Allerdings entziehen sich zuweilen Machtansprüche einer Vernunftsbetrachtung, erkennbar ist das immer dann, wenn ein Land die gültige regelbasierenden Ordnung nicht mehr anerkennt. Dann nämlich gilt wieder das Recht des Stärkeren.
Natürlich kann niemand in Putins Kopf gucken, aber die Vorzeichen sind derzeit groß, dass der russische Staatschef seine territorialen Einfluss und seine Machtstrukturen erweitert. Vor allem auch deshalb, weil sich Europa nicht sicher sein kann, ob das sicherheitspolitische Konzept der NATO für die USA noch bindend ist.
Das Schreckensszenario auf das sich Deutschland vorbereiten soll ist der Einmarsch russischer Truppen an der Ostflanke der NATO. Bei einem Überraschungsangriff stünde nach heutigem Stand, eine in der Mannstärke deutliche Überlegenheit der russischen Streitkräfte vor den Grenzen Europas.
Dieser Verteidigungsfall wird in Deutschland sehr ernst genommen und unter dem Schlagwort Operationsplan D vorbereitet und durchgespielt. Dabei geht es um eine Zusammenarbeit von Militär, Hilfsorganisationen und Zivilbevölkerung für einen möglichen Verteidigungsfall. Dass es dabei von Seiten Russlands bereits erste Vorbereitungen zu einer Territorealverletzung gibt, das steht für die geheimdienstlichen Organe in Deutschland außer Frage.
In Arnsberg referierte gestern dazu der Kommandeur des Landeskommandos NRW, General Müller, bei der IHK Arnsberg vor Unternehmern und kommmunalen Verantwortlichen.
Das, was der General unter Beachtung der Geheimhaltung der Einzelheiten zu sagen hatte, ließ — zumindest bei mir und den Anwesende – den Schluss zu, dass tatsächlich sein kann, was nicht sein darf.
Nicht nur die derzeitigen Umtriebe Russlands in Form von Desinformation, Sabotage, Spionage und Hackerangtiffen auf die kritische Infrastruktur nehmen rasant zu.
Auch die Umstellung der russischen Wirtschaft auf eine Kriegswirtschaft deuten auf eine Vorbereitung größerer Aktionen hin. Als Zahlenwerk zur Verdeutlichung nannte General Müller die Jahresproduktion von 1500 russischen Panzern. Man muss nicht mathematisch begabt sein, um festzustellen, über welches Kriegsgerät Russland in zwei, drei Jahren verfügen könnte.
Im Verteidigungsfall ist Deutschland Drehscheibe für die Verlegung von NATO-Truppen an die Ostflanke. Infrastruktur, Verpflegung, Betankung und Mithilfe von Blaulichtorganisationen und Zivilbevölkerung müssen sichergestellt sein.
Allein die Bewältigung eines solchen Organisationsaufwands, eine Kernkompetenz Deutschlands, könnte einen möglichen Aggressor abschrecken. Sollte sich Russlands Truppen an der Ostflanke eine riesige „europäische Armee“ entgegen stellen, könnte das bereits für maximale Abschreckung sorgen.
General Müller erklärte den Anwesenden, dass es nicht das Zeil sei, Angst zu verbreiten. Allerdings soll auch nicht vergessen werden, was der russische Staatschef am 20. Juni 2025 beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg sagte: „Es ist eine alte Regel: „Wo der Fuß eines russischen Soldaten hintritt, das gehört uns.“
Beängstigende Entwicklungen, danke für den Bericht!
Habe übrigens versucht, deinen Blog-Feed in meine Blogroll einzubinden. Das klappt leider nicht, Meldung lautet:
“RSS-Fehler: https://textrebell.de/feed is invalid XML, likely due to invalid characters. XML error: Reserved XML Name at line 11, column 39″
Mich hat das auch ziemlich nachdenklich gemacht. Die Erkenntniss der deutschen Geheimdienste sprechen eine klare Sprache und ich denke inzwischen auch, dass jemand, dem keine Konsequenzen in seinem Tun drohen, der zumindest psychopatische Verhaltensmuster zeigt und zum Größenwahn und zur Autokratie neigt, ziemlich gefährlich ist und sich der Vernunftsebene komplett entzieht.
Das ist natürlich nicht nur Putin, die Reihe der skrupelosen Autokraten in der Welt lässt sich leicht aufzählen. Aber Putin ist eben derjenige, der nach jetzigen Erkenntnissen massiv an den Vorbereitungen für eine Territorealverschiebung gen Westen arbeitet und sich – so mein Eindruck – nur durch unnachgiebige Härte davon abringen lässt.
BTW: Der RSS Feed scheint zu funktionieren, zumindest lädt Firefox die XML-Datei. Über einen Reader habe ich das noch nicht ausprobiert.
Unwillkürlich schleicht sich das Gefühl ein, ich müsse meinen Kopf unverzüglich in den Sand stecken und dort belassen. Aber – atmen muss ich ja auch. Danke für diesen Beitrag. Der hat meine Sorgen allerdings nur vergrößert. Wie vielen anderen Menschen es wohl ähnlich ergeht, wenn sie mit derart abstrakten und unvorstellbaren Perspektiven konfrontiert sind?
Die Offensive dient vornehmlich der Abschreckung. Putin ist schlau genug zu wissen, dass die Abschreckung durch die USA womöglich nicht mehr funktioniert. Auf der anderen Seite könnte eine gute Außenpolitik die Chinesen als zweitwichtigster Handelspartner mit ins Boot holen, um gemeinsam zu signalisieren, dass sie (Die Chinesen) eine störungsfreie Wirtschaftsbeziehung mit Deutschland anstreben.
Ein Konflikt an der Nato-Ostgrenze würde China in ihrem Bestreben, wirtschaftlich die größte Weltmacht zu werden, nur im Wege stehen.
Wer die Militärparade in Peking verfolgt, spürt als geschichtsbewusster Deutscher sofort ein Unbehagen. Zu vertraut wirken die Bilder – sie erinnern an die Aufmärsche der Nazis mit Wehrmacht, SS und ihren Paramilitärs, die den Stechschritt geradezu perfektioniert hatten.
Die alte Rede von der „gelben Gefahr“ klingt heute zwar überholt und rassistisch, doch angesichts der aktuellen Machtverschiebungen zwischen den USA und China erscheint die Sorge um Chinas wachsenden Einfluss nicht völlig aus der Luft gegriffen.
Noch setzt China stark auf gute Wirtschaftsbeziehungen zu Europa und besonders zu Deutschland. Doch was geschieht, wenn der Absatzdruck steigt, wenn Konkurrenz und politische Blockaden die Zusammenarbeit erschweren? Genau diese Frage erfüllt mich mit einer gewissen Beklemmung.
Mir sagte mal ein China-Kenner, dass das übergeordnete Ziel Chinas die wirtschaftliche Weltmacht sei. Nicht die schiere Masse der Bevölkerung sollte uns demnach Angst machen, sondern dass sich über eine Milliarde Chinesen diesem Ziel unterordnen.
Für dieses Ziel sind gute Handelsbeziehungen mit Europa unumgänglich; China könnte also durchaus eine Art Vermittlerrolle spielen.
Ich denke, dass sich die Vormachtstellung eines Staates zukünftig durch wirtschaftliche und technische Überlegenheit zeigen wird, nicht mehr durch Waffengewalt.