Klar, das kurzfristige Kalkül zieht im eigenen Lager. Für die konservativen Hardliner kommt der Konflikt wie gerufen, um den Iran militärisch und politisch dauerhaft zu stutzen. Das bedient perfekt Trumps Lieblingsnarrativ vom starken Anführer, der »Terrorfinanzierer« und Gegner Israels ohne Zögern in die Schranken weist.
Die Realität holt den Präsidenten allerdings recht schnell an der Zapfsäule ein. Explodierende Öl- und Benzinpreise treffen den amerikanischen Verbraucher nämlich genau wie alle andern auch. Für Trumps Wähler ist der Spritpreis an den Tankstellen Indikator für eine schlechte oder gute Regierung. Trump muss also den Spagat schaffen, gleichzeitig den starken Mann zu markieren und irgendwie die Preise zu drücken.
Nicht zuletzt würde ein »Inflationsschock«, ausgelöst durch neue militärische Eskalationen, der US-Wirtschaft massiv zusetzen. Wenn die Energiepreise durch die Decke gehen, leidet die globale Wirtschaft – und damit ganz automatisch die USA und das ohnehin angekratzte internationale Ansehen ihres Präsidenten. Trump spielt hier also wieder einmal mit dem Feuer.
Militärisch mag ein Schlag den Iran schwächen, aber das Risiko einer unkontrollierten Eskalation steigt gewaltig. Zudem verliert die USA damit das letzte bisschen Glaubwürdigkeit als berechenbarer Partner. Gewinner bei diesem Spiel sind Moskau und Peking.
China beispielsweise pflegt seine Kontakte nach Teheran ohnehin recht ungeniert. Seit einigen Jahren tarnt man das dort als »umfassende strategische Partnerschaft für Angelegenheiten von Wirtschaftssicherheit und technologischer Kooperation«. Auf gut Deutsch: Während der Rest der Welt sich an Sanktionen abarbeitet, sichert sich China im Iran weiterhin den Zugriff auf Rohstoffe.
Ja, die kurzfristigen Erfolge sind da – Applaus von der republikanischen Basis, Rückenwind für Teile der heimischen Energiebranche und ein angeschlagener Gegner im Nahen Osten. Aber dem gegenüber steht eine ziemlich saftige Rechnung: heftiger Inflationsdruck, das Risiko eines Flächenbrands und eine strukturelle Stärkung von Rivalen wie China und Russland. Ob sich dieser »Deal« für Trump am Ende wirklich auszahlt, darf bezweifelt werden.
Ich glaube Trump nutzt dieses “Krieg an — Krieg aus”-Spiel ganz gezielt um sich am Aktienmarkt zu bereichern. Siehe hier: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/trump-aktien-vorwurf-bereicherung-100.html Jedesmal wenn er seine Angriffe wieder aufnimmt, reagieren die Iraner und schließen die Straße von Hormus, was die Ölpreise nach oben treibt — darauf reagieren die Aktienwerte und es ist ja nicht das erste Mal, dass nachgewiesenermaßen hunderte Million hohe Aktienkäufe aus dem weißen Haus getätigt wurden, kurz bevor der Spinner wieder auf den roten Knopf gedrückt hat.
Er hat ja sogar vor laufender Kamera gesagt, dass ihm sein Volk egal ist in Bezug auf Erdölpreise — was mich schaudern lässt, wie blind und dumm die restlichen Anhänger von Donald Trumps Politik sind.
Dass Trumps Steuerunterlagen aufgrund seiner Marionetten in den hohen Positionen nun auch rückwirkend nicht mehr geprüft werden dürfen, alle seine Komplizen mit dem “Executive Grant of Clemency” eine General-Amnestie für alle begangenen Verbrechen bekommen haben, lässt mich stark daran zweifeln, dass Amerika überhaupt nochmals in der Lage sein wird als Weltmacht auf dieser Welt anerkannt zu werden. Für mich ist das nur noch eine Bananen-Republik — nur wesentlich stärker bewaffnet.
@Peter: Das mag sein, jedenfalls wäre es Trump zu zutrauen. Wobei man sagen muss, die Amis haben ein ganz anderes kulturelles Verständnis. Das Verständnis für Militär, bzw. militärische Gewalt ist in den USA positiv besetzt. Die ältere Generation der USA sieht ihr Land gar als das Land mit einem natürlichen weltweiten Führungsanspruch.