begeis­ter­te oft Men­schen­men­gen, die sei­nen Gedan­ken fol­gen konn­ten, unter­füt­tert von Cha­ris­ma, Krea­ti­vi­tät und einer Pri­se Humor. All das fehlt Dir! Wahr­hei­ten sind schmerzlich.

    Mein ers­ter Gedan­ke war: »Autsch, das ist dras­tisch.« Mein zwei­ter: »Recht hat er.« 

    Wer zuse­hen muss, wie 39 Pro­zent der Arbei­ter allei­ne im Wes­ten zur AfD abwan­dern, darf sich nicht wun­dern, wenn der Ton rau­er wird. 

    Die SPD muss sich ent­schei­den: Ent­we­der sie macht end­lich wie­der Poli­tik für ihre Basis – die abhän­gig Beschäf­tig­ten und den Mit­tel­stand – oder sie ver­schwin­det wie die FDP in der poli­ti­schen Bedeutungslosigkeit.

    Spä­tes­tens wenn das Lob von der fal­schen Sei­te kommt, ist Selbst­kri­tik gefragt. 

    Bundesweiter Polizeieinsatz aufgrund Sicherheitslücke in Software

    Der Pfört­ner klang auf­ge­regt. Die Poli­zei sei hier und behaup­tet, eine wich­ti­ge Mel­dung an unse­ren IT-Bereich zu haben. Es gin­ge um eine Sicher­heits­lü­cke in Wind­chill. Nun nut­zen wir die­se Soft­ware tat­säch­lich, aber das die Poli­zei aus­rückt, um auf eine Sicher­heits­lü­cke auf­merk­sam zu machen, ist doch unge­wöhn­lich. Noch dazu zu nacht­schla­fen­der Zeit.

    Nach Berich­ten des Maga­zins hei­se online galt die­se Lücke als beson­ders gefähr­lich, da Angrei­fer dar­über mög­li­cher­wei­se Schad­code in Sys­te­me ein­schleu­sen könnten. 

    Um Unter­neh­men schnell zu war­nen, such­te die Poli­zei teil­wei­se per­sön­lich IT-Ver­ant­wort­li­che auf und über­gab ent­spre­chen­de Hin­wei­se, damit sofort Schutz­maß­nah­men ergrif­fen wer­den konn­ten. Am Mon­tag wur­de bekannt, dass in der kon­zer­tier­ten Akti­on offen­bar teil­wei­se sogar Fir­men kon­tak­tiert wur­den, die die betrof­fe­ne Soft­ware gar nicht nutzen. 

    Zudem gab es kei­ne kon­kre­ten Hin­wei­se dar­auf, dass die Sicher­heits­lü­cke bereits aktiv aus­ge­nutzt wur­de. Die Hin­ter­grün­de die­ser Akti­on sind nicht bekannt. Anfra­gen beim LKA blie­ben weit­ge­hend nebulös.

    Hei­ses Anfra­ge an das BKA, BSI und dem Her­stel­ler zu die­ser unge­wöhn­li­chen und per­so­nal­in­ten­si­ven Akti­on mit­ten in der Nacht, wur­den vom BSI mit der »beson­de­ren Cha­rak­te­ris­ti­ka der Schwach­stel­le« beantwortet. 

    Sind alle Männer Monster?

    In der Ber­li­ner Zei­tung pole­mi­siert die Jour­na­lis­tin Caro­la Tunk den Fall Chris­ti­an Ulmen – und ver­greift sich im Ton. 

    [..|Als Frau emp­fin­det man ange­sichts sol­cher Berich­te Erschüt­te­rung und Resi­gna­ti­on, Wut und Trau­er, Ver­zweif­lung und Hoff­nungs­lo­sig­keit. Das Ver­trau­en in die Mann-Frau-Bezie­hung wur­de ent­täuscht, was schwe­rer wiegt als über­ge­ord­ne­te Zusam­men­hän­ge. Einen Kul­tur­be­trieb kann man viel­leicht refor­mie­ren. Aber ein gan­zes Geschlecht? Schwierig.

    Aus­sicht­los ist die Lage trotz­dem nicht. Die bru­ta­le Wahr­heit ist aller­dings zunächst ein­mal: In jedem Mann schlum­mert ein Mons­ter. [..] Caro­la Tunk — berliner-zeitung.de

    Generalverdacht als Ersatz für Argumente

    Die Debat­te um den Fall Chris­ti­an Ulmen lie­fert ein­mal mehr das per­fek­te Bei­spiel dafür, wie schnell der Wunsch nach media­ler Auf­merk­sam­keit den gesun­den Men­schen­ver­stand frisst. Ihre The­se, in jedem Mann schlum­me­re ein poten­zi­el­les Mons­ter, mag zwar für klick­star­ke Schlag­zei­len sor­gen, ist aber genau­so ver­kehrt, wie die Aus­sa­ge, dass alle Blon­din­nen blöd sind. Es ist schon eine bemer­kens­wer­te intel­lek­tu­el­le ein­sei­ti­ge Abkür­zung, eine gesam­te Bevöl­ke­rungs­grup­pe unter Gene­ral­ver­dacht zu stel­len. Die­se Form der Ver­all­ge­mei­ne­rung ist in ihrem Kern selbst diskriminierend. 

    Anstatt sich der Mühe einer aus­ge­wo­ge­nen Ana­ly­se zu unter­zie­hen, flüch­tet sich Caro­la Tunk in ein ver­ein­fa­chen­des, pola­ri­sie­ren­des Welt­bild. Neben­bei bemerkt: Im Fall Ulmen – wie in jedem ande­ren auch – ist die Unschulds­ver­mu­tung in Deutsch­land fun­da­men­ta­ler Aus­druck eines Rechtsstaats.

    Eine vor­schnel­le Ver­ur­tei­lung scha­det nicht nur dem Ver­däch­ti­gen mas­siv, son­dern wider­spricht auch dem Prin­zip eines fai­ren Ver­fah­rens, das wir uns als zivi­li­sier­te Gesell­schaft eigent­lich müh­sam erkämpft haben. Gewalt ist ein viel­schich­ti­ges Phä­no­men. Die abs­trak­te Ver­ein­fa­chung der Debat­te, Mann = Mons­ter, führt letzt­lich dazu, dass die Ver­ant­wor­tung im kon­kre­ten Ein­zel­fall hin­ter hypo­the­ti­schen Theo­rien verschwindet.

    Soll­ten sich die Vor­wür­fe gegen Ulmen bewahr­hei­ten, gehört er hart bestraft – kei­ne Fra­ge. Ein gan­zes Geschlecht des­we­gen zu dis­kre­di­tie­ren, gleicht einem intel­lek­tu­el­len Tief­flug und hat mit seriö­sem Jour­na­lis­mus, auch als Pole­mik, nichts zu tun. 

    Sanierungsfall SPD

    Man könn­te fast Mit­leid haben, wäre die aktu­el­le Mise­re der SPD nicht das Ergeb­nis einer jahr­zehn­te­lan­gen, kon­se­quen­ten Selbst­ver­leug­nung. Nach dem his­to­ri­schen Tief­schlag in Baden-Würt­tem­berg folgt nun in Rhein­land-Pfalz die nächs­te Quit­tung des Sou­ve­räns – eine Wahl­klat­sche mit Ansa­ge, die deut­lich macht: Die eins­ti­ge Volks­par­tei ist nicht mehr nur im Umfra­ge­tief, sie ist ein poli­ti­scher Sanierungsfall.

    Vie­le die­ser ver­lo­re­nen Stim­men dürf­ten zur AfD abge­wan­dert sein. Das ist kein Zufall, son­dern das Ergeb­nis eines jahr­zehn­te­lan­gen Ver­rats an den eige­nen Wäh­lern. Das macht es nicht bes­ser oder ent­schuld­bar – ganz im Gegen­teil. Die SPD war immer eine Arbei­ter­par­tei, sie war es, die neben den Gewerk­schaf­ten, die Inter­es­sen der abhän­gig Beschäf­tig­ten gegen das Kapi­tal vertrat. 

    Gerhard Schröder – Totengräber der SPD?

    Seit im Jah­re 1998 der Sozi­al­de­mo­krat, Ger­hard Schrö­der als »Genos­se der Bos­se« im teu­ren Brio­ni Anzug das Ruder über­nahm und sei­ne Visi­on eines Sozi­al­staats in einer Agen­da 2010 vor­stell­te, ist das vor­bei. Wir erin­nern uns: Unter Schrö­der Füh­rung wur­de Hartz IV gebo­ren, fak­tisch eine Zusam­men­le­gung von Arbeits­lo­sen­hil­fe & Sozi­al­hil­fe. Die Bezugs­dau­er von Arbeits­lo­sen­geld wur­de ver­kürzt und der Auf­bau pre­kä­rer Jobs geför­dert. Schrö­der initi­ier­te einen kom­plet­ten Umbau des Sozi­al­staats, wie in noch nicht ein­mal die CDU gewagt hät­te und senk­te gleich­zei­tig die Steu­ern für Unter­neh­men. Das Ergeb­nis ist bekannt: Der Nied­rig­lohn­sek­tor ist extrem gewach­sen, zudem hat die Armut und Ver­un­si­che­rung in der Bevöl­ke­rung zugenommen. 

    Arbei­ter und Ange­stell­te fühl­ten sich zu Recht von »ihrer« SPD ver­ra­ten und quit­tier­ten die Bun­des­tags­wahl 2009 mit dem his­to­ri­schen schlech­ten Ergeb­nis der SPD von 23 Pro­zent, was einer Hal­bie­rung der Ergeb­nis­se zu allen Wah­len vor Schrö­der gleichkam.

    Bis heu­te haben sich die Sozi­al­de­mo­kra­ten davon nicht erholt, waren aber auf­grund des Auf­kom­mens klei­ne­rer Par­tei­en und der Zer­split­te­rung des Par­tei­en­sys­tems trotz­dem in den letz­ten Jah­ren, 2009 – 2013, in Regierungsverantwortung. 

    Bei der Bun­des­tags­wahl 2025 hol­te die SPD mit 16,4 Pro­zent ihr his­to­risch schlech­tes­tes Ergebnis.
    Seit­dem geht’s für die Sozi­al­de­mo­kra­ten bestän­dig bergab. 

    Ist die SPD ein Sanierungsfall?

    Die bei­den letz­ten Ergeb­nis­se las­sen nur einen Schluss zu: Die SPD ist ein Sanie­rungs­fall und muss sich umfang­reich neu auf­stel­len. Auch auf die Gefahr hin die Koali­ti­on zu spren­gen, ist die Rück­be­sin­nung auf eine Par­tei der Arbei­ter und mitt­le­ren Ange­stell­ten die ein­zi­ge Mög­lich­keit der SPD, so sie nicht in der Ver­sen­kung ver­schwin­den möch­te. Wo bleibt der Auf­schrei, als Merz den Deut­schen vor­warf, zu wenig zu arbei­ten und das Arbeits­zeit­ge­setz zu »refor­mie­ren« ver­spricht? Wo bleibt der Pro­test zu Ren­ten­kür­zun­gen? Fast unwi­der­spro­chen auch die Vor­schlä­ge des CDU-Wirt­schafts­rats. Es ist gera­de­zu ein Trep­pen­witz der Geschich­te, wenn ein CDU-Mann wie Karl-Josef Lau­mann auf dem eige­nen Par­tei­tag lei­den­schaft­li­cher gegen Sozi­al­ab­bau wet­tert als die gesam­te SPD-Füh­rung zusam­men. Wenn die Oppo­si­ti­on den Sozi­al­staat ver­tei­di­gen muss, weil die Regie­rungs­par­tei mit sich selbst beschäf­tigt ist, weiß man: Hier stimmt etwas im Fun­da­ment nicht. 

    Die Zeit der kos­me­ti­schen Kor­rek­tu­ren ist vor­bei. Wenn die SPD nicht als his­to­ri­sche Fuß­no­te enden will, muss sie end­lich wie­der ler­nen, ech­te Empö­rung zu zei­gen – und zwar dort, wo ihren Wäh­lern wirk­lich Sor­gen haben. Die Sozi­al­de­mo­kra­ten wären gut bera­ten, ihr Füh­rungs­per­so­nal aus­zu­tau­schen und sich vehe­ment auf ihre alten Wer­te zu besin­nen. Es steht näm­lich zu befürch­ten, dass sich ansons­ten aus­ge­rech­net die rechts­extre­me AFD als neue »Arbei­ter­par­tei« aus­ru­fen lässt, die bei den bei­den Land­tags­wah­len ca. ein Fünf­tel der Stim­men auf sich ver­ei­nen konnte.