Bei einer Rede vor dem CDA-Bundeskongress, bei der die CDU von Dennis Radtke als eine Art »Vollsortiment-Kaufhaus« beschrieben wurde, griff Merz diese Metapher auf und gab zu verstehen: »Es spricht zu Ihnen der Kaufhausdirektor.«
Inhaltlich wurde es nicht so witzig. Wenn Merz den Kaufhausdirektor gibt, stellt sich die Frage nach dem Sortiment für die, die nicht in der Teppichabteilung residieren. Die Relativierungen beim Thema Rente klingen in den Ohren von Handwerkern, Lieferfahrern, Gastronomiekräfte, kurz: allen hart körperlich arbeitenden abhängig Beschäftigten, wie Hohn. Wer kaum über den Monat kommt, braucht kein Versicherungs — und Aktionärsgeschwätz zur privaten Vorsorge, sondern eine funktionierende gesetzliche Basis.
Dazu kommen die Pläne der Bundesregierung zur Gesundheitsreform und die Debatten um Lohnfortzahlungen oder die Streichung des 1. Mai als Feiertag. Das hat mit »Augenmaß« nicht zu tun, das ist soziale Schieflage mit Ansage.
Ein Kaufhausdirektor mag den Überblick über sein Inventar haben, aber wenn das Geschäftsmodell die Kunden (oder Wähler) im Regen stehen lässt, hilft auch die schönste Krawatte nichts mehr. Thomas Boley hat das mit seinem Text und dem dazugehörigen Bild ziemlich treffend seziert.

Das einzige was ich gedanklich mit Merz und Kaufhaus verbinde, ist der Wunsch ihn umgehend wieder an der Reklamations-Kasse umzutauschen..
Wahrscheinlich bist Du da nicht der einzige. 😁