Genutzt hat beides nichts. Regelmäßig sprengen sich Hobbypyromanen zum Jahresabschluss die Finger weg. Und mit exakt derselben mathematischen Wahrscheinlichkeit neigen Männer ab 40 im Sommer zu bekleidungsmorphen Störungen.
Ich habe es inzwischen im Grunde aufgegeben, mindestens der Generation Ü50 ein textiles Grundverständnis von Ästhetik zu vermitteln. Es ist ein aussichtsloser Kampf gegen käsebleiche, behaarte Beine mit landkartengleichen Krampfadern, die in Kombination mit ausgelatschten Sandalen (und den darin gefangenen, überlangen Fußnägeln) in der ihr eigenen peripheren Bedeutungslosigkeit zur Schau gestellt werden. Gekrönt wird dieses optische Inferno meist von einem wohlgeformten Bauchansatz, der sich mühsam unter einem viel zu engen, mit Werbetexten bedruckten T‑Shirt abzeichnet.
Da Hopfen und Malz hier ohnehin verloren sind, möchte ich mich heute zumindest auf ein grundlegendes, zivilisatorisches Gesetz beschränken. Nämlich das halbwegs stilvolle Erscheinungsbild bei öffentlichen Veranstaltungen, die nicht auf dem Tennisplatz im Freibad oder meinetwegen auch im Fußballstadion stattfinden
Liebe Männer, es gibt schlichtweg keine Entschuldigung dafür, als erwachsener Mann in der Öffentlichkei bei Veranstaltungen in kurzen Hosen aufzukreuzen. Keine. Nicht mal die globale Erwärmung.
Die Räumlichkeiten für offizielle Events werden nämlich in der Regel auf eine humane »Sakkotemperatur« runtergekühlt.
Und wer gar kein Sakko besitzt, ist mit einem klassischen Hemd und einer Hose – und zwar beide bitteschön in der Langvariante – bestens bedient. Verhüllung von Männerbeinen ist kein Luxus, sondern ein Akt der Nächstenliebe.
Ich war kurz besorgt wegen Weltpolitik, Inflation und Klimakrise. Aber zum Glück warntest du mich rechtzeitig vor dem eigentlichen Untergang — Männer mit Shorts. Das beruhigt mich ungemein. Danke.
😁
Ich gehe nie/nicht im Trainingsanzug auf die Straße, bei kurzen Hosen wäre ich jetzt geneigt, es doch zu tun. Mit 72 stört sich daran, außer dir, kein Mensch, Frauen schon gar nicht. Nimm es hin wie ein Mann und denke dir von mir aus deinen Teil. 🙂 Etwa so wie Karl Lagerfeld, der einst von denen sprach, die die Kontrolle über ihr Leben verloren hätten. Nur, weil sie einen Trainingsanzug in der Öffentlichkeit trugen. Ich gucke mich um und sehe all die dicken 20-jährigen, die, vielleicht aufgrund der unerträglichen Hitze, ihre Busen und Bäuche hinter viel zu knappen Teilen verbergen.
Der Jahreshinweis ist ja auch nicht ganz ernst gemeint. Ich hatte nur gestern zum wiederholten Male eine verstörende Begegnung bei einer öffentlichen Versammlung mit der oben genannten Spezies. 😉
Nein. NEIN! Bei kurzen Hosen bin ich raus! In der eigenen Wohnung ja — aber selbst da, trage ich bei den jetzigen Temperaturen zumindest eine bequeme weite Jogginghose. Beim einkaufen gibt es nur lang!
Es ist wie Du sagst: Die Verwahrlosung fängt mit Kniefreien Hosen an, irgendwann werden die modischen Slipper gegen ausgelatsche müffelnde Sandalen getauscht, anschließend werden die Füße sich selbst überlassen um Zehennägel und Hornhaut wild spriessen zu lassen und anderen Mitmenschen jeglichen Appetit aufs Essen oder andere Aktivitäten zu verderben!
Ich bin ganz klar bei Dir!
Grüße aus dem nicht beinfreiem Dortund
P.