Festes Schuhwerk, eine gute Konstitution und Kleidung im Zwiebelprinzip. Im Grund ist das die Ausrüstung für einen Urlaub auf der Blumeninsel. Madeira ist eine portugiesische Inselgruppe im Atlantischen Ozean, gelegen rund 950 Kilometer südwestlich des portugiesischen Festlands und etwa 700 Kilometer westlich der afrikanischen Küste. Aufgrund der landschaftlichen Beschaffenheit mit hohen Gebirgszügen, steilen Klippen und einer dichten, ganzjährigen Vegetation wird die Insel häufig als „Insel des ewigen Frühlings“ bezeichnet. Zu erreichen ist die Insel ab Düsseldorf in einem vierstündigen Flug. Dass wir auf einer nicht zu große Insel gelandet sind, wird beim Aufsetzen mit dem relativ kleinen Flugzeug schnell klar. Der Pilot muss mächtig in die Eisen. Die Landebahn auf Madeira ist zwar in den 80er und später in den 2000er Jahren verlängert worden, zählt aber immer noch zur gefährlichsten Landebahn der Welt und darf nur von Piloten mit einer speziellen Lizenz angeflogen werden. Die Erweiterung auf siebzig Meter hohen Stelzen gilt als Meisterwerk der Ingenieurskunst.
Landebahn für Flugzeuge auf Stelzen in der Nähe von Funchal
Das Klima ist ganzjährig mild. Die Temperaturen sinken im Winter selten stark, während die Sommermonate warm, aber durch den Einfluss des Ozeans meist nicht extrem heiß sind. Diese stabilen Wetterbedingungen ermöglichen das Wachstum zahlreicher exotischer Pflanzenarten und Blumen auf der gesamten Insel. Die Insel hat verschiedene Klimazonen, während es im Norden kühler und regnerischer ist, waren die Temperaturen jetzt im Mai im Süden und unten am Meer mit 22° sehr angenehm. Aber Achtung: der UV-Index ist ziemlich hoch und in den Bergen kann es empfindlich kalt werden. Unsere Hütte lag auf 1000 Metern Höhe in den Bergen, da waren es um die 8°. Rucksack mit Ergänzungsbekleidung für den Zwiebellook ist also unverzichtbar.
Der Tourismus ist der zentrale Wirtschaftsfaktor Madeiras. Die meisten Reisenden kommen für Outdoor-Aktivitäten auf die Insel, insbesondere für Wanderungen entlang der Levadas – den traditionellen Bewässerungskanälen – oder wegen der Aussichtspunkte an den Küsten. Zudem zählen Wassersport, Walbeobachtungen und regionale Kulturfeste zu den Hauptattraktionen. Die Wanderungen sind anspruchsvoll, aber zu schaffen. Für meinen Geschmack aber touristisch überlaufen. Anmeldung ist Pflicht und wer nicht zur gebuchten Zeit erscheint, hat Pech gehabt und wird wieder umgeschickt. Belohnt wird der Fußmarsch durch grandiose Aussichten von der Hochebene.
Tipp: Bei der Auswahl des Leihwagens auf eine ausreichende Motorisierung und Bodenfreiheit achten. Die Autos sind hier durchweg Mittelklasse SUVs mit ca. 100 PS, die braucht’s aber auch, 30 Prozent Steigung ist hier keine Seltenheit. Unser Autos ist trotz Automatikgetriebe aufrund der Steigung beim Rückwärtsanfahren ein Stück nach vorne gerollt.
AnanasbananenDie Hauptstadt Funchal liegt an der Südküste und bildet das wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum. Die Stadt ist vor allem für ihren Hafen, die historische Altstadt, die zentralen Markthallen und den Botanischen Garten bekannt. Hier spielt sich der Tourismus ab, allerdings ist die Stadt trotzdem nicht überlaufen. Kleine Läden mit Nippes, Museen, die Altstadt mit den berühmten kunstvoll gestalteten Haustüren in den engen Gassen, es gibt eine Menge zu sehen. Der Markt von Funchal ist ebenfalls einen Besuch wert. Zahlreiche noch nie gesehene Früchte werden hier angeboten, unter anderem die auf Madeura bekannte Ananasbanane. Kaufen sollte man hier nicht, die Preise sind mit einem heftigen Touristenaufschlag versehen. Ansonsten sind die Preise für Essen und Trinken human. Probieren sollte man auf jeden Fall eines der Nationalgerichte: Espada, der schwarze Degenfisch. Nicht erschrecken, auf dem Markt sieht das Tier aus wie der Hölle entsprungen, als Filet mit meist frittierter Banane ist er ein echter Genuss.
Kurz und gut: Wer im Urlaub Aktivitäten und Erkundungen schätzt, viel sehen möchte und keine Angst vor madeirischen Amateurbergrennfahrern im Gegenverkehr in den Serpentinen hat, für den ist die Insel im Atlantik genau das richtige.
4 Kommentare zu „Madeira — eine Reise wert“
Kann ich bestätigen. Ist zwar schon eine Weile her, dass ich auf Madeira war. War einer meiner schönsten Urlaube. Wir haben sehr gut gegessen und wohl zu viel getrunken.
Es hat uns damals stutzig gemacht, dass am Leihwagenparkplatz ausschließlich Kompaktsportwagen standen und keiner unter GTI. Wir haben rasch begriffen, warum.
Der Madeira Wein ist ja eigentlich mehr ein Likör mit 19 % . Da muss man schon aufpassen. 😊 Es gibt tatsächlich auch Autos wie den Fiat 500 zu mieten, allerdings nur an Touristen die in Küstennähe urlauben.
Oh ja, Madeira kann man als Urlaubsziel wirklich empfehlen. Wir waren — wie so oft — hauptsächlich unter Wasser und haben bis auf eine Wanderung nicht so viel von der Insel gesehen. Würden aber auf jeden Fall wieder kommen.
Ich kann mir vorstellen, dass die Unterwasserwelt Madeiras sicher genauso schön ist, wie die Überwasserwelt. Auffällig ist die extreme Sauberkeit des Wassers, da schwamm nichts rum, kein angeschwemmter Müll am Strand. Auch im Landesinneren ist es sehr sauber. (Außer ein paar Schrottautos, die wohl einfach in den Bergen entsorgt wurden). Ansonsten überall Müllbehälter, die täglich geleert werden. Selbst das Hafenbecken in Funchal ist sauber, einige Kids schwammen dort sogar.
Kann ich bestätigen. Ist zwar schon eine Weile her, dass ich auf Madeira war. War einer meiner schönsten Urlaube. Wir haben sehr gut gegessen und wohl zu viel getrunken.
Es hat uns damals stutzig gemacht, dass am Leihwagenparkplatz ausschließlich Kompaktsportwagen standen und keiner unter GTI. Wir haben rasch begriffen, warum.
Der Madeira Wein ist ja eigentlich mehr ein Likör mit 19 % . Da muss man schon aufpassen. 😊 Es gibt tatsächlich auch Autos wie den Fiat 500 zu mieten, allerdings nur an Touristen die in Küstennähe urlauben.
Oh ja, Madeira kann man als Urlaubsziel wirklich empfehlen. Wir waren — wie so oft — hauptsächlich unter Wasser und haben bis auf eine Wanderung nicht so viel von der Insel gesehen. Würden aber auf jeden Fall wieder kommen.
Ich kann mir vorstellen, dass die Unterwasserwelt Madeiras sicher genauso schön ist, wie die Überwasserwelt. Auffällig ist die extreme Sauberkeit des Wassers, da schwamm nichts rum, kein angeschwemmter Müll am Strand. Auch im Landesinneren ist es sehr sauber. (Außer ein paar Schrottautos, die wohl einfach in den Bergen entsorgt wurden). Ansonsten überall Müllbehälter, die täglich geleert werden. Selbst das Hafenbecken in Funchal ist sauber, einige Kids schwammen dort sogar.