Zustimmend nicke ich ihr zu und ergänze: »Genau wie ich.«
Wobei die Frage nach einer entsprechenden Anrede immer noch nicht abschließend geklärt ist. »Guten Tag; Hallo bei wiederholter Korrespondenz.«, werde ich aufgeklärt. Ok, meine Lieblings LLM relativiert die Aussage etwas. Sehr geehrte Damen und Herren ist offensichtlich tatsächlich veraltet. Aber nicht das Adjektiv geehrte, bzw. das Adverb in der Eingangsformel, sondern nur die Anrede ist demnach antiquiert. Ja, mit Namensnennung ist die Anrede durchaus noch üblich, klärt mich die Kollegin auf.
Ich gebe zu bedenken, dass ich die offensichtlich unmoderne Anrede ja gerade da einsetze, wo ich die Namen der/des Angeschriebenen nicht weiß.
Ganz modern und trotzdem formell, ist die Anrede »Guten Tag, liebes Support-Team« die richtige, rät die Kollegin. Das wiederum scheint mir doch zu unpassend.
»Ich kenne die Leute doch gar nicht, was weiß ich über deren Charaktereigenschaften«, gebe ich zu bedenken. »Charaktereigenschaften? Wie kommst du denn jetzt darauf?« »Liebes Team konstatiert die durchaus positive Eigenschaft der entgegengenommenen und erwiderten Sympathie, oder etwa nicht?«
»Quatsch, du schreibst doch auch Herzlich als Schlussformel und das unbekannter Weise, das wäre dann ja genauso falsch.«
»Erstens schreibe ich nicht herzlich, sondern mit besten Grüßen und zweitens geht diese Höflichkeitsfloskel nicht mit der Feststellung der Charaktereigenschaften des Angeschriebenen einher, sondern ist die wertfreie und zugleich höfliche Schlussformel meinerseits.«
»Ich geb’s auf, schreib‘ einfach: Sehr geehrte Damen und Herren.«
Kennst du noch: “In der Hoffnung keine Fehlbitte getan zu haben”… Oder “Mit vorzüglicher Hochachtung”. Da kriegen die Jungen aber einen Herzkaspar, wenn die das lesen. Oder sie lachen sich kaputt.
Wenn ich heute einen offiziellen Brief beginne, steht dort: “Sehr geehrte Damen und Herren”. Mit 72 kann ich mir das leisten. 🙂
@Horst: Dass sich Sprache wandelt, kann ich nachvollziehen, aber dass sich Sprache anbiedert, muss ich auch nicht mehr mitmachen.🙂
Ist völlig egal was man für eine Anrede da reindengelt — die meisten haben eh eine Schreib-Leseschwäche.
Ich mach’s halt abhängig vom Empfänger. Ist es eine Supportanfrage, die nicht an eine bestimmte Person gekoppelt ist: “Hallo (oder auch schon mal “Howdy”) Support-Team,”
bei interner Kommunikation mit Kollegen: Hallo “Vorname” (denn bei uns soll man sich duzen, weil es die Nähe zum Kollegen impliziert — LOL.. )
externe Kommunikation: sehr geehrte Frau/Mann hassenichgesehen..
Solange die Leute kapieren, dass sie gemeint sind und etwas machen sollen oder sie mit Infos rausrücken sollen ist alles richtig — und ob etwas noch zeitgemöß ist oder nicht, hat andere nicht zu interessieren.
Ich sag dann immer: “kümmer dich um deinen eigenen Scheiss!”
In diesem Sinne: “die Kommunikation mit Ihnen war mir ein Vergnügen.”
Ach, ich dachte immer, der Zwang zum Du ist eine typische Sauerländer Eigenschaft, die auf die Unternehmen übergeschwappt ist. Das wird hier an sämtlichen Arbeitsplätzen exzessiv von den Vorgesetzten eingefordert.