
Hier bei uns allerdings beschränkt sich der Karneval auf einige wenige Veranstaltungen. Büttenredner ringen mit Rückkopplungen – im Mikrofon wie im Kortex – nicht selten befördert durch alkoholische Unterstützung. Mit Inbrunst wird das Sauerland besungen und am Rosenmontag ziehen alkoholisierte Menschen über Land, das war’s auch schon. Die Tradition mündet im wahrsten Sinne des Wortes am Donnerstag vor Rosenmontag im Absingen von Karnevalsliedern. Jedenfalls folgen die Kinder im Anschluss dem Brauchtum kiloweise erbettelte Süßigkeiten zu verschlingen, mit im Anschluss spätestens am Abend erheblichem Unwohlsein aufgrund heftiger Überzuckerung.
Bemerkenswert ist zudem eine neuere Entwicklung: Erziehungsberechtigte ziehen als Begleitpersonal von Haustür zu Haustür, um ihre Kinder bei was auch immer zu unterstützen. Mitsingen möchten die Begleitenden — meist Mütter — jedenfalls nicht, den Versuch habe ich an der Haustür bereits im letzten Jahr ergebnislos diskutiert.
Auch dem Ausschank von Schnaps stehen die Damen mit Blick auf ihre Sprösslinge und ihrer Vorbildfunktion gegenüber der singenden Brut skeptisch gegenüber.
Das jüngste Netzkind ist dem Karnevalssingen inzwischen entwachsen.
Wobei – ein paar Äpfel hätte ich noch im Angebot.
Wir haben lange mitgemacht – mit Begeisterung. Heute ist es für meine Frau und mich unvorstellbar. Aber wir werden gleich mit ein paar Freunden etwas Essen gehen. Das hat seit unserer Fastelovend-Abstinenz Tradition. Übrigens waren wir zweimal über Karneval im schönen Sauerland. Wir waren überrascht, wie in Attendorn Karneval gefeiert wurde. Anders als in Köln, aber doch stärker, als wir vermutet hatten.
@Horst: Ja — Der Sauerländer kann überraschen, nicht nur zu Karneval 😄