Der schwarze Grüne

Auch wenn die Bun­des­vor­sit­zen­de der Grü­nen Fran­zis­ka Katha­ri­na Brant­ner die Land­tags­wahl in Baden-Würt­tem­berg am let­zen Wochen­en­de als einen Sieg bezeich­net, der von den gan­zen Grü­nen getra­gen wird, haben die Grü­nen als Par­tei wenig damit zu tun. Chem Özd­emir hat die Wahl nicht ent­schie­den, weil er Grü­ner ist, son­dern obwohl er Grü­ner ist. Dem Aspi­ran­ten auf das Amt des Minis­ter­prä­si­den­ten hat gehol­fen, dass er so bieg­sam wie eine Wei­den­ru­te ist. Er weiß, was die Wäh­ler in Baden-Würt­tem­berg hören wol­len und hat gelie­fert. Bereits vor drei Jah­ren hat Özd­emir gezeigt wie fle­xi­bel er ist, indem er sich nicht ent­blö­de­te, mit einem gelie­he­nen Dienst­grad der Bun­des­wehr im Rah­men einer Wehr­übung medi­en­wirk­sam durchs Gebüsch zu krie­chen. Im Wind­schat­ten sei­nes Zieh­va­ters, Win­fried Kret­sch­mann, hat er für die Grü­nen ein respek­ta­bles Ergeb­nis eingefahren. 

Der gro­ße Gewin­ner auch die­ser Wahl ist aller­dings ärger­li­cher­wei­se die AFD, die ziel­ge­nau ihre The­men setz­te und sich bei den Mit­ar­bei­tern der gro­ßen Auto­wer­ke als Arbei­ter­par­tei erfolg­reich in Sze­ne setz­te und damit der ehe­ma­li­gen Arbei­ter­par­tei SPD den Rang ablief.

Die SPD ist mit 5,5 Pro­zent prak­tisch pul­ve­ri­siert wor­den. Brandt, Weh­ner und Schmidt rotie­ren ver­mut­lich im Grab. Man sehnt sich fast knor­ri­ge Poli­ti­ker wie Mün­te­fe­ring her­bei oder das Karl-Josef Lau­mann in die SPD einritt. 

Wah­len wer­den an der Basis gewon­nen, in Baden-Würt­tem­berg in den zahl­rei­chen Unter­neh­men. Die Ange­stell­ten bei Daim­ler, Por­sche, VW und den zahl­rei­chen Zulie­fe­rern, die Maschi­nen­bau­er, das ist der Mit­tel­stand, der die Poli­tik bestimmt. Der Grü­nen­po­li­ti­ker Win­fried Kret­sch­mann wuss­te das und hat sich oft­mals gegen die Bun­des­po­li­tik sei­ner grü­nen Par­tei gestellt. 

Nicht aus Oppor­tu­nis­mus, son­dern aus Über­zeu­gung. Im Gegen­satz zu sei­nem ver­mut­li­chen Nach­fol­ger hat­te er wenigs­tens eine.

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