Dresscode
In den letzten Jahren konnte man allerdings eine zunehmende Individualisierung von Beisetzungen beobachten. Nicht mehr Psalm 23 und schwarzer Anzug sind gefragt. Nonkonformismus auch auf Beerdigungen. Jede noch so skurrile Idee wird zunehmend umgesetzt, selbst hier auf dem Dorf. Angeblich immer auf Wunsch des Verstorbenen. Kunststück, Verstorbene entziehen sich gemeinhin der Nachfrage.
Ebenfalls angeblich auf Wunsch des Verstorbenen soll keine Trauerkleidung getragen werden, was zumindest bei mir die Frage aufwirft: Was denn sonst?
Ich meine ich kann verstehen, wenn aus kulturellen Gründen auf schwarze Bekleidung verzichtet wird, wenn beispielsweise die Farbe weiß Trauer bekundet.
Im Sommer auf einer Beerdigung dann die Auswüchse dieser Neuerung. Kurze Hosen, Schlabbershirts und Jogginghosen.
WTF?
Heute dann eine weitere Einladung – allerdings keine Beerdigung — mit Angabe des Dresscodes:
Urban Festival Chic.
Mix & Match: Ein Mix aus Streetstyle und Statement-Pieces, Layering, auffällige Accessoires
Was auch immer das heißt: Ich denke, der nicht mehr benötigte schwarze Beerdigungsanzug ist wohl passend.

Meiner Meinung nach gibt es Dinge, die trotz Mainstream oder protesthaft zur Schau gestellter Gleichberechtigung gar nicht gehen, es sei denn, ich möchte meine offenkundig zurückgebliebene kindliche Entwicklungsstufe in der Öffentlichkeit dokumentieren.