Marco fragt sich mit seinen 26 Jahren, ob Blogs inzwischen überwiegend von älteren Bloggerinnen und Bloggern betrieben werden und ob es eigentlich auch jüngere Blogger gibt. Beim Scrollen durch den Uberblogr-Feed ist ihm jedenfalls aufgefallen, dass offenbar kaum jemand in seinem Alter vertreten ist.
Der Webring uberblogr.com ist mit rund 320 gelisteten Blogs zwar ordentlich aufgestellt. Ob diese Zahl jedoch für eine belastbare empirische Aussage ausreicht, darf bezweifelt werden. Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Oft folgt hier der eine dem anderen. Letztlich unterscheidet sich das bei Uberblogr nicht wesentlich von anderen Netzwerken. Man folgt sich, weil es inhaltliche Überschneidungen gibt – und diese entstehen häufig dort, wo eine gewisse Homogenität herrscht.
Die thematische Interessenlage ist dabei nicht selten altersabhängig, es sei denn, es handelt sich um klar abgegrenzte Spezialthemen wie WordPress, CSS oder andere technische Fragestellungen.
Tatsächlich existiert eine wissenschaftliche Untersuchung zum Bloggen in Deutschland. Prof. Dr. Michael Schenk von der Universität Hohenheim hat sich in einer Studie mit dem Selbstverständnis von Themenbloggern beschäftigt. Die Untersuchung stammt zwar aus dem Jahr 2014, liefert aber nach wie vor aufschlussreiche Ergebnisse. Besonders interessant sind die Motive für das Bloggen: Neben dem Wunsch, einen persönlichen Beitrag zur Meinungsbildung zu leisten, nannten die Befragten Unterhaltung, soziale Anerkennung, berufliche Chancen und Selbstreflexion als zentrale Antriebsfaktoren.
Die in der Stichprobe erfassten Bloggerinnen und Blogger waren überwiegend männlich (68,9 Prozent) und im Durchschnitt 38,1 Jahre alt. Die Altersspanne reichte dabei von 14 bis 72 Jahren. Von einer reinen Alterskohorte kann also keine Rede sein.
Darüber hinaus beleuchtet die Studie Fragen zum zeitlichen Aufwand, zu genutzten technischen Mitteln, Recherchepraxis, journalistischer Qualität sowie zum Bildungsabschluss der Bloggenden. Insgesamt handelt es sich um eine durchaus lesenswerte und nach wie vor relevante Untersuchung.
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger ist für seine neoliberalen Positionen bekannt. Die aktuelle Wirtschaftsflaute kommt ihm dabei durchaus gelegen: Dient sie ihm doch als willkommener Anlass, aus seiner Sicht längst überfällige Reformen im Arbeitsrecht konsequent im Sinne der Arbeitgeber voranzutreiben.
Das ist erst mal nichts Verwerfliches. Dulger vertritt die Interessen der Arbeitgeber – genau dafür ist sein Verband da. Problematisch wird es dort, wo er der Regierungskoalition vorwirft, „hart an der Grenze der Verantwortungslosigkeit“ zu handeln, und der SPD attestiert, den „Ernst der Lage“ noch immer nicht erkannt zu haben.
Was er damit meint, bleibt sein Geheimnis.
Konkret fordert der 61-Jährige die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, eine Neuregelung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie eine sogenannte „Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes“. Was unter dem Etikett Reform und Modernisierung verkauft wird, läuft in der Summe jedoch auf einen arbeitsmarktpolitischen Rückschritt hinaus – eher zurück in die 1970er Jahre als nach vorn.
Dabei müsste der Perspektivwechsel eigentlich genau andersherum aussehen. Nicht mehr, sondern klüger sollte gearbeitet werden. Dort, wo Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz Arbeit effizienter, leichter und produktiver machen, müssen sie auch konsequent genutzt werden. Das geschieht allerdings nicht von selbst. Wer Bilder bei Facebook hochladen kann, ist noch lange nicht in der Lage, digitale Prozesse zu steuern oder KI sinnvoll einzusetzen.
Genau hier liegt die eigentliche Verantwortung der Arbeitgeber. Weiterbildung in digitalen Kompetenzen und im Umgang mit KI sind die wirklich überfälligen Reformen – und sie lassen sich nur in den Unternehmen selbst anstoßen.
Krankschreibung und Lohnfortzahlung reformieren? Ja, auch das liegt in der Hand der Arbeitgeber. Was spricht dagegen, Mitarbeitende bis zu drei Tage weiter zu bezahlen, wenn sie krank zu Hause bleiben? Nichts. Außer vielleicht die Erkenntnis, dass viele danach schneller an ihren Arbeitsplatz zurückkehren würden – zumindest dann, wenn es ihr Gesundheitszustand zulässt.
Der demografische Wandel wird die Unternehmen ohnehin hart treffen. Wer entscheidet sich künftig noch für die freie Wirtschaft, wenn Militär, öffentlicher Dienst und Industrie zunehmend um dieselben Fachkräfte konkurrieren? Die Bundeswehr etwa bietet längst attraktive zivile Arbeitsplätze in Verwaltung, Logistik, Vertrieb oder Instandhaltung – inklusive planbarer Karrierewege.
Unternehmen werden sich deshalb anstrengen müssen: attraktivere Arbeitsplätze, verlässliche Kinderbetreuung, solide Altersvorsorge. Und vor allem: Abschied von Arbeitsmodellen, die auf zehn Stunden monotone Tätigkeit setzen. Dank Digitalisierung und KI ist dieser Abschied nicht nur möglich, sondern überfällig.
Andernfalls droht ein anderes Szenario: der Verlust des Anschlusses – und die Reduktion auf die verlängerte Werkbank anderer Volkswirtschaften.
Also weg mit den Phrasen. Wir brauchen keinen alten Wein in neuen Schläuchen. Wir brauchen kluge Köpfe. Wir brauchen Systeme, die aus Daten lernen, Muster erkennen, Texte generieren und Entscheidungen vorbereiten.
Chatbots, automatisierte Sachbearbeitung, Analyse-Tools zur Auswertung großer Datenmengen – all das ist längst Realität und muss konsequent genutzt werden. Tätigkeiten, die stark standardisierbar sind, sollten automatisiert werden. Umso entscheidender wird Weiterbildung in digitalen und KI-Kompetenzen für die Beschäftigungsfähigkeit der Zukunft.
Das sind Reformen, die Unternehmen wirklich brauchen – und die sie selbst gestalten können. Was wir nicht brauchen, sind Zehn-Stunden-Tage und ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber erkrankten Beschäftigten.
Ich bin lange davon ausgegangen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Schwäche und der Zustimmung zum Rechtsextremismus gibt.
Tatsächlich liefert eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2023 Hinweise darauf, dass eine steigende AfD-Wahlbereitschaft häufig mit schlechten Arbeitsbedingungen, mangelnder Anerkennung im Berufsleben, hohen materiellen Sorgen sowie einem ausgeprägten Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen einhergeht.
Gleichzeitig kommen die Autorinnen und Autoren der Studie jedoch zu einem differenzierteren Ergebnis: Der zentrale Mobilisierungsfaktor für die AfD ist demnach weniger ökonomischer Protest als vielmehr eine ausgeprägt migrationsfeindliche Haltung – und zwar aus Überzeugung, nicht aus Frustration oder kurzfristiger Ablehnung der etablierten Politik.
Zu ähnlichen Schlussfolgerungen gelangt eine Untersuchung des Leibniz-Instituts. Zwar leben AfD-Sympathisantinnen und ‑Sympathisanten überdurchschnittlich häufig in strukturschwachen und perspektivarmen Regionen, doch lässt sich der Wahlerfolg der Partei nicht allein aus der regionalen Wirtschaftslage erklären. Laut Studie sind bei einem AfD-Stimmanteil von 30 Prozent lediglich rund zwei Prozent direkt mit der individuellen wirtschaftlichen Situation der Wählerinnen und Wähler verknüpft.
Besonders paradox erscheint dabei, dass ausgerechnet jene Bevölkerungsgruppen am stärksten unter einer AfD-geführten Regierung leiden würden, die die Partei heute am entschiedensten unterstützen. Denn wirtschaftspolitisch steht die AfD für eine stark neoliberale Ausrichtung und für den weitgehenden Rückbau sozialstaatlicher Sicherungssysteme.
Der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Prof. Reint E. Gropp, warnt in diesem Zusammenhang vor gravierenden gesamtwirtschaftlichen Folgen eines AfD-Wahlerfolgs, insbesondere in ostdeutschen Bundesländern. Deutschland ist bereits heute Schlusslicht bei den Firmengründungen. Eine Regierungsbeteiligung der AfD würde, so Gropp, einen erheblichen Abschreckungseffekt auf Investoren und Fachkräfte haben – nicht nur regional, sondern mit Ausstrahlung auf das gesamte Land. Denn außerhalb Deutschlands unterscheidet kaum jemand zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Fachkräfte und Investitionen würden ausbleiben. Was das vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage bedeutet, liegt auf der Hand.
Er begründet dies mit der Gefahr, Russland oder China könnten sonst Grönland „übernehmen“, und kündigt an, die USA würden „so oder so etwas in Grönland tun, ob sie es mögen oder nicht“.
Aussagen dieser Art haben in Dänemark und Grönland massive Empörung ausgelöst; Politiker warnen, eine amerikanische Übernahme wäre das faktische Ende der bisherigen NATO‑Ordnung im Nordatlantik.
Auf der anderen Seite ist Europa und vor allem Deutschland abhängig von den USA; eine zu heftige Kritik am Vorgehen Trumps könnte zudem die Lage in der Ukraine verschlechtern, wenn die USA sich entschließen, weitere Waffenlieferungen einzustellen.
Die NATO diskutiert nun eine stärkere Bündnispräsenz in der Arktis, um Trump die Argumente zu nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann.
„Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss“, sagte Merz bei seinem Indien-Besuch. „Wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen.“ Quelle: derpatriot.de
Ob sich Trump davon beeindrucken lässt, bleibt allerdings abzuwarten.
Umfragen aus dem Jahr 2025 sehen für die kommende Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September nicht nur eine Mehrheit der Wählerstimmen für die AFD, sondern auch eine Marginalisierung der SPD. Was bedeutet das und vor allem: Was passiert da gerade?
Noch vor ein paar Jahren war die Wahrnehmung, dass viele Menschen, die vielleicht mit der AFD sympathisierten, dass doch eher versteckt taten. Das ist vorbei und interessanter Weise bekennen sich inzwischen immer mehr Menschen dazu, die AFD wählen zu wollen, nachdem der Verfassungsschutz die gesamte Partei Anfang 2025 als gesichert rechtsextrem eingestuft hat.
Oder gerade deshalb? Geht man heute in die politische Diskussion über die Demokratie, sind immer wieder Zweifel zu hören, ob nicht „der starke Mann“ die, immerhin von einem Viertel der Bevölkerung gewünschte konservative und mit der Ideologie einer am rechten Rand stehenden Ausrichtung, richtige Regierungsform wäre. „Der oder die“, wer immer das ist, machen wenigstens was, so die vorherrschende Meinung der tatsächlich oder vermeintlich Abgehängten.
Diese Sichtweise ist zwar verstörend, aber nachvollziehbar. Wenn das „Aufstiegsversprechen“☝ nicht mehr funktioniert, wenden sich die Menschen den Parteien zu, die in radikaler Art und Weise, dieses Versprechen geben.
Dabei sind Trump und alle Autokraten dieser Welt nicht etwa abschreckendes Beispiel: Im Gegenteil, das Vorgehen Trumps beispielsweise wird für viele Ausdruck einer starken Regierung.
Wenn nun das bei den Landtagswahlen im September passiert, was wahrscheinlich ist und „die SPD durch radikale Kräfte ersetzt wird, zahlen wir alle einen hohen Preis“, schreibt Stefan Pfeiffer in seinem Blog
Bloggerkollege Horst Schulte merkt an, dass „der soziale Frieden kein Selbstläufer ist“ und wir den Mut haben sollten, dem Sturm der Polarisierer entgegen zu treten.
Wenn der Osten der Republik erst in den Händen rechtsextremistischer Parteien ist, fürchte ich, dass es nicht weit sein wird, bis Distopien Wirklichkeit werden könnten.
Der Imperialismus ist das höchste Stadium des Kapitalismus, schrieb Lenin 1916 in Zürich. Wie recht er hatte, zeigen uns die aktuellen Geschehnisse, insbesondere in den USA. Natürlich haben die USA immer Kriege geführt. Das geschah unter den jeweiligen Präsidenten aber eher subtil und vor allem möglichst unter dem Radar. Herrschende anderer Länder entführen, Absetzungen, Liquidation, offiziell Terrorbekämpfung, all das gehört zu den Aufgaben der Navy-Seals; eine Spezialeinheit die oftmals die „dirty Jobs“ der jeweiligen Regierung erledigt.
Das was jetzt unter Präsident Trump passiert, ist allerdings neu. Offen und ohne Umschweife, sogar ohne große Legenden die eigene Machtbefugnis auf andere Länder ausdehnen, sich deren Bodenschätze zu bedienen; das hat noch mal eine ganz andere Qualität. Als Putin 2022 in die Ukraine einmarschiert ist, war er Aufschrei (zu Recht) groß. Frau Baerbock, die ehemalige Außenministerin, faselte gar von einem Krieg gegen Russland.
Donald Trump als Präsident der USA verleibt sich nicht nur Venezuela ein, sondern droht ganz offen und nebenbei auch noch Grönland, Mexiko, Kuba und Kolumbien mit einer Landnahme durch die USA. Und was macht Europa und Deutschland? Im Sinne des US-Präsidenten sekundiert Bundeskanzler Merz und wirft Maduro unselige Allianzen und Drogenhandel, er habe „sein Land ins Verderben geführt“. Applaus also für Trump und alle imperialen Machthaber dieser Welt. Russland und China könnten das Vorgehen und die Reaktionen Europas und insbesondere Deutschlands als Blaupause und Legitimation für ihr Tun sehen. Der Stärkere hat des Recht sich den Schwächeren untertan zu machen.
Europa muss sich ganz schnell überlegen, wie es jetzt und in Zukunft auf den Machthunger der Diktatoren dieser Welt reagieren will.
Klare Worte sind jetzt gefragt, wer das Völkerrecht bricht, kann von Europa nichts mehr erwarten. Nur diese Sprache verstehen Autokraten.
Wenn Europa und Deutschland jetzt nicht zusammenstehen, ist die Vorstellung einer Kolonialisierung Europas oder Deutschlands durch die USA, Russland oder China so abwegig nicht.
Anentome Helena — Wikipedia gemeinfreies WerkVor ca. einem halben Jahr hatte ich mir eine Schneckenplage in meinem Aquarium eingefangen. Nicht schön anzusehen, aber auch nicht gefährlich. In frühen Jahren habe ich immer mal wieder einen schneckenfressenden Kugelfisch eingesetzt, um der Plage Herr zu werden. Mit dem Ergebnis, dass zwar die Schnecken dezimiert waren, aber ich den Fisch aufwändig mit Mückenlarven füttern musste, als Fleischfresser verschmäht der Assel-Kugelfisch nämlich Trockenfutter. Jedenfalls sollte eine andere Lösung her, auch deshalb, weil Colomesus asellus, so der wissenschaftliche Name, oftmals ordentlich Ärger machen kann.
So bin ich irgendwann auf Raubschnecken gekommen. Helena Raubschnecken ernähren sich von anderen Schnecken und sind laut Literatur hervorragend geeignet, um einen Schneckenüberschuss im Becken auf natürlich Art abzubauen, angeblich ohne dabei selbst zur Plage zu werden, da sie sich nur langsam vermehren.
Soweit die Theorie. Anfang Juli hatte ich dann vier Helena Raubschnecken in mein Aquarium gesetzt – und siehe da, nach ein paar Wochen war von den anderen Schnecken kaum noch etwas zu sehen. Allerdings vermehrten sich die Raubschnecken umso zahlreicher und bald hatte ich sichtbar eine ganze Horde, der zugegebener Maßen hübschen Schnecken. Meine Annahme allerdings, dass sich die Helenas vielleicht selber fressen, war falsch.Im Gegenteil, die Tiere vermehrten sich in beunruhigender Anzahl weiter.
Zu meiner Beruhigung las ich, dass die Art sehr friedlich ist und Fischen, Garnelen, Krebsen und anderen Schnecken vergesellschaftet werden kann.
Was man leicht vergisst ist, dass jedes noch so kleine und friedlich Tier tatsächlich auch aggressiv werden kann. Entweder um die Brut zu schützen oder schlichtweg bei Hunger. Vorgestern jedenfalls sah ich auf dem Kies ca. dreißig tote Minigarnelen in meinem Becken. Bei näherer Betrachtung sah ich, dass der Boden übersäht war mit leeren Chitinpanzern von meinen Minigarnelen. Die kleinen Raubschnecken (ca. 3cm groß) hatten offensichtlich einen Weg gefunden, die Garnelen trotz Schutzpanzer, zu überwältigen und zu fressen. Einen Tag später konnte ich beobachten, wie sie die etwas dusseligen Garnelen mit ihrem Fuß festhielten und durch eine offene Stelle im ansonsten recht harten Panzer mit ihrem Rüssel aussaugen.
Interessant fand ich die Feststellung, welchen Schaden eine invasive, vom Menschen in ein Ökosystem eingesetzte Art, selbst in einem Aquarium anrichten kann.
Der aktuelle Disney-Animationsfilm „Zoomania 2“ mit der blauen Schlangenfigur Gary De’Snake löst derzeit in China einen Hype aus, sodass viele junge Menschen reale hellblaue Insel-Bambusottern als Haustiere kaufen wollen. Ich möchte nicht wissen, wieviel Schlangen dieser Art später einfach in der Natur ausgesetzt werden, weil die Halter überfordert sind.
Ich habe mir einen Bluetooth Kopfhörer gekauft. Für 16 € — in Worten — sechszehn Euro. Natürlich kommt das Ding aus China, kein Hightech Kopfhörer und vielleicht bei der Bedienung nicht ganz durchdacht. Der Preis allerdings ist unschlagbar und der Kopfhörer tut was er soll. Ähnliche Modelle aus Deutschland kosten mind. das Vierfache, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Warum ich das erzähle?
Und das gilt selbstverständlich auch für Elektroautos. In dem Segment werden für chinesische Autos knapp die Hälfte des Preises angezeigt.
Natürlich sind E‑Autos besser als Verbrenner, nicht nur für die Umwelt. Darum geht’s nicht. Es geht darum, dass die Automobilindustrie in Deutschland alleine mit E‑Autos wohl kaum eine Überlebenschance hat.
Man könnte argumentieren, dass Deutschland ohne die Automobilisten wirtschaftlich nicht untergeht. Eine Recherche macht schnell klar, dass bei einer kompletten Abwanderung der Automobilindustrie nicht nur ein paar hunderttausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.
Die deutsche Automobilindustrie beschäftigt direkt 721.400 Personen, indirekt 1,76 Millionen. Direkte Abhängigkeiten wie Dienstleister, Handel und Logistik treiben die Gesamtzahl auf etwa 1,8 bis 5 Millionen Arbeitsplätze hoch. Automobilregionen wie Baden-Württemberg würde ein Großteil der Gewerbesteuer ausfallen. Die Folgen wären im Einzelnen noch nicht abzusehen.(Recherche: KI)
Ein signifikanter Stellenabbau in der zweitgrößten Industriebranche (nach dem Maschinenbau) könnte zu einer Zunahme von Armut, Abwanderung und sozialen Spannungen in Regionen führen, die stark von einem einzigen Industriezweig abhängig sind. Bereits jetzt melden sich Tausende von Arbeitnehmern für Kurzarbeit an, was langfristig zu sozialen Unruhen führen kann. Zudem würde der Verlust von Exportkraft und Wohlstand eine Bedrohung für den gesellschaftlichen Konsens in der Bundesrepublik Deutschland darstellen.
Wenn das Aus vom Verbrenner-Aus nun ernsthaft diskutiert wird und meiner Meinung nach durchkommt, geht es nicht darum, dass das E‑Auto besser, umweltfreundlicher, leiser und auch noch bedeutend durchzugsstärker sind als jeder Verbrenner. Das ist nicht die Frage.
Vor dem Hintergrund der fehlenden Konkurrenzfähigkeit können wir uns einfach kein striktes Verbot für Verbrennerautos leisten. Ohne die gesamte Automobilindustrie plus Zulieferer, die anhängige Logistik und Versand würden wir Gefahr zu laufen, den sozialen Frieden in der Bundesrepublik zu gefährden und die rechtsextreme AFD in Regierungsposition befördern.
Solange also die Bundesrepublik mit E‑Autos nicht konkurrenzfähig ist, wäre ein striktes Verbot von Verbrennern fahrlässig.