Sauerland ist eingeschneit

Wir unter­bre­chen unser Pro­gramm für eine wich­ti­ge Son­der­sen­dung. Völ­lig uner­war­tet hat es im Sau­er­land zu die­ser Zeit geschneit. Die Gegend ist weit­läu­fig abge­sperrt, Zivil­schutz und Poli­zei sind vor Ort -
um die Idio­ten aus dem Gra­be zu zie­hen, die mit Som­mer­rei­fen im Win­ter ins Sau­er­land gefah­ren sind 😉

Hätten Sie’s gewusst?

Als eif­ri­ger Nut­zer von ChatGPT für Fra­gen aller Art, möch­te ich mit einer neu­en Rubrik im Blog star­ten. „Fra­gen, die die die Welt noch hat“, wird ab sofort als unre­gel­mä­ßi­ge Kate­go­rie mei­ne sin­ni­gen und unsin­ni­gen Fra­gen hier beant­wor­tet wis­sen – und zwar von ChatGPT. 

An ChatGPT stel­le ich kei­ne wis­sen­schaft­li­chen Anfor­de­run­gen, auch des­halb nicht, weil Ant­wor­ten auch mal falsch oder von der KI schlicht­weg erfun­den sein kön­nen. Aller­dings lässt sich mit ChatGPT her­vor­ra­gend klusch­ei…, vor allem auch des­halb, weil ChatGPT sich in den Ant­wor­ten oft­mals als Bes­ser­wis­ser liest und unge­fragt Rat­schlä­ge gibt. Je nach Fra­ge ist das oft­mals auch noch amü­sant. Der wah­re Hin­ter­grund ist aber, die Beant­wor­tung oft­mals völ­lig belang­lo­ser Fra­gen zu völ­lig belang­lo­sen Ereignissen.

Den Anfang macht die Fra­ge nach der Gruß­for­mel zum Jah­res­an­fang oder: „Wie lan­ge wünscht man sich eigent­lich ein fro­hes neu­es Jahr?“

ChatGPT meint dazu:

„Man sagt in der Regel „Fro­hes Neu­es“ oder „Fro­hes neu­es Jahr“ bis etwa Mit­te Janu­ar. Genau­er hängt es davon ab, wann man die betref­fen­de Per­son zum ers­ten Mal im neu­en Jahr trifft. Wenn du jeman­den erst Ende Janu­ar zum ers­ten Mal siehst, kannst du es immer noch sagen, aber ab einem bestimm­ten Punkt, meist nach dem 15. Janu­ar, wirkt es etwas unüb­lich. In man­chen Regio­nen oder Situa­tio­nen hört man es auch bis zum Drei­kö­nigs­tag (6. Janu­ar) aufhören.

Wenn es dir unan­ge­nehm vor­kommt, kannst du statt­des­sen ein­fach mit einem freund­li­chen Gruß star­ten, ohne direkt „Fro­hes Neu­es“ zu sagen.”

Und, hät­ten Sie’s gewusst?

Zitate 2024

Auch in die­sem Jahr wie­der zum Abschluss eini­ge Zita­te, die es wert sind fest­ge­hal­ten zu werden.

» Manch­mal ist eine Ent­las­sung auch eine Befreiung. «
– FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner über sei­nen Raus­wurf als Finanzminister.

» Ich bin bereit, mei­ne Erfah­rung, mei­ne Kraft und mei­ne Ver­ant­wor­tung anzu­bie­ten, wenn Sie wol­len auch als Kanz­ler. Viel­leicht reden wir am Küchentisch. «
- Robert Habeck droht mit Besuch.

» Der Irr­sinn, immer da zu pro­du­zie­ren, wo die Arbeit am bil­ligs­ten, die Steu­ern am nied­rigs­ten und die Umwelt­auf­la­gen am schlech­tes­ten sind, und dann die Pro­duk­te über den gan­zen Glo­bus zu trans­por­tie­ren, ver­ur­sacht einen rie­si­gen CO2-Aus­stoss, der ver­meid­bar wäre. «
- Sahra Wagen­knecht, in ihrem Buch «Die Selbst­ge­rech­ten» von 2021.

»Pha­se 4 – Beginn der offe­nen Feldschlacht.«
Aus dem Stra­te­gie­pa­pier der Par­tei des Majors d.R. Chris­ti­an Lind­ner im Novem­ber zur Erzwin­gung von Neu­wah­len

» Doch, ich habe zwei neue Stofftiere. «

- Das jüngs­te Netz­kind über mei­ne Fest­stel­lung, beim Kin­der­trö­del­markt zum Ver­kauf von nicht mehr gebrauch­ten Spiel­sa­chen wohl nicht son­der­lich erfolg­reich gewe­sen zu sein.

Einsteins Relativitätstheorie …

… oder: Die Tage sind immer zu kurz.

Wehalb Rent­ner nie Zeit haben, hat sich mir bis­her noch nicht ganz erschlos­sen, mei­ne Ver­mu­tung geht dahin, dass gewief­te Pri­va­tiè­res sich ein­fach nicht von jedem plötz­lich ein­span­nen las­sen wol­len und des­halb der geflü­gel­te Satz vom Rent­ner die nie Zeit haben so lan­ge wie­der­holt wor­den ist, bis er geglaubt wurde. 

Nun, bis zum Ruhe­stand sind es noch ein paar Jähr­chen, nichts des­to trotz kam ich auf­grund län­ge­ren Rest­ur­laubs in den Genuss eini­ger frei­er Tage und des Phä­no­mens zu kur­zer Tage. Was soll weit aus­ho­len? Lang­wei­lig war’s nie. 

Die Tage ver­flie­gen ohne nen­nens­wert grö­ße­re Pro­jek­te in Angriff genom­men wur­den, ich hab‘ noch nicht ein­mal das Design des Blogs hier umge­stellt. Des Rät­sels Lösung: Es liegt am Raum-Zeit Kon­ti­nu­um. Die Zeit­stre­cke von Geburt und Able­ben sind durch einen Zeit­strahl ver­bun­den. Je näher man nun dem Able­ben kommt, des­to mehr krümmt sich der Zeit­strahl im Raum, was zur Fol­ge die Anzie­hungs­kraft zwi­schen den bei­den Punk­ten ver­stärkt. Das wie­der­um lässt den Zeit­strahl schnel­ler krüm­men, die Zeit ver­geht also schneller.
Über­setzt: Je älter der Mensch wird, umso schnel­ler ver­geht die Zeit, die End­punk­te des Zeit­strahls rücken schnel­ler zusammen

Des­halb ist der Tag für Men­schen umso kür­zer, je älter sie sind.

Viel­leicht hab‘ ich aber auch nur Ein­steins Rela­ti­vi­täts­theo­rie nicht ver­stan­den, oder ver­brin­ge in mei­nem Urlaub zu viel Zeit mit dem Schrei­ben unsin­ni­ger Texte. 🙂

Weihnachtsbaum — natürlich natürlich

Weih­nach­ten naht und damit unwei­ger­lich die Dis­kus­si­on um einen Weih­nachts­baum. Hier im Sau­er­land ist es gute alte Tra­di­ti­on, dass der Weih­nachts­baum nicht nur sel­ber geschla­gen wer­den muss, son­dern auch höchst­selbst geklaut. Die­ser Tra­di­ti­on bin ich immer ent­kom­men, auch wenn Mrs. L der Mei­nung ist, ich wäre an der Stel­le etwas kleinmütig. 

Mei­ne Argu­men­ta­ti­on des regu­lä­ren Ein­kaufs des Weih­nacht­ge­wäch­ses ergibt sich aus der Tat­sa­che, dass ers­tens hier im Dorf jeder jeden kennt und zwei­tens jeder äußerst neu­gie­rig ist, ob des Taten­drangs der Nach­bar­schaft. Will hei­ßen: Ein geklau­ter Weih­nachts­baum bleibt nicht unbe­merkt, was im Regel­fall viel­leicht beim Nach­barn eine gewis­se Ach­tung her­vor­ruft, bei der Exe­ku­ti­ven aber eine Anzei­ge einer Straf­tat wegen Dieb­stahls nach sich zieht.

Mrs. L wies den Tat­be­stand des Dieb­stahls weit von sich, gemeint wäre eine Leih­ga­be aus dem Wald, nebst Wur­zel, um den Baum im Janu­ar wie­der ein­zu­pflan­zen. Das wie­der­um wies ich weit von mir; einen Baum mit Wur­zeln aus­zu­gra­ben und sei es nur ein Flach­wurz­ler, bedarf schließ­lich enor­mer Anstren­gung, die ich nicht gewillt bin zu erbrin­gen, zumal es Alter­na­ti­ven gibt. 

Der Kom­pro­miss, sowohl den Straf­tat­be­stand des Baum­dieb­stahls als auch den Ein­fall hun­der­ter von Insek­ten ins war­me Wohn­zim­mer zu ver­mei­den, war für mich der Erwerb einer künst­li­chen Tan­ne. Nach­hal­tig, sau­ber und nach Weih­nach­ten schnell auf dem Dach­bo­den zu ent­sor­gen, bzw. ein­zu­la­gern, soll­te Grund genug sein, zu einem Weih­nachts­baum aus Poly­vi­nyl­chlo­rid, kurz PVC, den Vor­zug zu geben. 

Nicht mit Mrs. L. Wenn ich schon nicht gewillt bin, einen Weih­nachts­baum aus dem nahen Weih­nachts­baum­fort zu ent­lei­hen, so soll es der natür­li­che Baum beim Weih­nachts­baum­händ­ler sein. Und – so gab mir Mrs. L mit auf den Weg, er darf nicht zu klein sein. 

So steht nun, wie jedes Jahr, ein Rie­sen­baum im Wohn­zim­mer, nadelt uns nicht nur das Wohn­zim­mer voll, son­dern erweist sich für hun­der­te von klei­ne­ren, durch die Wohn­zim­mer­wär­me erweck­ten Lebe­we­sen als idea­ler Start­punkt ins Leben als Zweiflügler. 

Na denn – Fro­he Weihnachten.

Filmkritik Horizon

So sehr ich Wes­tern mag und ins­be­son­de­re auch ein Fan von Kevin Cos­t­ner bin, so sehr bin ich ent­täuscht von Cos­t­ners Wes­tern­epos Hori­zon. Der Ver­such die Geschich­te um die Besied­lung der Wei­ßen im Apa­chen­ge­biet in New Mexi­co im Jah­re 1861 fil­misch auf­zu­ar­bei­ten ist aus mei­ner Sicht geschei­tert. Zumin­dest, wenn man den Wes­tern als Film ansieht und nicht als Ein­stieg zu einer Serie. Es fehlt ganz ein­fach der Erzähl­stil. Die Geschich­te hat kei­nen rich­ti­gen Anfang und eben­so kein Ende. 

War­um der Film sozu­sa­gen abrupt mit einem Zusam­men­schnitt und schnel­lem Sze­ne­wech­sel endet, wird erst klar, wenn man sich die Mühe macht und im Inter­net nach­liest, dass Hori­zon tat­säch­li­che als eine Art Mini­se­rie ange­legt ist. Wann nun die nächs­ten Tei­le erschei­nen, dar­über bleibt der Zuschau­er im Unkla­ren. Das ist ärger­lich, weil die Geschich­te, die auf wah­ren Bege­ben­hei­ten beruht und den Land­raub der wei­ßen Sied­ler im India­ner­ge­biet fil­misch dar­bie­ten soll­te, es durch­aus wert ist in einem Wes­tern fil­misch auf­ge­ar­bei­tet zu wer­den. Cos­t­ner ver­zich­tet auf die Erzäh­lung und Ein­füh­rung der Cha­rak­te­re. Der Wes­tern bie­tet dafür jede Men­ge nicht zim­per­li­cher Action. Der Film dreht und wen­det sich um die per Flug­blatt umwor­be­ne Sied­lung Hori­zon in New Mexi­co, mit­ten im Gebiet der Apachen. 

Die Sie­der, die hier ver­meint­lich ihre Hei­mat gefun­den haben, wer­den von den Apa­chen eben­so schnell wie­der ver­trei­ben, wie sie gekom­men sind. Bei einem hef­ti­gen Angriff über­lebt nur die Sied­ler­wit­we Fran­ces Kitt­redge und ihre Toch­ter, die im Mili­tär­camp Zuflucht finden. 

Neben­bei erzählt Cos­t­ner die Geschich­te des Trecks, der west­wärts in die noch uner­schlos­se­nen Gebie­te will. In Dako­ta treibt eine Ban­di­ten-Fami­lie ihr Unwe­sen, in Wyo­ming gerät Kevin Cos­t­ner als ein­sa­mer Cow­boy in eine Schie­ße­rei, um einer jun­gen Pro­sti­tu­ier­ten das Leben zu retten.

All die­se Epi­so­den fin­den nicht zuein­an­der und der Zuschau­er hat Schwie­rig­kei­ten den Hand­lungs­strän­gen und den han­deln­den Per­so­nen zu fol­gen. Am Ende erahnt man, dass da viel­leicht noch etwas kom­men mag, die schnel­le Bild­fol­ge am Schluss ver­rät, dass es wohl offen­sicht­lich wei­ter geht mit den Sied­lern und der maro­die­ren­den Ban­de. Wie und wo und mit wem, das bleibt in die­sem ers­ten Teil verborgen. 

Ein Film muss einen Anfang ein Ende und einen Schluss haben, dass das auch in einer Trio­lo­gie funk­tio­niert haben die Wes­tern Rio Bra­vo, Rio Lobo und El Dora­do mit John Way­ne ein­drucks­voll gezeigt. 

Zeit für Verhandlungen

Außen­mi­nis­te­rin Baer­bocks vor­schnel­le Äuße­run­gen über den Ein­satz einer Frie­dens­trup­pe sind für eine Regie­rung die kei­ne Mehr­heit mehr hat, zwar ziem­lich anma­ßend und hat vie­le wil­de Spe­ku­la­tio­nen in den sozia­len Netz­wer­ke aus­ge­löst und dürf­te außer­dem ein­mal mehr nicht abge­stimmt sein. 

In der Sache aller­dings hat Frau Baer­bock Recht. 

Baer­bock hat­te auf die Fra­ge nach einer deut­schen Betei­li­gung zur Absi­che­rung eines Waf­fen­still­stands in der Ukrai­ne gesagt, das aus ihrer Sicht Deutsch­land eine gro­ße Rol­le zur Frie­den­si­che­rung in der Ukrai­ne spie­len wird. 

War­um nun die Außen­mi­nis­te­rin gera­de jetzt von einer mög­li­chen Betei­li­gung deut­scher Trup­pen an einer mög­li­chen Frie­dens­mis­si­on spricht, kann (hof­fent­lich) nur der Hin­weis dar­auf sein, dass sowohl Russ­land als auch die Ukrai­ne end­lich zu Ver­hand­lun­gen bereit sind. 

Offen­sicht­lich nähert man sich der Ver­nunft von Ver­hand­lun­gen im Ukrai­ne Kon­flikt an und natür­lich wird Deutsch­land nicht drum her­um kom­men, sich nach Kriegs­en­de nicht nur an einer Frie­dens­si­che­rung, son­dern auch am Wie­der­auf­bau zu betei­li­gen. Eine Frie­dens­si­che­rung aller­dings, darf mei­nes Erach­tens nur mit UN-Man­dat und inte­griert in eine Blau­helm­trup­pe initi­iert wer­den, alles ande­re wäre fahr­läs­sig und eine unnö­ti­ge Provokation. 

Die Bun­des­wehr besitzt nicht die Res­sour­cen, sich einer über­mäch­ti­gen und kriegs­er­fah­re­nen Armee im Ernst­fall ent­ge­gen zu stel­len. Eine deut­sche Trup­pe an der 2000km lan­gen Gren­ze zur Russ­land wäre also nicht nur Kos­me­tik, son­dern schlicht­weg eine Farce. 

Ander­seits hat die Bun­des­re­pu­blik mit Lie­fe­rung der ers­ten Waf­fen in die Ukrai­ne eine kost­spie­li­ge Ver­ant­wor­tung über­nom­men, die uns ver­mut­lich die nächs­ten zehn Jah­re beglei­ten wird. Die­je­ni­gen, die Inter­es­se an einem lan­gen Krieg hat­ten, wer­den sich der Ver­ant­wor­tung nicht stel­len. Die wenigs­ten Ver­ant­wort­li­chen wer­den erwar­tet haben, dass die Lie­fe­rung von Waf­fen in ein Kri­sen­ge­biet den Frie­den brin­gen wür­de, son­dern im Gegen­teil neben hun­dert­tau­sen­den von Toden eben­falls einen groß­flä­chi­ge Zer­stö­rung der Infra­struk­tur. Die Poli­ti­ker, die sich als Kriegs­trei­ber her­ga­ben, sind will­fäh­ri­ge Mario­net­ten einer Hege­mo­ni­al­macht, die neben der Rüs­tungs­in­dus­trie einen erheb­li­chen Nut­zen aus dem Kon­flikt zieht; sie alle müs­sen das mit sich sel­ber ausmachen. 

Die Bun­des­re­pu­blik aber, als Waf­fen­lie­fe­rant für die Ukrai­ne, wird sich nicht aus der Ver­ant­wor­tung zie­hen kön­nen, das Land nach Kriegs­en­de wie­der mit auf­zu­bau­en. Die Kos­ten für den Wie­der­auf­bau der Infra­struk­tur wer­den auf ca. 500 Mil­li­ar­den Euro bezif­fert, die Trans­fer­leis­tun­gen für die Anschub­fi­nan­zie­rung des vom Krieg zer­stör­ten Lan­des sind dabei noch nicht ein­ge­rech­net.

Bei aller Sinn­lo­sig­keit des Krie­ges bleibt viel­leicht spä­ter ein­mal die Ein­sicht, dass die alte Dok­trin, kei­ne Waf­fen in Kri­sen­ge­bie­te zu lie­fern, durch­aus ihre Berech­ti­gung hat­te und hat. Krieg kennt kei­ne Gewin­ner und Waf­fen­lie­fe­run­gen brin­gen kei­nen Frieden. 

Für die vie­len toten Sol­da­ten, Zivi­lis­ten und Inva­li­den, die der Krieg auf bei­den Sei­ten gefor­dert hat, kommt die­se Ein­sicht zu spät. 

BTW: Die Zeit­schrift Emma hat eine Peti­ti­on zu einem Waf­fen­still­stand mit einem Brief an Bun­des­kanz­ler Scholz gestar­tet. Stand Frei­tag, 06.01.2025 haben bereits 512.000 Bür­ge­rin­nen und Bür­ger unter­schrie­ben. Zur Unter­schrift geht’s hier ent­lang.