Ende März 1945 verübte ein Kommando der sogenannten „Division zur Vergeltung“ im Raum Suttrop ein Massaker an 57 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern sowie einem Säugling. Der Säugling wurde wie ein Tier mit dem Kopf an einen Baum geschlagen, bis er tot war. Die Geflüchteten wurden gezielt interniert, in einer Schule festgehalten und schließlich in einem Waldgebiet systematisch erschossen. Das Verbrechen steht exemplarisch für die brutalen Endphaseverbrechen des NS-Regimes und zeigt die kalt geplante Gewalt gegen schutzlose Menschen bis in die letzten Kriegstage.
Die Leichen der Getöteten wurden Ende April nach dem Einmarsch der Alliierten exhumiert. Die gesamte Ortsbevölkerung von Suttrop und Kallenhardt, d.h. Kinder eingeschlossen, wurde gezwungen, als Sühnemaßnahme am 3. Mai 1945 an den gegenüber der Erschießungsstelle aufgereihten Leichen vorbeizugehen. Eine Tante von mir erinnert sich daran, als Kind ebenfalls die Leichenberge gesehen zu haben.
Die gesamte Dokumentation und die filmische Aufzeichnung des Vorbeigangs an den Leichen ist auf der Seite lwl.org — Westfälische Geschichte dokumentiert.

Es sind furchtbare Dinge, die passiert sind. Bemerkenswert finde ich, dass unsere Medien nie vergessen, nicht einfach von Deutschen und Deutschland als Täter und Land der Täter gesprochen wird, sondern zumindest ein “NS” davorgesetzt wird. Es war nicht NS-Deutschland, sondern Deutschland. Wir, die Bevölkerung, hat sich dieses schreckliche und singuläre Verbrechen zuzuschreiben. Von wegen: Das ist doch so lange her! Das ist nur der Teil, der auf die Geschichte rekurriert.
Als ich gestern unseren Bundespräsidenten mit den ewigen Verweisen auf die Geschichte hörte, wurde ich kurz wütend. Wie steht es denn heute mit dem “Nie wieder”? Im Hinblick auf die Sicherheit der Juden in unserem Land bringen wir nichts zustande. Wir lassen linke und arabische Antisemiten gewähren und das seit Jahren. Dass es jetzt besonders schlimm ist, hat Ursachen. Aber wir benennen diese Ursachen nicht so, dass jeder begreift, was eigentlich jetzt zu tun wäre. Wir könnten dafür sorgen, dass die übelsten Israel-Hasser aus dem arabischen Raum, die sich in unserem Land tummeln, klar in die Schranken verwiesen werden und — falls das nichts bringt — aus dem Land geworfen werden. Aber lieber versuchen uns die Linken klarzumachen, dass Übergriffe auf jüdisches Leben in unserem Land von Nazis ausgehen. So einfach ist das nur längst nicht mehr.
Ich habe gestern die filmische Biographie von Hans Rosenthal gesehen. Es war ein “leiser” Film, frei von Effekthascherei und Sensationen, aber gerade deswegen hat er bei nachhaltig Eindruck hinterlassen. Rassismus und Antisemitismus, ob von links oder rechts, muss energisch entgegengetreten werden. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das immer schwieriger wird…
Ja, den haben wir seinerzeit auch gesehen. Sehr gelungen und eindrucksvoll.