Fünfzigtausend

Im Jah­re 2016 hat Volks­wa­gen mit dem Gesamt­be­triebs­rat einen Zukunfts­pakt geschlos­sen, der die Wirt­schaft­lich­keit und Zukunfts­fä­hig­keit der deut­schen Stand­or­te absi­chern soll­te. Der Ver­trag sah bis 2030 einen Abbau von bis zu 23.000 Arbeits­plät­zen in Deutsch­land vor.

Das dürf­te sich erle­digt haben, aktu­ell heißt es bei VW: 50 000! Arbeits­plät­ze sol­len bis 2030 in der gesam­ten VW Group abge­baut wer­den. Der Hin­ter­grund: VW ist der Vor­steu­er­ge­winn ein­ge­bro­chen. Auf knapp neun Mil­li­ar­den Euro bezif­fert VW den Gewinn im Jahr 2025. Das sei gut die Hälf­te des­sen, was das erfolgs­ver­wöhn­te Unter­neh­men sonst ver­die­ne. Nicht etwa weni­ger Absatz, son­dern inter­ne Pro­ble­me und die US-Zoll­po­li­tik wären dafür ver­ant­wort­lich. Spa­ren sei ange­sagt, so hört man aus der VW-Vor­stands­eta­ge. Nun­mehr sol­len statt der geplan­ten 23 000 bis zu 50 000 Mit­ar­bei­ter und Mit­ar­bei­te­rin­nen bis 2030 gehen. 

Porsche

Der Gewinn­ein­bruch beim Sport­wa­gen­her­stel­ler Por­sche ist noch hef­ti­ger: Das Ergeb­nis nach Steu­ern brach im Jah­res­ver­gleich um 91,4 Pro­zent auf 310 Mil­lio­nen Euro ein. Ver­kaufs­mi­nus in Chi­na, hohe Kos­ten für ein Ver­bren­ner-Come­back, US-Zöl­le, all das führ­te nach Exper­ten­mei­nung zu den Gewinneinbrüchen.

Viel­leicht soll­te sich VW wie­der auf sei­nen Ursprung im Namen erin­nern. Volks­wa­gen und nicht High-Tech-Com­pu­ter auf Rädern, so viel Tech­nik wie nötig und so wenig wie mög­lich. Fami­li­en­au­tos zu bezahl­ba­ren Prei­sen, wäre viel­leicht die Alter­na­ti­ve zu den Spar­maß­nah­men durch Personalabbau. 

Für den Vor­stand übri­gens ist der Ein­bruch der Mar­ge eben­falls auf dem Gehalts­zet­tel ersicht­lich. Im ver­gan­ge­nen Jahr erhielt Kon­zern­chef Oli­ver Blum rech­ne­risch nur noch ca. 2300 Euro brutto.

Pro Stun­de.

2 Kommentare zu „Fünfzigtausend“

  1. wenn das so wei­ter­geht wird den Bür­gern irgend­wann die Hut­schnur reis­sen. Mitt­ler­wei­le hat es sich ja wohl bis ins kleins­te Dorf rum­ge­spro­chen, dass genug Geld da ist — es aus bekann­ten Grün­den aber nicht gerecht ver­teilt wird.
    Wenn dazu Geld­ver­schwen­der wie Jens Spahn noch in der Regie­rung sit­zen, von dem man immer noch auf eine Erklä­rung für die Mas­ken-Mil­li­ar­den war­tet, Katha­ri­ne Rei­che uns Ener­gie­po­li­tisch um 50 Jah­re zurück bom­ben will, dann ist das Con­s­truct “Regie­rung” eine Lachnummer.
    Apro­pos Kon­zern­ge­win­ne von VW:
    Bei den Prei­sen, die VW für sei­ne Kis­ten auf­ruft ist es kein Wun­der, dass Kun­den sich umori­en­tie­ren. Mer­ke: wenn die Taschen der Men­schen leer sind, kau­fen sie günstig.
    Ein Golf für über 30.000? Mal kurz recher­chiert: 2004 kos­te­tet ein VW Golf noch 15.915 €, 2014 das glei­che Modell 18.225 € — was eine Preis­stei­ge­rung in 10 Jah­ren um 3.000 € bedeu­tet. Abso­lut mode­rat und Markt­kon­form. Dann explo­dier­ten die Prei­se. 2024 kos­te­te der Golf 28.330 € — in 10 Jah­ren 10.000 € mehr, was mehr als eine Ver­drei­fa­chung der vori­gen 10-Jah­res-Teue­rungs­ra­te ist!

    Dass Unter­neh­men immer nur kla­gen ist ja nichts Neu­es. Die Hörig­keit unse­rer Poli­ti­ker, die anschei­nend nicht in der Lage sind sol­che Zah­len mal zu hin­ter­fra­gen ist das Pro­blem. Wie auch, wenn da Leu­te Ent­schei­dun­gen tref­fen, die noch nie gear­bei­tet haben, kei­ne Aus­bil­dung haben und Stu­di­en­ab­bre­cher sind. Da wird unge­fil­tert fal­scher Inhalt wei­ter­ge­schwa­felt und bei Fra­gen kom­men die übli­chen inhalts­lee­ren Wort­hül­sen. Dazu geht es dar­um bloss nicht auf­zu­fal­len, immer schön die Par­tei­vor­ga­ben abni­cken und Netz­wer­ke auf­bau­en, damit man mög­lichst viel Koh­le neben­her abgrei­fen kann.
    Ich habe das Gefühl, dass alle (außer uns) Wis­sen, dass die Erde mit einem Rie­sen­knall auf das Ende zu rast und jetzt geht es nur noch dar­um die eige­nen Pfrün­de zu sichern — ohne Rück­sicht auf andere.

  2. @Peter: Ich hof­fe, dass den Bür­gern irgend­wann mal die Hut­schnur platzt. Bis­her wird das alles nur so zur Kennt­nis genom­men, nach dem Mot­to: Trifft mich ja nicht.

Die Kommentare sind geschlossen.