Die Ausnahme ist Bloggersdorf digital und meine Kolleginnen und Kollegen analog.
Umso überraschender die jüngste Erkenntnis aus meinem eigenen Maschinenraum: Meine »eigene« KI, sicher auf meiner Festplatte beheimatet, siezt mich ganz förmlich. Ihr Bruder in der wilden, weiten Netzwelt hingegen scheint auf das Du angelernt zu sein.
Anlass dieser Beobachtung ist die Nutzung von Gemma 4. Google hat vor ein paar Tagen dieses Large Language Model (LLM) gewissermaßen verschenkt. Gemma 4 basiert auf derselben Architektur wie Gemini 4, lässt sich jedoch herunterladen und ohne lästige Cloud-Anbindung lokal nutzen. Das Modell ist etwa 10 GB groß und behauptet von sich selbst, die gesamte Geschichte der Menschheit, Kultur und Kunst zu beherrschen.
Wer es ausprobieren möchte: Die Open-Source-Software ollama macht die lokale Ausführung auf dem Desktop zum Kinderspiel. Mac-User haben es besonders leicht: Ein kurzes brew install ollama im Terminal via Homebrew und die Sache läuft. Modell auswählen, Klick, fertig. Der Charme an der Sache: Alles bleibt auf dem eigenen Rechner, kein Datenabfluss, keine neugierige Cloud.
Natürlich stößt die Hardware zu Hause bei hochkomplexen Aufgaben irgendwann an ihre Grenzen, aber für den digitalen Alltag ist Gemma 4 absolut brauchbar. Und das Beste: Inmitten der Tyrannei des Duzens bewahrt Gemma die Contenance.
»Ich stehe Ihnen zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und Aufgaben basierend auf diesen Kapazitäten zu lösen. Wie kann ich Ihnen technisch weiterhelfen?«
Erinnert an Jarvis aus dem Marvel Universum. Vielleicht biete ich ihr irgendwann das Du an.