Eine Klatsche für den BlackRock-Kanzler

Die Wah­len am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de in Sach­sen-Anhalt und vor allem das über­ra­gen­de Abschnei­den der AfD zei­gen ein­mal mehr: Merz kann es nicht.

Auch wenn die Gene­ral­se­kre­tä­rin der CDU, Fran­zis­ka Hop­per­mann, am Vor­tag nicht müde wur­de stak­ka­to artig zu wie­der­ho­len, dass die Bun­des­re­gie­rung für vier Jah­re gewählt sei und Ver­än­de­run­gen nicht zur Debat­te stün­den, bleibt klar: Das Ergeb­nis ist vor allem eine Klat­sche für den amtie­ren­den Bun­des­kanz­ler. Merz war ober­leh­rer­haft ange­tre­ten, um Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler zu maß­re­geln – und, schlim­mer noch, zu belei­di­gen. Der Aus­gang der Wah­len ist das direk­te Ergeb­nis sei­ner maß­lo­sen Arro­ganz gegen­über den rea­len Sor­gen der Bevölkerung.

Dabei hät­te es die CDU wis­sen kön­nen. Merz war zwar jah­re­lang Abge­ord­ne­ter und Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der, hat aber nie ein Exe­ku­tiv­amt geführt – weder als Minis­ter auf Lan­des- oder Bun­des­ebe­ne noch als Bür­ger­meis­ter. Ihm fehlt neben dem Ein­füh­lungs­ver­mö­gen schlicht­weg die Erfahrung.

Er hat Geld geschef­felt, viel Geld – das sei ihm gegönnt. Ein Mul­ti­mil­lio­när mit Pri­vat­flug­zeug ist als Bun­des­kanz­ler jedoch ähn­lich geeig­net wie ein Tee­löf­fel zum Schnee­schip­pen. Sei­ne Jah­re als Auf­sichts­rats­chef des Ver­mö­gens­ver­wal­ters Black­Rock in Deutsch­land sind der bes­te Beleg dafür, dass er pri­mär die Per­spek­ti­ve der Finanz­wirt­schaft vertritt.

Merz agiert impul­siv und spal­tet durch rhe­to­ri­sche Zuspit­zun­gen. Zudem ver­spricht er viel und hält wenig – nicht nur ein­mal muss­te er sei­ne Aus­sa­gen wie­der zurückrudern.

Dar­über hin­aus wird ihm selbst aus den eige­nen Rei­hen ein auto­ri­tä­rer, wenig kom­pro­miss­be­rei­ter Füh­rungs­stil zuge­schrie­ben. Gebraucht wer­den aller­dings Brü­cken­bau­er, kei­ne auto­ri­tä­ren CEOs. Merz hat weder die Geduld noch die Fähig­kei­ten, kom­ple­xe Drei­er- oder Vie­rer­bünd­nis­se geräusch­los durch Kri­sen zu steu­ern – das beschei­ni­gen ihm zumin­dest sei­ne engs­ten Mitarbeiter.

Wer aus dem Blick­win­kel eines Groß­in­ves­tors und Aktio­närs denkt, kann die Pro­ble­me der­je­ni­gen nicht begrei­fen, die für ihr Geld hart arbei­ten müs­sen. Das hat er nun mehr­fach bewie­sen, zuletzt mit sei­nen Reform­vor­schlä­gen zur Rente.

Die CDU täte also gut dar­an, bereits jetzt den Rück­zug ihres Bun­des­kanz­lers vor­zu­be­rei­ten und nicht erst die Land­tags­wah­len in Meck­len­burg-Vor­pom­mern abzuwarten.

Die Umfra­gen sehen die CDU der­zeit dort auch nur noch bei 8 Prozent

Update: »Merz ist offen­kun­dig der fal­sche Mann in die­sem Amt in die­sen Zeiten.«
Leit­ar­ti­kel von Dirk Kurb­ju­weit — Der SPIEGEL. (€)

»Unse­re Markt­wirt­schaft [..] lebt von der mate­ri­el­len Ungleichheit.«

Fried­rich Merz in »Mehr Kapi­ta­lis­mus wagen« 


Eben­falls zum Thema:

»Herr Merz und sei­ne Regie­rung haben die AfD nicht hal­biert, sie haben dem Faschis­mus in unse­rem Land zu neu­er Grö­ße ver­hol­fen und sich damit zum Nar­ren gemacht. Herr Merz und alle, die ihm nach dem Mun­de reden, haben ihre Chan­ce ver­tan. Die Men­schen wer­den das nicht ver­zei­hen und an der Wahl­ur­ne ant­wor­ten.“ uhilger.de

2 Kommentare zu „Eine Klatsche für den BlackRock-Kanzler“

  1. On Point! Ich gehe sogar noch wei­ter — selbst wenn Merz abtritt (oder abge­tre­ten wird) fal­len die Domi­no­stei­ne der ande­ren Bun­des­län­der als “Brand­mau­er gegen Rechts”. Merz’ CDU hat mit den Refor­men etwas los­ge­tre­ten, das drin­gend umge­kehrt wer­den muss. Die Bevöl­ke­rung ist es satt stän­dig immer weni­ger in der Bör­se zu haben wäh­rend auf der ande­ren Sei­te die reichs­ten der Bevöl­ke­rung immer rei­cher wer­den und auch alles dafür getan wird, dass dies immer schnel­ler passiert.
    Mil­lio­nä­re schaf­fen kei­ne Arbeits­plät­ze, erwirt­schaf­ten kein BIP, pro­du­zie­ren kei­ne Waren, bedie­nen kei­ne Maschi­nen, ver­sor­gen kei­ne kran­ken Men­schen. Das machen die­je­ni­gen, die am unte­ren Ende der finan­zi­el­len Nah­rungs­ket­te dafür sor­gen, dass die­ses Land wett­be­werbs­fä­hig ist und bleibt. Die Bür­ger, Arbei­ter, Ange­stell­te die­ses Lan­des sind es satt sich von Poli­ti­kern, die nur ihrer Lob­by die­nen (anstatt dem Bür­ger wie es eigent­lich sein soll­te) mit pole­mi­schen Flos­keln über den Tisch zie­hen zu las­sen — und von unse­rem aktu­el­len Bun­des­kanz­ler als fau­les Pack, Blau­ma­cher und Nutz­nie­ßer des Sys­tems titu­lie­ren zu lassen.
    Die Mie­ten gehen durch die Decke — zum Teil ist die Hälf­te des Gehalts dann schon am 1. Tag des Monats weg an Miet­haie wie die VONOVIA https://www.mvwit.de/vonovia-undurchsichtige-abrechnungen-von-miet-umlagen-lassen-zusatz-renditen-sprudeln/miethai-vonovia/
    Dazu gehen die Ener­gie­prei­se von Strom und Ben­zin durch die Decke. Nutz­nie­ßer (hier ist das Wort tat­säch­lich ange­bracht) gro­ße Strom- und Mine­ral­öl­kon­zer­ne. Dazu der Boy­kott der Ener­gie­wen­de initi­iert von Frau Rei­che, die nun neue Gas­kraft­wer­ke bau­en kann (geneh­migt von der EU) https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/eu-milliarden-gaskraftwerke-deutschland-100.html
    Soll­te die CDU dies nicht rea­li­sie­ren und end­lich eine Umver­tei­lung des Gel­des von oben nach unten statt wie bis­her von unten nach oben begin­nen wird sie bald (mit der SPD im Schlepp­tau) in die Bedeu­tungs­lo­sig­keit abrut­schen. Und auch wel­che Par­tei davon pro­fi­tie­ren wird. Das soll­ten die Par­tei­bon­zen als erns­te Bedro­hung im Hin­ter­kopf haben.
    Ich fürch­te aber, dass in die­sen ver­bret­ter­ten Gehir­nen kei­ne Schal­ter zum not­wen­di­gen Reboot vor­han­den ist.
    Bes­te Grü­ße aus dem mit fau­lem Rent­ner­pack bevöl­ker­tem Ruhrpott

    Antworten

Schreibe einen Kommentar